• 15.11.2013, 14:13:15
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IT-Sicherheit: Bundessparte Information und Consulting bringt Ratgeber für EPU

Obmann Pollirer: Geheimdienste-Problem nicht am Rücken der Wirtschaft aus-fechten

Utl.: Obmann Pollirer: Geheimdienste-Problem nicht am Rücken der
Wirtschaft aus-fechten =

Wien (OTS/PWK802 ) - Der Österreichische
Internet-Sicherheitsbericht von cert.at und gov.cert.gv.at zeigt
eines ganz deutlich auf: Internet-Sicherheit betrifft alle! Die
Bundessparte Information und Consulting (BSIC) der Wirtschaftskammer
Österreich hat anlässlich des European Cyber Security Monats einen
Ratgeber speziell für die Bedürfnisse der Ein-Personen-Unternehmen
(EPU) erstellt. "Kleinstuntenehmer, die alle in einem Unternehmen
anfallenden Tätigkeiten selbst erledigen müssen, haben oft nicht die
Zeit, sich vertieft mit IT-Sicherheit auseinander zu setzen. Doch ist
gerade dieses Thema von entscheidender Bedeutung für jeden von uns",
hält Hans-Jürgen Pollirer, Obmann der Bundessparte Information und
Consulting der WKÖ fest. "Der neue Leitfaden "IT-Sicherheit für EPU"
wurde speziell auf die Bedürfnisse von EPU abgestimmt. Jeder kann
sich einen raschen Überblick über die Gefahrensituationen und die
notwendigen Erstmaßnahmen verschaffen."

Der neue EPU-Ratgeber ist das jüngste Produkt der Bundessparte
Information und Consulting in ihrer IT-Sicherheits-Ratgeberreihe.
Bereits 2005 hat die Bundessparte im Rahmen des "it-safe-Projektes"
ihre Ratgeber für Unternehmen und deren Mitarbeiter herausgegeben.
Pollirer: "Neben den drei Broschüren für Unternehmer, deren
Mitarbeitern sowie dem neuen Ratgeber für EPU organisieren wir
zahlreiche Veranstaltungen zum Thema IT-Sicherheit sowie Datenschutz.
Wir versuchen damit, die Awareness für das so wichtige
unternehmerische aber auch gesellschaftspolitische Thema zu
steigern."

Die Broschüre kann kostenlos unter [email protected] bzw. telefonisch +43
(0)5 90 900/3177 bestellt werden. Es besteht auch die Möglichkeit,
auf der Website www.it-safe.at das Online-Dokument als PDF herunter
zu laden.

Geheimdienste-Problem nicht auf dem Rücken der Unternehmer
ausfechten

Die jüngsten Ereignisse rund um die Spionagetätigkeiten ausländischer
Geheimdienste haben die Themenbereiche Datensicherheit und
Datenschutz noch stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt.
"Wir haben bei den letzten Veranstaltungen der Bundessparte ein
wesentlich stärkeres Interesse für diese Themenbereiche verspürt, was
sicherlich auf die Aufdeckungen über die Geheimdienst-Aktivitäten
zurückzuführen ist", meint Pollirer. Gleichzeitig fürchtet der
Bundesspartenobmann aber, dass diese mit den Aufdeckungen zu Tage
getretenen Probleme nun am Rücken der Unternehmen ausgefochten werden
könnten.

Anlass zu dieser Befürchtung gibt dem Wirtschaftsvertreter der
Beschluss des EU-Parlaments zur Datenschutz-Grundverordnung. Am 21.
Oktober 2013 wurden vom Ausschuss für Bürgerliche Freiheiten, Justiz
und Inneres (LIBE) unter dem Vorsitz des deutschen Grünen-Politikers
Jan Philipp Albrecht die als Kompromiss ausgehandelten
Abänderungsanträge zur Datenschutz-Grundverordnung angenommen.
Inhaltlich möchte der zuständige Ausschuss des europäischen
Parlaments den Vorschlag der Europäischen Kommission weiter
verschärfen. Dass das europäische Datenschutzrecht harmonisiert
werden muss, damit die Möglichkeiten der modernen Datenverarbeitung
für den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt in Europa
genutzt werden können, steht für Pollirer außer Zweifel. Es bedarf
jedoch weiter intensiver Arbeit am Entwurf der neuen
EU-Datenschutz-Grundverordnung, damit nicht das Gegenteil erreicht
wird.
"Offensichtlich neigt die Politik unter dem Eindruck der jüngsten
Spionage-Vorkommnisse zur Tendenz, undifferenziert strengere
Regelungen zu Lasten der gesamten Wirtschaft einzuführen. Das kann
nicht gut gehen!", zeigt sich Pollirer besorgt. "Die Politik wird das
Problem der Geheimdienstspionage nicht auf dem Rücken der Unternehmer
lösen können, indem es für die Wirtschaft immer strengere Regelungen
schafft."

So sollen die Strafen für Verstöße gegen das Datenschutzrecht bis
zu 100 Mio. Euro oder 5 % des weltweiten Konzernjahresumsatzes
betragen. Unternehmen sollen auch einen eigenen
Datenschutzbeauftragten bestellen, wenn sie binnen eines Jahres
personenbezogene Daten von mehr als 5000 Betroffenen (zB Kunden)
elektronisch verarbeiten. Damit wäre wohl ein Großteil der
österreichischen Unternehmen von dieser Regelung betroffen. Dabei
wird keinerlei Differenzierung bezüglich der Sensibilität der
verarbeiteten Daten gemacht.

Diese Regelung würde auch jeden Kleinstunternehmer treffen, der
bloß harmlose Daten verarbeitet. "Wo bleibt da der von der Politik so
oft zitierte "Think Small First"-Grundsatz?", fragt der
Bundesspartenobmann kritisch. Der Entwurf beinhaltet weiters keine
Möglichkeit der Interessenabwägung bei der Durchführung von
Profilbildungsmaßnahmen oder die Berücksichtigung der rechtmäßigen
Interessen Dritter. Auch eine Unterscheidung zwischen ausdrücklicher
und konkludenter Zustimmungserklärung ist nicht vorgesehen, was dazu
führt, dass die Verarbeitung personenbezogener Daten stets an die
ausdrückliche Zustimmung des Betroffenen gebunden ist. "Das führt zu
einem Mehraufwand, der wohl auch den betroffenen Kunden nicht
schmecken wird", ist Pollirer überzeugt.

Weitere Diskussionen sind für Pollirer unumgänglich, um ein
modernes europäisches Datenschutzrecht zu schaffen. "Seien Sie nicht
auf einem Auge blind! Setzen Sie sich für einen lebbaren Datenschutz
ein, ohne die Wirtschaft mit überschießenden Regelungen zu belasten",
appelliert Pollirer an die Verantwortlichen der künftigen
Bundesregierung und des neu zusammengesetzten Nationalrats. Er weist
darauf hin, dass die WKÖ konstruktive Verbesserungsvorschläge
eingebracht hat. Es liege an der Politik, diese aufzugreifen und für
eine sachliche und verhältnismäßige Verbesserung des europäischen
Datenschutzrahmens zu sorgen. Auch für die Wirtschaft!

Die Bundessparte Information und Consulting in der
Wirtschaftskammer Österreich ist die gesetzliche Interessenvertretung
für rund 120.000 wissensbasierte Dienstleistungsunternehmungen aus
den Bereichen Information, Kommunikation und Beratung. (PM)

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