ÖGfE-Schmidt: Salzburger in grenznahen Gemeinden für verstärkte Zusammenarbeit mit bayerischen Nachbarn

Problembereiche: Verkehr, Zuzug von Studierenden | 86 Prozent - Ende der Grenzkontrollen positiv | 66 Prozent - Euro trägt zum Zusammenwachsen der Regionen bei - Umfrage

Wien (OTS) - "Die überwiegende Mehrheit der Salzburger in der Grenzregion steht den bayerischen Nachbarn positiv gegenüber. Bilaterale Problembereiche werden wenig aufgezeigt. Am dringlichsten wird die Verkehrsfrage eingeschätzt", erklärt Paul Schmidt, Leiter der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), das Ergebnis einer aktuellen ÖGfE-Umfrage in grenznahen Salzburger Gemeinden, die im Rahmen des Projekts "Gelebte Nachbarschaft" durchgeführt wurde.

Abbau der Grenzkontrollen und Euro-Einführung gut für die Region

"Für die positive Sicht des Nachbarn haben auch europäische Entscheidungen einen nicht zu unterschätzenden Einfluss. Besonders gilt das für das Ende der Grenzkontrollen. Aber auch die Einführung des Euro wird mehrheitlich als vorteilhaft für das Zusammenwachsen der Regionen gesehen", meint Schmidt.

86 Prozent der Befragten geben an, dass der Wegfall der Grenzkontrollen zu Bayern rückblickend richtig gewesen ist (11 Prozent "falsch"). Insgesamt 66 Prozent sagen, dass die Einführung des Euro in beiden Ländern "auf jeden Fall" (27 Prozent) bzw. "eher schon" (39 Prozent) zu einem stärkeren Zusammenwachsen der Regionen beigetragen hat (20 Prozent "eher nicht" | 9 Prozent "gar nicht").*

Positive Entwicklungen in den grenzüberschreitenden Beziehungen

Was die Entwicklung der grenzüberschreitenden Beziehungen in den letzten Jahren angeht, so zeigen sich die Befragten in folgenden Punkten zufrieden. Im Bereich "Nachbarschaftliches Verhältnis der Gemeinden" sehen 53 Prozent positive und 3 Prozent negative Entwicklungen (33 Prozent keine Veränderung), ein ähnliches Bild zeigt sich beim kulturellen Austausch (52 Prozent positiv | 4 Prozent negativ | 27 Prozent keine Veränderung) sowie beim Tourismus (48 Prozent positiv | 5 Prozent negativ | 28 Prozent keine Veränderung).

Bilaterale Problembereiche: Verkehrsaufkommen und Zuzug von Studierenden

Skepsis herrscht hingegen hinsichtlich der Verkehrsbelastung: 9 Prozent haben hier Verbesserungen registriert, 42 Prozent Verschlechterungen (38 Prozent keine Veränderung). Im Punkt "Kriminalität" sehen 8 Prozent positive Tendenzen, 12 Prozent explizit negative Entwicklungen (54 Prozent keine Veränderung).
Der Zuzug von Studierenden aus Bayern wird von 26 Prozent als ein potentieller Problembereich für das nachbarschaftliche Verhältnis angesehen. Damit wird dieser Bereich für deutlich "problematischer" gehalten als etwa Zweitwohnsitze von Bayern in Salzburg (15 Prozent), der Zuzug von bayerischen Arbeitskräften oder die Abwanderung von Betrieben nach Bayern (je 10 Prozent).

Subjektiv hohes Informationsniveau über Nachbarregion

Generell fühlen sich die Befragten recht gut über die Nachbarregion in Bayern informiert - 22 Prozent "sehr", 53 Prozent "eher gut" (18 Prozent eher schlecht | 5 Prozent sehr schlecht). Mit höherem Alter steigt der Informationsgrad an.

73 Prozent geben an, dass sie sich zumindest einmal im Monat in der Nachbarregion aufhalten (22 Prozent seltener | 5 Prozent nie). Als häufigstes Motiv für den Aufenthalt jenseits der Grenze wird das Einkaufen (65 Prozent) genannt, gefolgt von Urlaub und Ausflügen (52 Prozent) und dem Besuch von Freunden und Verwandten (28 Prozent). Das Motiv Arbeit wird hingegen nur von 6 Prozent der Befragten angeführt.

Weiterer Ausbau der überregionalen Zusammenarbeit gewünscht

Für 84 Prozent wäre eine intensivierte Zusammenarbeit in der Europaregion Salzburg-Berchtesgadener Land-Traunstein (sehr) wichtig. 92 Prozent nennen hier den Umweltschutz, über 80 Prozent die Bereiche Wirtschaft, Tourismus, Bildung, Verkehr und Kultur. Rund zwei Drittel halten verstärkte Kooperationen im Sport und auf Vereinsebene für (sehr) wichtig.**

36 Prozent geben an, dass ihnen Projekte in ihrer Region bekannt sind, die von der Europäischen Union mit finanziellen Mitteln gefördert werden. 57 Prozent kennen solche, nach eigenen Angaben, jedoch nicht.

"In den grenznahen Gemeinden von Salzburg ist der Wunsch nach verstärkter Zusammenarbeit mit den bayerischen Nachbarn klar zu erkennen", resümiert Schmidt. "Das gilt auch für jene Bereiche, die heute noch als mögliche Problemfelder identifiziert werden."

Download Grafiken:
http://www.oegfe.at/cms/uploads/media/Grafiken_Salzburg_2013.pdf

Das Projekt "Gelebte Nachbarschaft in der Grenzregion"

Die Umfrage wurde - mit finanzieller Unterstützung des Landes Salzburg - im Rahmen des ÖGfE-Projekts "Gelebte Nachbarschaft in der Grenzregion" durchgeführt. Durch Umfragen in sämtlichen Grenzregionen Österreichs soll ein Einblick in das Meinungsbild der Bevölkerung zu unterschiedlichen Aspekten des Zusammenlebens mit den Nachbarregionen jenseits der Grenze gewonnen werden. Weitere Informationen:
www.oegfe.at

Die Umfrage wurde vom Market Institut (Linz) im Juli 2013 im Auftrag der ÖGfE durchgeführt. Befragt wurden 500 Personen per Telefon (repräsentativ für die Salzburger Bevölkerung ab 18 Jahre/Gewichtung nach Geschlecht und Alter) in grenznahen Salzburger Gemeinden in den Bezirken Salzburg-Umgebung, Hallein, Zell am See sowie Salzburg-Stadt.
* Für alle (und folgende) Werte gilt: Rest auf 100 Prozent = "weiß nicht/Keine Angabe".
** Rest auf 100 Prozent = "eher nicht/gar nicht wichtig" und "weiß nicht/Keine Angabe"

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Paul Schmidt
Österreichische Gesellschaft für Europapolitik
Tel.: (+43-1)533 49 99
E-Mail: paul.schmidt@oegfe.at

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