• 30.10.2013, 11:02:54
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Oesterreichs Energie und FH Technikum Wien starten "Viktor Kaplan-Lectures"

Experten und Studierende diskutieren das Zukunftsthema "Power to Gas"

Utl.: Experten und Studierende diskutieren das Zukunftsthema "Power
to Gas" =

Wien (OTS) - "Power to Gas - eine nachhaltige Alternative?" lautete
am 29. Oktober 2013 das erste Thema einer neuen Veranstaltungsreihe,
die von Oesterreichs Energie, der Interessenvertretung der
E-Wirtschaft und der FH Technikum Wien ins Leben gerufen wurde. Über
120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten einen informativen
Überblick über den Stand dieser Zukunftstechnologie und diskutierten
in Workshops und im Rahmen einer Abendveranstaltung das Thema "Power
to Gas".

Oesterreichs Energie ermöglicht es im Rahmen dieser Reihe,
österreichischen Studierenden an Workshops und Vorträgen hochrangiger
Experten aus dem Bereich der Elektrizitätswirtschaft teilzunehmen.
"Wir wollen mit unserem Partner, der FH Technikum Wien für die
Studierenden ein attraktives Zusatzangebot zu ihrer akademischen
Ausbildung ermöglichen, das direkt mit ihrem Curriculum
korrespondiert", erklärte Barbara Schmidt, Generalsekretärin von
Oesterreichs Energie. Speziell für die Studierenden der FH Technikum
Wien stehen die Vortragenden für Lectures in kleinen Gruppen zur
Verfügung, die eine intensive Diskussion der jeweiligen Materie
ermöglichen. Im Anschluss an die Lectures wendet sich eine
Publikumsveranstaltung mit den Vortragenden im größeren Rahmen an
einen weiteren Interessentenkreis. Auswahl der Veranstaltungsthemen
und der Referenten erfolgen, angepasst an Studieninhalte, in enger
Abstimmung gemeinsam durch FH Technikum Wien und Oesterreichs
Energie.

Für die Studierenden bietet die Veranstaltungsreihe einen
Zusatznutzen, der direkt verwertbar ist. Hubert Fechner, Leiter des
Instituts für Erneuerbare Energie an der FH Technikum: "Diese
Kooperation ist uns deshalb wichtig, weil damit ganz aktuell die
großen Veränderungen im Energiebereich adressiert werden können.
Lehre muss dynamisch sein, um der Dynamik der Entwicklung dieser
Branche folgen zu können. Wir freuen uns daher besonders, mit den
Lectures den Zusammenhang zwischen Lehre und der aktuellen
Entwicklung in der Energiewirtschaft präsentieren zu können." Im
Rahmen der Kooperation sind zwei Viktor Kaplan-Lectures jährlich
geplant. Moderiert und begleitet werden die Veranstaltungen von der
Tageszeitung "Die Presse".

Erste kommerzielle Power-to-Gas-Anlage als Musterbeispiel

Als Musterbeispiel für die Zukunftstechnologie Power to Gas
präsentierte Dipl.-Ing. Stephan Rieke, Leiter Vertrieb, CCO der
ETOGAS GmbH Konzept, Technik und wirtschaftliche Grundlagen der
ersten kommerziellen Power-to-Gas-Anlage, die ETOGAS mit dem
Launch-Kunden Audi AG im Juni dieses Jahres eröffnete. Das Audi
"e-gas"-Projekt mit einer Leistung von 6,3 MW geht derzeit in den
Vollbetrieb und "verwandelt" überschüssigen Strom aus erneuerbaren
Energien mittels Elektrolyse und Methanisierung unter Verwendung von
CO2 aus Rohbiogas in "erneuerbares Methan". "e-gas"-Fahrzeuge sind
damit genauso umweltfreundlich wie batteriebetriebene
Elektrofahrzeuge, die mit Windstrom geladen werden. Der zweite
Referent der Viktor Kaplan-Lecture, Dipl.-Ing.(FH) Frank Schünemeyer,
Leiter des Hessischen Biogas-Forschungszentrums (HBFZ), Fraunhofer
IWES geht in seinem Referat auf die Rolle von Power to Gas in einem
zukünftigen regenerativen Energiesystem ein. Strom wird dabei zu
Primärenergie, die in naher Zukunft nur regional in größerem Umfang
anfällt. Im europäischen Kontext sind für die Methanerzeugung
nutzbare Stromüberschüsse vorerst nur bei kurzfristigen Überschüssen
nutzbar, bis 2030 allerdings sind häufigere Überschüsse zu erwarten.
Der Gesamtwirkungsgrad der Umwandlungskette von Ökostrom über
Biomethan zur erneuten Stromproduktion beträgt laut Rieke 35 bis 40
Prozent, bei Abwärme-Nutzung können 50 bis 60 Prozent erreicht
werden. Auch Biogasanlagen könnten in einem künftigen
Power-to-Gas-System eine wichtige Rolle übernehmen.

Wichtige Ergänzung bestehender Speicherlösungen

Oesterreichs Energie sieht das Thema Power to Gas als wichtige
Ergänzung bestehender Speicherlösungen in einem zukünftigen System
der Elektrizitätsversorgung, das weitgehend auf erneuerbaren Energien
aufbauen soll. Schmidt: "Das Aufkommen der Primärenergieträger Wind
und Sonne unterliegt zeitlich starken Schwankungen. Je weiter die
Stromproduktion aus diesen Quellen ausgebaut wird, desto größer
werden die Herausforderungen, die zeitweilig auftretenden
Erzeugungsüberschüsse im Stromnetz zu integrieren und desto
schwieriger wird es werden, in Zeiten zu geringen Aufkommens
Ausgleich zu schaffen." In einer Studie für die "Energieinitiative
der Alpenländer", die von Oesterreichs Energie initiiert wurde, zeigt
sich deutlich, dass die aktuell installierten Pumpspeicherkapazitäten
schon bald überfordert sein dürften. Selbst wenn alle derzeit
geplanten Vorhaben verwirklicht werden, öffnet sich ab 2020 eine
zunehmende Lücke zwischen Bedarf und installierter Leistung. Power to
Gas könnte daher, wenn die Systeme großtechnisch ausgereift sind, für
die Langzeitspeicherung elektrischer Energie genutzt werden und so
auch den Umstieg auf erneuerbare Energien unterstützen.

Download der Unterlagen:
Die Unterlagen zu den Vorträgen der Viktor Kaplan-Lectures finden sie
unter:
http://oesterreichsenergie.at/veranstaltungen/victor-kaplan-lectures/
die-downloads-zur-1-viktor-kaplan-lecture.html

Die Fotos zur Veranstaltung:
http://www.flickr.com/photos/oesterreichs_energie/sets/

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