• 25.10.2013, 11:25:37
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FMK-Podiumsdiskussion: Wie viel Breitband braucht Österreich?

Unisono scharfe Kritik am Auktionsdesign der RTR

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/4754 Im Bild
v.l.n.r.: Alfred Ruzicka, Breitbandbüro BMVIT; Jan Trionow,
Präsident FMK und CEO Hutchison Drei Austria GmbH; Hannes
Ametsreiter, Generaldirektor A1 und Telekom Austria Group; Andreas
Bierwirth, CEO T-Mobile Austria GmbH; Thomas Arnoldner, CEO
Alcatel-Lucent Austria AG; Walter Leiss, Generalsekretär
Österreichischer Gemeindebund

Utl.: Unisono scharfe Kritik am Auktionsdesign der RTR =

Wien (OTS) - Die Breitbandstrategie 2020 der österreichischen
Bundesregierung fordert mindestens 100 Mbit/s
Übertragungsgeschwindigkeit in ganz Österreich.

Diese Vorgabe wurde gestern, 24.10.2013, von den Spitzen der
österreichischen Mobilfunkindustrie anlässlich der
FMK-Podiumsdiskussion diskutiert.

Jan Trionow, Präsident FMK und CEO Hutchison Drei Austria GmbH,
meinte dass der Ausbau von Glasfaser-Technologie in Österreich in
absehbarer Zukunft flächendeckend nicht realisierbar sei. "Deswegen",
so Trionow weiter, " fällt LTE eine besondere Bedeutung bei der
ländlichen Versorgung mit Breitband-Internetzugängen zu." Er
erinnerte daran, dass heute mehr Bürgermeister eine verbesserte
Versorgung forderten, als es Bürgerinitiativen gegen den Bau von
Mobilfunkstationen gäbe. Trionow übte auch Kritik an den von der
Politik geschaffenen Bedingungen, die für die Entwicklung der
Mobilfunkindustrie besonders kontraproduktiv wären. Ein besonders
krasses Beispiel dafür seien etwa die verpflichtenden Papierrechungen
für einen Industriebereich, der die Digitalisierung vorantreiben
soll.

Auch betreffend Förderungen müsse mit Bedacht vorgegangen werden,
denn die können sich auch wettbewerbsverzerrend auswirken. Trionow:
"Es kann nicht sein, dass man dem Mobilfunk durch die Frequenzauktion
zwei Milliarden entzieht um dann Geld ins Festnetz zu stecken."

Hannes Ametsreiter, Generaldirektor A1 und Telekom Austria Group,
betonte, dass die Gesellschaft immer mobiler werde und daher überall
die beste Versorgung mit Breitband wolle. Um dies zu gewährleisten,
sei dafür eine Kombination aus leistungsfähigem Festnetz und einer
flächendeckenden Mobilfunkversorgung am besten geeignet. Ametsreiter
weiter: "Die zu Ende gegangene Auktion hat in Österreich einen
Europa-Rekordpreis erzielt. Das Auktionsformat hat der
österreichischen Mobilfunkindustrie die höchsten Ausgaben für
Frequenzen beschert. Das ist ein Negativrekord, aus dem wir nun das
Beste machen müssen, da Österreich im Bereich der digitalen
Infrastruktur, insbesondere im ländlichen Raum, einiges aufzuholen
hat. Wir sind heute so aufgestellt, dass wir es auch wieder schaffen
können, uns an die Spitze zu setzen. Betreffend der Förderungen bin
ich der Überzeugung, dass sie technologie-neutral eingesetzt werden
sollen."

Andreas Bierwirth, CEO T-Mobile Austria GmbH: "Benutzer brauchen
je nach ihren Bedürfnissen unterschiedliche Bandbreiten, darum sind
Ausbauziele auch differenziert zu betrachten. Industriegebiete werden
beispielsweise nicht ohne Glasfaser auskommen, die breite Versorgung
für die Bevölkerung erreicht man allerdings nur mit Mobilfunk. Es ist
daher nicht realistisch und auch wirtschaftlich nicht sinnvoll, eine
Glasfaser-Versorgung bis zu den Endverbrauchern flächendeckend
auszubauen. Wer Breitband flächendecken will, muss den Mobilfunk
forcieren."

Bierwirth übte in der Folge scharfe Kritik am Auktionsdesign,
dass, wie er meinte, so gestaltet war, dass man nicht nur um die
Frequenzen, sondern schlichtweg um den Fortbestand des Unternehmens
bieten musste.
In diesem Punkt herrschte unter den drei Unternehmensvertretern
Einigkeit.

Walter Leiss, Generalsekretär Österreichischer Gemeindebund,
meinte, dass im ländlichen Raum schon in den Bereichen Strassen- und
Schieneninfrastruktur gespart werde. Deshalb sei es umso wichtiger,
die Chance zum Ausbau des österreichischen Breitbandnetzes zu nutzen.

Thomas Arnoldner, CEO Alcatel-Lucent Austria AG: "Breitband ist zu
einer Basis-Infrastruktur des Standorts Österreich geworden, die
flächendeckend, ähnlich wie Straßen, Strom und Wasser behandelt
werden muss: In Ballungsräumen stärker ausgebaut und in Randgebieten
eine adäquate und stabile Grundversorgung. So wird die gesamte
Bevölkerung fair behandelt und erhält Zugang zu gefragten und
zukünftigen Diensten wie Video, e-health, Teleworking oder
e-education."

Alfred Ruzicka, Breitbandbüro BMVIT: "Breitband ist als
Gesamtkonzept zu verstehen. Wir sind schon heute in vielen kleinen
Teilbereichen an der Spitze. Daher sind wir in der Lage, dass sich
Österreich in Zukunft auch als IKT-Nation einen Namen machen kann.
IKT "Made in Austria", soll ein Qualitätsmaßstab werden."
Auf die Publikumsfrage, ob mit der zugesicherten Förderung in Höhe
der "Hälfte des Auktionserlöses auch tatsächlich eine Milliarde"
gemeint sei, konnte Ruzicka aufgrund der laufenden Regierungsbildung
nicht eindeutig antworten.

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/4754

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