- 18.11.2013, 10:59:21
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Landau und Küberl präsentieren "Caritas-Fünf-Punkte-Programm" für mehr Mut und Solidarität in Österreich und Europa
Küberl und Landau fordern Bund und Europa auf, mehr Mittel für die Folgen europäischer Armutsmigration in Österreich einzusetzen.
Utl.: Küberl und Landau fordern Bund und Europa auf, mehr Mittel für
die Folgen europäischer Armutsmigration in Österreich
einzusetzen. =
Wien (OTS) - Wir stehen vor enormen Herausforderungen: Die Banken-
und Finanzkrise droht in Europa längst zu einer sozialen Krise zu
werden. Die Politik hat aber auch fünf Jahre danach nur
unbefriedigende Antworten auf die steigende Armut und die enorm hohe
Arbeitslosigkeit gefunden - mit Auswirkungen, die auch in Österreich
spürbar werden.
In einer gemeinsamen Pressekonferenz bieten der neue und der
scheidende Caritaspräsident, Michael Landau und Franz Küberl,
Reformvorschläge für die aktuellen Probleme an. Mit ihrem
"Fünf-Punkte-Programm für mehr Mut und Solidarität in Österreich und
Europa" skizzieren sie gleichzeitig einige Schwerpunktthemen der
künftigen Caritasarbeit. Und sie stellen konkrete Forderungen an die
VertreterInnen der Politik. Es geht um die Themen "Soziale Armut in
Europa", um "Armutsfragen in Österreich" sowie um ein
"Investitionsprogramm für sozialen Zusammenhalt in unserem Land".
Darüber hinaus geht es um "notwendige Reformen im Asyl- und
Flüchtlingsbereich" sowie um eine "Schubumkehr bei der
Entwicklungszusammenarbeit".
Landau: "Europa wächst zusammen, nicht aber die Menschen. Es genügt
nicht, wenn Europa heute eine Banken- und Wirtschaftsunion ist.
Europa muss auch zur Solidaritäts- und Sozialunion werden, sonst
droht uns ein sozialer Tsunami. Mit den 'EU-2020-Zielen' wurden
erstmals auch für den Bereich Soziales messbare Ziele definiert. Das
ist gut, aber zu wenig. Insbesondere fehlen Mittel, um diese Ziele
auch zu erreichen."
Die Armutsmigration innerhalb Europas ist auch in den Städten
Österreichs sichtbar und verlangt nach sozialen Antworten. Landau:
"Mir fehlt hier ein Bekenntnis der Bundes- und Landesregierungen,
sich dieser neuen Armut zu stellen. Armut zu verbieten, wird nichts
lösen. Die bilaterale Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn muss
einerseits verstärkt werden und wir benötigen in Österreich
andererseits mehr Beratungs- und Unterstützungsangebote.
Organisationen wie die Caritas können das nicht alleine mit Spenden
finanzieren. Die öffentliche Hand ist hier gefordert, und hier werden
auch zusätzliche europäische Mittel erforderlich sein!"
Als zweiten Schwerpunkt nennt Landau die Armut in Österreich: "Eine
Sanierung des Budgets auf Kosten der Schwächsten der Gesellschaft
darf es nicht geben. Ich erwarte mir Maßnahmen zur Bekämpfung der
Kinderarmut. Mehrkindfamilien und alleinerziehende Elternteile müssen
unterstützt werden. Wer bei Kindern und Familien spart, spart bei der
Zukunft Österreichs. Das ist weder sozial, noch ökonomisch sinnvoll.
Die Evaluierung der Bedarfsorientierten Mindestsicherung steht an,
und wir müssen die Zweckbindung der Wohnbauförderung wieder
einführen. Das Problem zu hoher Mieten hat auch die Mittelschicht
längst erreicht."
Als dritten Punkt benennt Landau ein dringend notwendiges
Investitionsprogramm für den sozialen Zusammenhalt. Es geht dabei um
den wichtigen Pflege- und Hospizbereich ebenso wie beispielsweise um
Bildung und Jugendwohlfahrt. "Konkret fordern wir die Verlängerung
des Pflegefonds über das Jahr 2016 hinaus, einen Systemwechsel raus
aus der Sozialhilfe sowie die längst überfällige Erhöhung des
Pflegegeldes. Der reale Wertverlust im Vergleich zur Einführung des
beträgt bereits 29 Prozent. Pflege muss aber für alle Menschen
leistbar bleiben - unabhängig von Einkommen und sozialem Status."
Franz Küberl sieht in der Flüchtlingspolitik den vierten großen
Themenschwerpunkt, der sowohl in Österreich als auch in Europa nach
Reformen verlangt: "Lampedusa ist eine tägliche Anklage an das
Wertesystem Europas. Vor den Toren Europas sind in den vergangenen 25
Jahren 20.000 Menschen auf der Flucht ertrunken. Darauf nur mit
Frontex zu antworten, tut weh. Anstelle neuer Mauern brauchen wir
eine EU-weite Asylpolitik und ein EU-weites Resettlement-Programm
(=Neuansiedlung) zur gesteuerten Aufnahme von besonders verletzlichen
oder besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen."
Einig sind sich Landau und Küberl auch beim fünften Punkt. "Eine
Schubumkehr bei der Entwicklungszusammenarbeit und die Aufstockung
der Mittel für den Katastrophenfonds sind dringend notwendig", betont
Küberl. "Wir sind peinlich weit weg von den international
versprochenen 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Eine weitere
Kürzung ist für eines der reichsten Länder der Erde wie Österreich
schlicht und ergreifend unwürdig."
Taifunkatastrophe auf den Philippinen - Jeder Spendeneuro hilft und
rettet Leben!
Nach der schrecklichen Naturkatastrophe auf den Philippinen leben
über 11 Millionen Menschen, darunter rund 5 Millionen Kinder, direkt
in den vom Taifun Haiyan zerstörten Gebieten. Die Caritas hilft vor
Ort. Franz Küberl und Michael Landau danken für die Hilfsbereitschaft
der Österreicherinnen und Österreicher: "Es ist großartig, wie
Menschen hier Verantwortung übernehmen. So kann die Welt auch im
Sozialen zusammenwachsen. Jeder Spendeneuro hilft und rettet Leben!"
Die Caritas bittet dringend um Spenden für die Opfer der Taifun
Katastrophe auf den Philippinen:
Ein Hilfspaket für Opfer der Taifun Katastrophe um 35 Euro
beinhaltet: 5 kg Reis, 1 kg grüne Bohnen, 1 kg Trockenfisch, 6 Dosen
Sardinen, 500 ml Speiseöl, 1 kg Zucker, 1 Stück Waschseife,
Wassercontainer (Gebinde), 1 Schlafunterlage, 1 Decke.
Um 12 Euro kann eine Schutzplane (20x20m) gekauft werden.
Caritas-Spendenkonten:
PSK
IBAN: AT92 6000 0000 0770 0004
BIC: OPSKATWW
Erste Bank
IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560
BIC: GIBAATWWXXX
Kennwort: Katastrophenfonds Caritas
Online Spenden: www.caritas.at
Oder schicken Sie eine SMS mit dem Kennwort "Taifun" und dem
gewünschten Spendenbetrag an: +43-664-660 3333
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