• 30.10.2013, 18:54:20
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"DER STANDARD"-Kommentar zur Zukunft des Wissenschaftsministeriums: "Wissenschaft in Not" - von Lisa Nimmervoll

Ausgabe vom 31.10.2013

Utl.: Ausgabe vom 31.10.2013 =

Wien (OTS) - Es gilt, eine Gefahrenwarnung auszusprechen: Das
Wissenschaftsministerium steht offenbar auf der Abschussliste der
alten neuen Koalitionäre, es droht zur Verschubmasse im
parteipolitischen Ränkespiel und Versorgungskalkül zu verkommen. Ein
übler Brauch, dem man auch jetzt wieder unverschämt frönt:
Ministerien sind teure Wahlgeschenke - an Länder, an Bünde, an brave
Parteidiener. Ausgerechnet das Wissenschaftsministerium droht dieser
Logik zum Opfer zu fallen.
Das ist inhaltlich skandalös unbedarft, politisch aber fast
symptomatisch. Den Stellenwert von Wissenschaft und Forschung für die
Zukunft eines Landes sollte man einer Regierung nicht erklären
müssen, aber letztlich wäre die Zerschlagung des
Wissenschaftsressorts nur der sinnfällige Ausdruck für den
Stellenwert, den die Hochschulen und Forscher in der alten Regierung
hatten: Genau genommen hat sich eine einzige Person wirklich und
authentisch dafür interessiert und - wenn auch in sehr engen
finanziellen und politischen Grenzen - starkgemacht. In dem Sinne
hätte Karlheinz Töchterle also seine Schuldigkeit getan.
"Sein" Ressort könnte von der Wirtschaft oder von einem
"Zukunftsministerium", das für ÖVP-Nachwuchshoffnung Sebastian Kurz
die Startrampe in die nächsthöhere politische Umlaufbahn bilden soll,
geschluckt werden. Minister für Zukunft also. Aha. Was, wenn nicht
die Zukunft des Landes, ist denn die Agenda der anderen Ministerien?!

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PST

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