- 15.11.2013, 11:23:32
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Positive Führungskultur: Anerkannt und wertgeschätzt
Wien (OTS) - Dass eine positive Führungskultur hohe Auswirkungen auf
den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen hat, darüber sind sich
die meisten der 300 befragten Führungskräfte in Österreich,
Deutschland und der Schweiz einig. Anerkennung und Wertschätzung sind
eng mit einer positiven Führungskultur verbunden. Was es aber mit der
Konfliktscheuheit österreichischer Führungskräfte auf sich hat, lesen
Sie im aktuellen Hernstein Management Report zum Thema
Führungskultur.
54% beurteilen den Einfluss der Führungskultur auf den
wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens als sehr hoch, 38% als eher
hoch. Interessant sind hier die Länderunterschiede. Vor allem
österreichische Manager sind zu 60% vom sehr hohen Einfluss
überzeugt, in Deutschland sind es 56%, in der Schweiz hingegen nur
48%. Auch mit steigender Unternehmensgröße gewinnt das Thema an
Bedeutung. Bei Unternehmen bis 250 MitarbeiterInnen sehen 42% den
Zusammenhang als sehr hoch, bei Unternehmen mit mehr als 1000
MitarbeiterInnen sind es 70%.
Anerkennung und Wertschätzung sind der Schlüssel
Anerkennung und Wertschätzung werden in allen drei Ländern an
erster Stelle als wichtigster Parameter einer positiven
Führungskultur beurteilt (28%). Klare und eindeutige Ziele folgen auf
dem zweiten Rang (18%), besonders zieleorientiert zeigen sich die
deutschen Manager mit 24% (Ö: 16%, CH: 14%). Ein Führungsleitbild,
welches eine partnerschaftliche Führungskultur fördert, ist für 13%
wesentlich. Aus Fehlern lernen ist für 11% zentral. "Wichtig ist,
dass man aus Fehlern lernt und sie nicht wiederholt. Nur so kann es
zu Innovationen kommen", meint Hernstein Institutsleiterin Eva-Maria
Ayberk.
Konfliktmanager gefordert
Besonders bei der Konfliktkompetenz zeigen sich deutliche
Länderunterschiede. Für die Schweizer ist Konfliktkompetenz mit 15%
zweitwichtigstes Kriterium, in Deutschland sprechen sich 8% dafür
aus, während ihr in Österreich mit 4% eine untergeordnete Rolle
zukommt. "Das bestätigt den zögerlichen Umgang mit Konflikten in der
österreichischen Kultur. Konflikte müssen nicht automatisch als
Zeichen schlechter Führung bewertet werden", so Eva-Maria Ayberk.
Denn gerade in großen Unternehmen sind Konflikte durch das
Aufeinanderprallen verschiedener Interessen von vornherein gegeben.
"Deshalb sollen Führungskräfte Konflikte nicht vermeiden, sondern
sich diesen stellen und diese professionell führen. Um zu einer
konstruktiven Lösung zu kommen, braucht es Wertschätzung und
Respekt", so Eva-Maria Ayberk weiter.
Selbstbestimmte Arbeitsgestaltung: vielfach unterschätzt
Alters- bzw. lebensphasengerechte Arbeitszeitmodelle sind für 8%
am aussagekräftigsten, in etwa gleichauf mit Freiräumen für
selbstbestimmtes Arbeiten und Autonomie (Konzept der
Selbstwirksamkeit). Interessant, wie wenig Bedeutung der autonomen
Arbeitsgestaltung zukommt. "Scheinbar wird noch zu wenig Wert darauf
gelegt, dass selbstbestimmtes Arbeiten zu besseren Ergebnisse führt
und die MitarbeiterInnen mit mehr Zufriedenheit und Engagement bei
der Sache sind. Außerdem hat es einen positiven Einfluss auf das
individuelle Stressempfinden und ist ein gelungenes Beispiel für
gesundes Führen", so Eva-Maria Ayberk.
Führungskräfteentwicklung - Aufholbedarf in Österreich
64% der befragten Unternehmen bieten Weiterbildungsmaßnahmen zum
Thema Führung an. Deutschland ist der Spitzenreiter mit 73%, in der
Schweiz sind es 64%, Österreich hinkt mit 56% noch hinterher. "Sehr
zufrieden" mit den Weiterbildungsangeboten sind jedoch nur 35%, als
"zufrieden" bezeichnen sich 53%. Eva-Maria Ayberk: "Das Thema Führung
muss auf mehreren Ebenen ansetzen, Weiterbildung kann nur ein Schritt
von vielen sein. Weiterbildungen werden erst dann positiv
wahrgenommen, wenn der Transfer in die Praxis gelingt und die
Rahmenbedingungen passen."
Der Hernstein Management Report ist eine jährlich durchgeführte
Studie zu aktuellen Leadership- und Managementtrends. Die Abwicklung
und Auswertung der Studie erfolgt durch OGM Österreichische
Gesellschaft für Marketing, Wien. Befragt wurden insgesamt 300
Führungskräfte von Großbetrieben aus Österreich, Deutschland und der
Schweiz (ab 100 Beschäftigten). Pro Land fand jeweils ein Drittel der
Interviews statt.
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