- 16.11.2013, 11:04:07
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GPA-djp-Proyer: IV kann sich nicht aus der Pensions-Verantwortung stehlen
Am Bonus-Malus-System für Unternehmen führt kein Weg vorbei - Schwerarbeiterpension ist kein Massenprogramm
Utl.: Am Bonus-Malus-System für Unternehmen führt kein Weg vorbei -
Schwerarbeiterpension ist kein Massenprogramm =
Wien (OTS/ÖGB) - "Dass es der Industriellenvereinigung (IV) stets um
Nachteile für die ArbeitnehmerInnen geht, wenn sie von Reformen
spricht, das ist nicht neu. Skurril wird es allerdings dann, wenn der
IV-Generalsekretär unverhohlen bekennt, dass er die Zusammenhänge
nicht versteht", kommentiert Karl Proyer, stv. Bundesgeschäftsführer
der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
(GPA-djp) die aktuelle Forderung Neumayers, den Hebel bei den
Schwerarbeiterpensionen anzusetzen: "Im selben Atemzug lehnt Herr
Neumayer ein Bonus-Malus-System für Unternehmen als rein
arbeitsmarktpolitische Maßnahme ab - offener kann man nicht bekennen,
dass es einzig und allein zu Lasten der Arbeitnehmerinnen gehen
soll."
Kein Mensch, der jahrzehntelang gearbeitet und den Erfolg im
Unternehmen mitgestaltet habe, gehe gerne krankheitshalber früher in
Pension, so Proyer. Die aktuelle Statistik beweise, dass ältere
ArbeitnehmerInnen mit einem Plus von 22,7 Prozent im Vergleich zum
Vorjahr besonders stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind. "Weil
sich Unternehmen laufend - wie beispielsweise aktuell die Raiffeisen
IT GmbH und die Lenzing AG - immer zuerst von älteren
ArbeitnehmerInnen trennen, die ihnen einfach zu teuer sind.
Gleichzeitig wirft die IV dem ÖGB Verantwortungslosigkeit vor - da
kann sich jeder selbst ein Bild machen", meint Proyer.
Dem IV-Generalsekretär sei bedauerlicherweise auch völlig
entgangen, dass es in den letzten Jahren nicht zuletzt mit
erheblicher Unterstützung des ÖGB und seiner Gewerkschaften einen
Umbau der Kollektivverträge in der Industrie gegeben habe, der
wesentlich flachere Lebenseinkommensverläufe bedeute.
Laut demographischen Prognosen wird die Zahl der Menschen im
Erwerbsalter bis zum Jahr 2020 um 220.000 ansteigen, an einem
Bonus-Malus-System führe kein Weg vorbei, so Proyer, der auch
Änderungen der Schwerarbeiterpension ablehnt: "Das ist ja kein
Massenprogramm: man muss in den letzten 20 Jahren vor der Pension
zehn Jahre Schwerarbeit geleistet haben, um die Schwerarbeiterpension
überhaupt in Anspruch nehmen zu können - diese Variante den
Betroffenen nach 45 Versicherungsjahren wegnehmen zu wollen, ist
zynisch und realitätsfern. Das Motto kann nur lauten "Arbeitsplätze
für Ältere sichern" und aus dieser Verantwortung können sich weder
die Industrieunternehmen noch die Industriellenvereinigung
davonstehlen!".
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