Ergebnisse der aktuellen Antisemitismusstudie der EU-Agentur für Grundrechte alarmierend

Rechtsextreme, linksextreme und islamistische Gruppierungen betreiben Hetze

Wien (OTS) - Die heute veröffentlichte Studie betreffend die Länder Belgien, Deutschland, Frankreich, Ungarn, Italien, Lettland, Rumänien, Schweden, und Großbritannien zeigt, dass die Juden Europas einem steigenden Antisemitismus ausgesetzt sind. Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, warnt angesichts dieser Ergebnisse vor einer ähnlichen Entwicklung in Österreich, das nicht Gegenstand der Studie war. "Jeder antisemitische Vorfall, sei es durch Beschimpfungen, im Internet oder durch Tätlichkeiten ist zu viel und darf nicht toleriert werden", so Präsident Deutsch.

Während in Ungarn und Griechenland antisemitische Ausfälle von rechtsextremen Gruppierungen ausgehen, fühlen sich jüdische Gemeinden in Schweden, insbesondere in Malmö und Frankreich vom steigenden Antisemitismus der zweiten Zuwanderergeneration massiv bedroht.

Die große Anzahl von Zwischenfällen, beginnend bei persönlichen Beleidigungen bis hin zu Tätlichkeiten, findet in offiziellen Statistiken mangels Reporting (die Opfer sind z.B. auf Anonymität bedacht) und fehlender Definition der Tatbestände nur beschränkt Widerhall.

Das Internet erleichtert die Verbreitung von rechtsradikalem und islamistischem Gedankengut, insbesondere auch da "Hetze/Hatespeech" noch nicht ausreichend juristisch erfasst wurde. Umso mehr besteht die Notwendigkeit Initiativen in diese Richtung auf EU-Ebene auch durch Österreich zu unterstützen.

Die Israelitische Kultusgemeinde fordert Regierung und Parlament in Österreich zu erhöhter Sensibilität und Wachsamkeit auf und internationale Initiativen zur Verankerung des Verbotes von "Hatespeech" in den Gesetzen auf nationaler und gesamteuropäische Ebene zu unterstützen und den jüdischen Gemeinden in ihren Sicherheitsbestrebungen behilflich zu sein.

Oskar Deutsch
Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde

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Israelitische Kultusgemeinde Wien, Tel: 01 53104-105

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