• 03.11.2013, 21:00:36
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Neues Volksblatt: "Allein daheim" von Christian HAUBNER

Ausgabe vom 4. November 2013

Utl.: Ausgabe vom 4. November 2013 =

Linz (OTS) - Viel zu wissen kann viel Kopfschmerzen bereiten. In
jedem Fall dürfte dies für US-Präsident Barack Obama gelten. Denn die
Spitzel-Aktivitäten seines Geheimdienstes haben ihn in der Gunst
seiner ausländischen Partner und auch in den Augen vieler
amerikanischer Bürger regelrecht abstürzen lassen. Der
Hoffnungsträger, der mit seinem Slogan "Yes, we can" einst die Massen
mobilisiert hat und der das Versprechen einer Abkehr von der Politik
seines Vorgängers George W. Bush wie kein zweiter verkörperte, ist
regelrecht entzaubert. Aus der Lichtgestalt der US-Politik ist damit
ein "Normalo-Präsident" geworden.
Nun könnte man einwenden, dass die Schnüffeleien ja gar nicht so
überraschend sind. Was sonst sollte schließlich ein Geheimdienst tun,
als im Geheimen Informationen zu sammeln? Auch die Tatsache, dass in
Österreich überwacht wird, kann wohl kaum überraschen. Immerhin hatte
und hat die Alpenrepublik eine wichtige Brückenfunktion in die Länder
Osteuropas.
Der raue internationale Wind, der nun den USA entgegen bläst, ist
deshalb aber noch lange nicht ungerechtfertigt. Denn es war Obama,
der Werte wie Transparenz und Ehrlichkeit stets besonders betont hat.
Weil man sich - möglicherweise etwas naiv - gerade unter seiner
Führung derartige Auswüchse nicht erwartet hat, ist die Enttäuschung
besonders groß. Und dann ist man auch als Präsident ziemlich allein
daheim.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVB

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