• 04.11.2013, 09:16:09
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Fragebogen hilft, den Erfolg beim Abnehmen vorauszusagen

Wien (OTS) - Um nachhaltig das Gewicht zu reduzieren, ist es wichtig,
dass Verhaltensänderungen, konsequent eingehalten werden.
SozialmedizinerInnen haben nun mittels eines am Zentrum für Public
Health der MedUni Wien entwickelten Messinstruments nachgewiesen,
dass sich damit der Erfolg beim Abnehmen vorhersagen lässt.

Dabei handelt es sich um den so genannten Compass-Fragebogen, mit
dessen Hilfe sich die Compliance (Adhärenz) der PatientInnen messen
lässt, also der Wille und die Motivation, am jeweiligen Programm
teilzunehmen und die empfohlenen Verhaltensänderungen nachhaltig
umzusetzen und auch einzuhalten.

Die Wirksamkeit des Fragebogens wurde in einer früheren Studie an der
MedUni Wien schon bei Bluthochdruck-PatientInnen nachgewiesen. "Mit
Hilfe des Kompasses erhält man genau jene Informationen, die
notwendig sind, um die PatientInnen optimal bei der Aktivierung
seiner persönlichen Ressourcen für den Therapieerfolg unterstützen zu
können", erklärt Rudolf Schoberberger vom Institut für Sozialmedizin
am Zentrum für Public Health der MedUni Wien.

Beim Compass-Fragebogen handelt es sich um eine zwölf Fragen
umfassende Check-Liste, die es dem betreuenden Arzt bzw. der Ärztin
unter anderem ermöglicht, festzustellen, ob die Empfehlungen für
Verhaltensänderungen auch eingehalten werden, ob seitens der
PatientInnen Zweifel bestehen, ob die Betroffenen Vertrauen aufgebaut
haben und auch, ob sie die Anregungen nicht verstanden haben und
Verunsicherung besteht.

Sozialmedizinerin Gabriela Böhm, Co-Autorin der Studie: "Bei 253
TeilnehmerInnen des Gewichtsreduktionsprogramms 'Schlank ohne Diät'
erwies sich der Compass-Fragebogen als gutes Mittel für die
Vorhersage des Erfolges beim Abnehmen. Weiters eignet sich das
Instrument dafür, bei dieser Gruppe auch jene Bereiche zu
diagnostizieren, die Schwachstellen darstellen." Der
Compass-Fragebogen liefert - gemäß den "Himmelsrichtungen" - Hinweise
was das Normverhalten (N), die Organisation (O), die soziale
Unterstützung (S) und das Wissen (W) der Betroffenen betrifft.
TherapeutInnen des "Schlank ohne Diät"-Programms (SOD) können daher
frühzeitig abschätzen, welche TeilnehmerInnen welche zusätzlichen
Hilfestellungen benötigen, um erfolgreich zu sein.

Das Ergebnis im Konkreten: Wer beim Compass-Fragebogen gut abschnitt,
hatte gute Chancen, abzunehmen. Betroffene, die bei den Antworten
über dem Compliance-Mittelwert lagen, nahmen binnen eines Jahres fast
sechs Kilogramm ab und hielten das Gewicht auch. Jene, die beim
Fragebogen schlecht abschnitten, erzielten kaum Abnehmerfolge oder
schieden früh aus dem Programm aus.

Die SozialmedizinerInnen der MedUni Wien wollen mit dieser Studie die
Möglichkeiten der "Compliance-Diagnostik" aufzuzeigen. Schoberberger:
"Es geht auch um die Motivation der jeweiligen BetreuerIn, noch
genauer auf die persönlichen Bedürfnisse der PatientInnen
einzugehen."

Den Compass-Fragebogen, der auch im Mediziner-Curriculum der
Medizinischen Universität Wien thematisiert wird, gibt es in einer
deutschen und englischen Version und kann von TherapeutInnen oder
ÄrztInnen hier angefordert werden: Institut für Sozialmedizin,
Gabriela Böhm ([email protected]) oder Rudolf
Schoberberger ([email protected]) bzw. Tel.
+43/1/40160 - 34888.

Service: Nutrients

"An Instrument to Measure Adherence to Weight Loss Programs: The
Compliance Praxis Survey-Diet (COMPASS-Diet)". M. Janda, D. Zeidler,
G.Böhm, R. Schoberberger. Nutrients 2013, 5, 3828-3838;
doi:10.3390/nu5103828.

Medizinische Universität Wien - Kurzprofil

Die Medizinische Universität Wien (kurz: MedUni Wien) ist eine der
traditionsreichsten medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten
Europas. Mit fast 7.500 Studierenden ist sie heute die größte
medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Mit ihren
31 Universitätskliniken, 12 medizintheoretischen Zentren und
zahlreichen hochspezialisierten Laboratorien zählt sie auch zu den
bedeutendsten Spitzenforschungsinstitutionen Europas im
biomedizinischen Bereich. Für die klinische Forschung stehen über
48.000m2 Forschungsfläche zur Verfügung.

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