- 23.10.2013, 09:41:06
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200.000 ÖsterreicherInnen leiden regelmäßig an der Herbst-Winter-Depression
Kongress der World Psychiatric Association von 27.-30.10. in Wien
Utl.: Kongress der World Psychiatric Association von 27.-30.10. in
Wien =
Wien (OTS) - Rund 200.000 ÖsterreicherInnen leiden an einer
regelmäßig in der dunkleren Jahreszeit wiederkehrenden
Herbst-Winter-Depression. Das ist das Ergebnis einer
epidemiologischen Studie an der Universitätsklinik für Psychiatrie
und Psychotherapie der MedUni Wien. Die Ursachen dieser
Regelmäßigkeit sind bisher ungenügend erforscht. In Kooperation von
Psychiatrie, Nuklearmedizin und Radiologie an der MedUni Wien möchte
man nun eine der Ursachen mit Hilfe der
Positronen-Emissions-Tomographie (PET) entschlüsseln.
Ziel der Untersuchungen ist der Einfluss der Lichtexposition auf das
Enzym Monoaminooxidase A (MAO A), das bei Normalfunktion dazu
beiträgt, Serotonin, Dopamin und Noradrealin geregelt abzubauen.
Diese biochemischen Neurotransmitter im menschlichen Gehirn helfen
grundsätzlich mit, Informationen zwischen den Nervenzellen an den
Synapsen zu übertragen. Der gesamte Informationsaustausch nimmt nur
wenige Millisekunden in Anspruch. Danach wird der Neurotransmitter
(Serotonin, Dopamin und Noradrealin) entweder abgebaut oder zur
Nervenzelle zurücktransportiert und wieder aufgenommen.
Die ForscherInnen nehmen an, erklärt Dietmar Winkler von der
Spezialambulanz für Winterdepression an der Universitätsklinik für
Psychiatrie und Psychotherapie der MedUni Wien, dass dieses
funktionelle Gleichgewicht bei Menschen mit Herbst-Winter-Depression
gestört ist und dass das Enzym MAO A bei Lichtmangel vermehrt
ausgeschüttet wird. Damit würde der Abbau der Neurotransmitter
angekurbelt und ihre Aktivität verringert werden, das wirkt sich
negativ auf den Informationsaustausch an den Synapsen aus.
Die Positronen-Emissions-Tomographiemessungen werden mit einem für
Monoaminoxidase A hoch spezifischen Radioliganden durchgeführt.
Dadurch sollen Erkenntnisse über die Auswirkungen des Lichtmangels
auf die MAO A gewonnen werden - mit dem Ziel, mögliche neue
Therapieansätze der Herbst-Winter-Depression aufzuzeigen.
Multidisziplinäre Zusammenarbeit an der MedUni Wien
Die aktuelle, vom Wissenschaftsfonds FWF geförderte Studie ("Einfluss
der Lichtexposition auf die zerebrale MAO A bei saisonal abhängigen
Depressiven") schließt 24 ProbandInnen mit saisonal abhängiger
Depression und 24 vergleichbare Gesunde ein. Je zwölf in jeder Gruppe
werden randomisiert drei Wochen lang mit Lichttherapie behandelt, die
andere Hälfte bekommt eine Placebo-Lampe. Gleichzeitig bekommen die
ProbandInnen tragbare Photometer ans Handgelenk, die die
Lichtexposition messen. Zusätzlich werden Blut-Proben für eine
DNA-Analyse entnommen. Die PET-Untersuchung wird zu drei
verschiedenen Zeitpunkten durchgeführt: zweimal im Winter vor und
nach Lichttherapie sowie im darauffolgenden Sommer.
Die Studie wird als multidisziplinäre Zusammenarbeit zwischen
Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Leiter:
Siegfried Kasper, Studienleiter: Dietmar Winkler und Rupert
Lanzenberger) und Universitätsklinik für Radiologie und
Nuklearmedizin, Klinische Abteilung für Nuklearmedizin (Leiter:
Marcus Hacker, Studienleitung: Wolfgang Wadsak, Markus Mitterhauser)
durchgeführt. Kontaktmöglichkeit für betroffene PatientInnen an der
MedUni Wien: +43/1/40 400 - 73 882 oder E-Mail:
[email protected].
Service: Kongress der World Psychiatric Association (WPA) in Wien
Von 27. bis 30. Oktober 2013 findet im Austria Center Vienna der
WPA-Kongress statt. Unter anderem referieren dort die MedUni
Wien-Experten Siegfried Kasper und Rupert Lanzenberger. Detaillierte
Infos und Programm: www.wpaic2013.org.
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