• 25.10.2013, 12:31:02
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Metallbeschäftigten drohen unter dem Deckmantel der Flexibilisierung 620 Euro Verlust

Linz (OTS) - Das aktuelle Angebot der Wirtschaftsseite in der
Maschinen- und Metallwarenindustrie liegt nach wie vor nicht über der
Inflationsrate. Und unter dem Deckmantel der Flexibilisierung würde
durch den Wegfall von Zuschlägen für Mehrstunden ein Arbeitnehmer
bzw. eine Arbeitnehmerin im Mittel rund 620 Euro im Jahr verlieren.

Auch die jüngste Befragung der Betriebsräte/-innen durch das
Institut für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (ISW) zeigt
deutlich, dass die Arbeitnehmer/-innen in der Metallbranche bereits
maximale Flexibilität zeigen: 90 Prozent der Betriebsratsvorsitzenden
sprechen von einem hohen Arbeitsvolumen, laut zwei Drittel der
Befragten werden in den Betrieben Überstunden gemacht. 94 Prozent
sagen, dass die Arbeit in ihrem Betrieb von hohem Termin- und
Zeitdruck geprägt ist.

Der Gewerkschaftslohnforderung von 3,4 Prozent bzw. mindestens 100
Euro steht ein Angebot von nur 2,3 Prozent gegenüber. Das würde genau
die Inflationsrate der letzten zwölf Monate abgelten. Von einer
echten Lohnerhöhung kann also keine Rede sein. Die von den
Arbeitgeber/-innen geforderte "Flexibilisierung" bedeutet nichts
anderes als Verschlechterungen bei der Arbeitszeit und den Wegfall
von Zuschlägen.

Konkret sieht die Arbeitgeber-Forderung ein Zeitkonto vor, das
Zeitschulden und Zeitguthaben von minus 167,4 bis plus 167,4 Stunden
ermöglicht. Mehrstunden sollen ohne jeden Zuschlag auf das Konto
verbucht werden. Es soll dabei um die neunte Stunde gehen, die bisher
mit 25 Prozent Zuschlag abzugelten ist.

Wird diese Regelung auf den gesamten Wirtschaftsbereich
"Warenherstellung" angewandt, bedeutet das - bezogen auf die
Überstundenleistung 2012 -, dass fast die Hälfte der
durchschnittlichen Überstundenleistung nicht mehr als solche
abgegolten wird. Arbeitnehmer/-innen würden 167 Stunden quasi vorab
leisten, ohne dafür bezahlt zu werden. Berechnet mit dem
Medianstundenverdienst in der Produktion, geben die
Arbeitnehmer/-innen dem Unternehmen damit einen Gratiskredit von etwa
2500 Euro im Jahr. Selbst wenn alles wieder 1:1 ausgeglichen wird,
bleibt für die betroffenen Arbeitnehmer/-innen pro Kopf ein Verlust
von rund 620 Euro im Jahr!

Schon jetzt werden 17 Prozent des Überstundenvolumens in der
Warenherstellung gar nicht bezahlt, das entspricht einer Summe von
200 Millionen Euro. "Überstunden müssen abgebaut und korrekt bezahlt
werden", fordert deshalb AK-Präsident Kalliauer erneut eine
Überstunden- und Mehrarbeitsabgabe von einem Euro pro Überstunde für
die Unternehmen.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKO

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