• 23.10.2013, 08:49:34
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Aufregung und Kränkung als eine der Ursachen für das Ableben von Anthony Stephen Felsövanyi

Unverständliche Vorgangsweise seitens der neu gegründeten Klimt-Stiftung

Utl.: Unverständliche Vorgangsweise seitens der neu gegründeten
Klimt-Stiftung =

Wien (OTS) - Vor kurzem wurde die Errichtung einer sogenannten
Klimt-Stiftung in Wien bekannt, deren Hintergrund in den Medien und
unter Fachleuten sehr kritisch betrachtet wird. Dass sich hier aus
moralischer und menschlicher Sicht ein Abgrund auftut, der bis in die
Nazi-Zeit zurückreicht, ist sicher den wenigsten bewusst. Anthony
Stephen Felsövanyi hatte wohl noch erwartet, eine Entschädigung für
das in der NS-Zeit entzogene Gustav Klimt Portrait seiner Mutter
Gertrud Loew (Felsövanyi) zu erhalten. Mit der Einverleibung dieses
Bildnisses in die neu gegründete Klimt-Stiftung musste jede Hoffnung
des mittlerweile 99 jährigen Erben, einem der letzten Überlebenden
des Holocaust, schwinden. Eine ehrliche Mithilfe bei der Forschung
nach den Umständen der Entziehung war ja durch die Klimt-Stiftung
nicht mehr zu erwarten, im Gegenteil wurden nun Forderungen nach
"Beweisen" gestellt, die nach mehr als 80 Jahren in der Form offenbar
nicht erfüllbar waren.

Tragisch ist, dass bis vor kurzem eine Entschädigung zum Greifen nahe
war, da die notwendigen Mittel aus dem Verkauf der "Wasserschlangen"
verfügbar waren. Aus Gründen, die der IKG nicht bekannt sind, ist
eine notwendige Verschränkung des Verkaufs der "Wasserschlangen" mit
der Entschädigung an Herrn Felsövanyi unterblieben; ein Übersehen zu
Lasten eines 99 jährigen Holocaust Zeitzeugen. Diese, man muss schon
sagen, grausame Vorgangsweise durch die sogenannte Klimt-Stiftung und
allen daran Beteiligten, ist nicht nachvollziehbar und erfüllte wohl
nicht nur Herrn Felsövanyi mit Bitterkeit.

Wie die Erfahrungen mit der Leopold-Stiftung immer wieder zeigen,
verheißt eine Einrichtung wie nun die Klimt-Stiftung, deren
Initiatoren gut bekannt sind, nichts Gutes für die jeweiligen Erben
von während des Nationalsozialismus entzogenen Kunstwerken. Man kann
im Falle der Klimt-Stiftung den Erben von Herrn Felsövanyi nur
wünschen, dass sie für dieses herausragende Werk von Gustav Klimt
eine entsprechende Entschädigung erhalten. Anthony Stephen Felsövanyi
wollte - unter den gegebenen Umständen - eigentlich, dass das
Portrait in die Sammlung der Österreichischen Galerie Belvedere
aufgenommen und damit der Öffentlichkeit zugänglich wird. Zu seinem
Tod hatten sicher die Aufregung und die mit dem würdelosen Umgang mit
seiner Familiengeschichte verbundene Kränkung beigetragen.

Erika Jakubovits
Executive Direktor des Präsidiums
Israelitische Kultusgemeinde Wien

Oskar Deutsch
Präsident
Israelitische Kultusgemeinde Wien

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