• 19.11.2013, 12:16:01
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Fürntrath-Moretti: Quoten sind nur Symptombehandlung, bieten aber keine Lösung

Frau in der Wirtschaft sieht die in Deutschland beschlossene Frauenquote für Aufsichtsräte in großen Unternehmen kritisch

Utl.: Frau in der Wirtschaft sieht die in Deutschland beschlossene
Frauenquote für Aufsichtsräte in großen Unternehmen kritisch =

Wien (OTS/PWK808) - "Die Forderung nach einem höheren Frauenanteil
in Führungspositionen ist ganz klar zu unterstützen. Die Einführung
einer Quote, wie dies nun in Deutschland per Gesetz fixiert werden
soll, ist jedoch der falsche Weg", betont Adelheid Fürntrath-Moretti,
Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft (FiW) in der Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ). Die Vertreterin der rund 130.000 Unternehmerinnen
in Österreich sieht die Entwicklung im Nachbarland mit Sorge: "Eine
Quote stellt nur eine Symptombehandlung dar, aber keine Lösung des
Problems".

Kinderbetreuungseinrichtungen und Unterstützung statt Goldröcke

Viel zielführender als eine Quote in Aufsichtsräten sei es,
Mädchen und Frauen verstärkt für technische Berufe zu gewinnen und
gleichzeitig hoch qualitative Betreuungsangebote für Familien zu
schaffen. "Frauen sind oft top ausgebildet, ziehen im Beruf aber
deshalb den Kürzeren, weil es immer noch deutlich zu wenig
Kinderbetreuungsmöglichkeiten gibt", kritisiert Fürntrath-Moretti.
Flächendeckende Kinderbetreuung sei daher ein Muss - vor allem auch
für unter Dreijährige und für Schulkinder an den Nachmittagen. "Wenn
keine Betreuung da ist, hilft auch eine Quote nichts".
Dass Frauenquoten nicht ausreichen, um die gläserne Decke zu
durchbrechen, zeigt auch das Beispiel Norwegen mit dem Phänomen der
"Goldröcke": Zwar garantiert ein Gesetz das Gleichgewicht der
Geschlechter, jedoch teilen sich etwa 70 Managerinnen gut 300
Aufsichtsratsposten.

Empowerment und Netzwerk

Ein wesentlicher Schritt für einen höheren Frauenanteil in
Top-Positionen sei es, auch fürs mittlere Management viele Frauen zu
gewinnen. Denn nur so könne der Sprung in die Führungsetagen und
letztendlich auch in die Aufsichtsratsebenen gelingen. "An zwei
Punkten muss hier angesetzt werden: Einerseits Frauen den Rücken
stärken und sie selbstbewusster machen und andererseits den
flächendeckenden Ausbau von flexiblen Kinderbetreuungsplätzen endlich
vorantreiben", fordert Fürntrath-Moretti. Als Erfolgsgeschichte gilt
das von WKÖ, Industriellenvereinigung (IV) und dem
Wirtschaftsministerium (BMWFJ) initiierte Führungskräfte-Programm
"Zukunft.Frauen", das Top Frauen für Aufsichtsratspositionen sichtbar
macht. (PM)

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