• 13.11.2013, 09:32:57
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MKV wendet sich mit 30-Punkte-Programm zur Bildung an ÖVP-Verhandlungsführer LH Haslauer

Kukacka: Nein zur Gesamtschule, Gymnasium muss erhalten bleiben Stellnberger: "30 Punkte Programm zur Schulpolitik"

Utl.: Kukacka: Nein zur Gesamtschule, Gymnasium muss erhalten
bleiben
Stellnberger: "30 Punkte Programm zur Schulpolitik" =

Wien (OTS) - "Bildung und Wissenschaft sind für den Wohlstand eines
Landes wie Österreich von existenzieller Bedeutung, denn auf
reichhaltige Bodenschätze können wir nicht zurückgreifen", sagt StS
a.D. Mag. Helmut Kukacka, Vorsitzender des
Mittelschülerkartellverbandes (MKV).

Ex-Unterrichtsministerin Schmied hinterlässt nach fast sieben Jahren
ihrer Tätigkeit viele eröffnete Baustellen, aber nur sehr wenige
vollendete Projekte. Ihr bis zuletzt verfolgtes und auch offen
eingestandenes ideologisches Hauptziel war die verpflichtende
Gesamtschule für alle 10- bis 14-Jährigen. Reformen wurden von BM
Schmied nicht mit den Schulpartnern gemeinsam gestaltet, sondern es
wurde versucht diese meist gegen die betroffenen Eltern, Schüler und
Lehrer durchzudrücken. Der MKV hat sich nun brieflich an den
ÖVP-Verhandlungsführer im Bereich Bildung, Landeshauptmann Dr.
Wilfried Haslauer gewandt, um diesen auf die zentralen Positionen des
MKV hinzuweisen: "Wir lehnen die flächendeckende Einführung der
Gesamtschule strikt ab und fordern, dass das differenzierte
Schulsystem samt achtjährigem Gymnasium jedenfalls erhalten bleibt",
erklärt Kukacka und weist darauf hin, dass sich auch Vizekanzler Dr.
Michael Spindelegger im Wahlkampf dazu eindeutig bekannt hat.

In seinem "30-Punkte-Programm zur Schulpolitik" strebt der MKV eine
Weiterentwicklung der Qualität des österreichischen Schulwesens an
und will die wichtigsten Punkte daraus, den Koalitionsverhandlern mit
auf den Weg geben, stellt dazu auch der MKV-Bundesjugendobmann Peter
Stellnberger fest:

1. Chancengerechtigkeit und Wahlfreiheit garantieren!
Ein breit gefächertes differenziertes Bildungssystem muss jedem
jungen Menschen eine faire Chance auf bestmögliche Bildung und
Ausbildung und auf Entfaltung seiner persönlichen Interessen,
Fähigkeiten und Begabungen bieten.

2. Schüler fördern - Leistung fordern!
Jeder Schüler hat das Recht, in der Schule individuell gefördert zu
werden. Daher ist auf die lernunterstützende Leistungsförderung
genauso Wert zu legen wie auf die (Hoch-) Begabtenförderung.

3. Sprachbeherrschung einfordern!
Da die Beherrschung der Unterrichtssprache Voraussetzung für einen
erfolgreichen Bildungserwerb ist, müssen - beginnend mit dem
Kindergarten - sämtliche Bildungseinrichtungen durch gezielte und
verpflichtende Fördermaßnahmen ihr Hauptaugenmerk auf die Vermittlung
der nötigen Sprachkompetenz legen.

4. Das 8-jährige Gymnasium ist unverzichtbar!
Das traditionelle 8-jährige Gymnasium mit dem Schwerpunkt auf eine
vertiefte Allgemeinbildung muss als eine der angebotenen Schulformen
bestehen bleiben. Das Gymnasium hat große Akzeptanz in der
Öffentlichkeit und bietet leistungs- und belastungsfähigen,
interessierten und begabten Schülern eine förderliche Lernumgebung in
homogenen Klassen.

5. Qualifizierte Berufsausbildung als wichtige Zukunftsaufgabe!
Hochwertige Abschlüsse sind das Fundament für ein erfolgreiches
Berufsleben sowie für den Wirtschaftsstandort Österreich. Deshalb
muss die Weiterentwicklung der berufsbildenden mittleren und höheren
Schulen ein Schwerpunkt sein. Unzureichende Unterrichtsbedingungen,
vor allem in den ersten Jahrgängen, sind zu verbessern.

6. Individualisierung durch kleinere Klassen!
Nur entsprechend geringe Klassengrößen (höchstens 25 Schüler) sichern
eine möglichst gute Förderung der individuellen Anlagen und einen
qualitativ hochwertigen Unterricht.

7. Bessere Schulwahl durch bessere Beratung!
Schülern und Eltern sind an den Nahtstellen und Übergängen der
Bildungswege verstärkte Orientierungshilfen anzubieten. Beim
Übertritt von der 4. in die 5. Schulstufe sollen neben den
Zeugnisnoten, deren Verwendung österreichweit vergleichbar gemacht
werden muss, intensive Beratungsgespräche zwischen Eltern, Lehrern,
Schülern und den aufnehmenden Schulen geführt werden.

8. Schüler, Eltern und Lehrer professionell unterstützen!
Bildungspolitik kann und darf Eltern nicht die Verantwortung für ihre
Kinder abnehmen, muss sie aber bestmöglich dabei unterstützen. Für
die Bewältigung von Krisen (Lernprobleme, Mobbing, persönliche
Krisen, familiäre Defizite) muss das Angebot an psychologischer und
therapeutischer Unterstützung durch Spezialisten (Förderlehrer,
Schulpsychologen, Beratungslehrer, Mediatoren, Sozialarbeiter) massiv
ausgebaut werden.

9. Ganztägige Betreuung ausbauen!
Die gesellschaftliche Entwicklung verlangt den stärkeren Ausbau von
ganztägigen Schulformen. Die schulische Nachmittagsbetreuung soll mit
größtmöglicher Flexibilität auf freiwilliger Basis angeboten werden.
Jene Kinder, die Nachmittagsbetreuung wünschen oder brauchen, sollen
diese qualitätsvoll bekommen können. Für die Infrastruktur der
Schulen (Speisesäle, Küchen, Freizeit- und Studierräume, Sport- und
Freizeitmöglichkeiten) sind große Investitionen zu tätigen.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MKV

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