• 15.10.2013, 16:58:24
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MAK FASHION Lab #02: SCIENTIFIC SKIN feat. Bare Conductive

MAK-Ausstellungsreihe wird mit einer von Bare Conductive in Zusammenarbeit mit Fabio Antinori und Alicja Pytlewska entwickelten Installation fortgesetzt

"Contours", Bare Conductive in collaboration with
Fabio Antinori and Alicja Pytlewska. Interactive Installation, 2013

Utl.: MAK-Ausstellungsreihe wird mit einer von Bare Conductive in
Zusammenarbeit mit Fabio Antinori und Alicja Pytlewska
entwickelten Installation fortgesetzt =

Wien (OTS) - In Fortsetzung der Reihe "MAK FASHION Lab" wird der MAK
DESIGN SPACE erneut zum Experimentierfeld und Testlabor für
intelligente Textilien und neue Technologien. "SCIENTIFIC SKIN feat.
Bare Conductive" (30. Oktober 2013 - 12. Jänner 2014), die bisher
zweite von Sabine Seymour, Fashion Technologist, und Thomas Geisler,
Kustode der MAK-Sammlung Design, kuratierte Intervention, gibt
Einblicke in zukunftsweisende Designentwicklungen der
wissenschaftlichen und technischen Manipulation von Haut und ihrer
visionären Anwendung als synthetische Erweiterung des Körpers.
"Technologien bereichern die kognitiven Eigenschaften der
menschlichen Haut wie auch von Textilien, die als zweite Haut gelten,
und die sich nun mit Hilfe von Sensor- und Aktuator-Technologien
erweitern lassen", erklärt die Gastkuratorin den derzeitigen
Forschungsstand.

Um die bisweilen abstrakten Entwicklungen für die BesucherInnen
erlebbar zu machen, wurde das Londoner Design- und Entwicklungslabor
Bare Conductive eingeladen, gemeinsam mit KünstlerInnen und
DesignerInnen aus seinem Umfeld eine raumgreifende Intervention zum
Thema "Scientific Skin" zu entwickeln. In Zusammenarbeit mit Fabio
Antinori und Alicja Pytlewska entstand die aus interaktiven
Tapisserien bestehende Installation "Contours", die auf Bewegung in
unmittelbarer Nähe reagiert und gleichsam als Metapher für die
Belebung der "zweiten Haut" mittels Technologie zu lesen ist.
Herzstück der Bildteppiche sind Sensoren, sogenannte Bare Conductive
Touch Boards, die in ein synthetisches Trägergewebe eingearbeitet
sind.

Eine bloße Handbewegung an der mit einer elektrisch leitenden
Farbe überzogenen Oberfläche bringt die Detektoren, die auf Basis der
Veränderung von Energiekapazitäten reagieren, zur Auslösung. Als
Rückkoppelung verändert sich ein speziell für die Installation
entwickelter Raumklang, wie er in medizinischen Studien verwendet
wird, um die Beziehung von Wissenschaft und Körper zu vermitteln.

Für die Gestaltung der riesigen Tapisserien ließ sich das
Designteam von den geometrisch-abstrakten Gestaltungsprinzipien von
KünstlerInnen der Wiener Werkstätte wie Mathilde Flögl, Josef
Hoffmann, Maria Strauss-Likarz und Dagobert Peche inspirieren. Dabei
kombinierte es die von Bare Conductive entwickelte, leitfähige Farbe
mit herkömmlichen Siebdruckverfahren. Die entstandene Ornamentik
verknüpft die Bildteppiche zu riesigen Sensoren, die auf die Signale
aus der Umgebung reagieren.

Ergänzend zur zentralen Installation "Contours" geben
Videoarbeiten einen Einblick in die aktuelle wissenschaftliche und
künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema des zweiten "MAK
FASHION Lab". Während etwa die konzeptuellen Videoarbeiten "Skin
Sucka" (2011) von Studio XO oder das Video "Swallowable Parfum"
(2011) von Lucy McRae die Frage aufwerfen, ob wir die biologischen
Eigenschaften unserer menschlichen Haut ändern oder gar
neuprogrammieren wollen, geben die Arbeiten "Future Farm" (2007) von
Michael Burton sowie "Expanded Self" (2012) und "Metabodies" (2013)
von Sonja Bäumel Einblicke in die künstlerische Umsetzung
wissenschaftlicher Forschung über die Mikrobiologie am Körper.

Die Werke der Designerin Amy Congdon, darunter "Quanticare"
(2012), laden auf einen Exkurs in die "synthetische Biologie", ein
laut Wissenschaftshistoriker Luis Campos erst nach dem Ende des 20.
Jahrhunderts geprägter Begriff. Die Sichtweise dieses neuen
Wissenschaftszweigs wurde wesentlich von der amorphen
Datenverarbeitung beeinflusst, die künstliches Leben, Informatik und
Bioinformatik integriert. Als eine der ersten Forschungsstätten
weltweit setzte sich schließlich das Computer Science and Artificial
Intelligence Laboratory (CSAIL) am MIT (Massachusetts Institute of
Technology) mit den komplexen technologischen Implikationen der
synthetischen Biologie auseinander. "Noch vor einem Jahrzehnt schien
epidermale Elektronik, die sich direkt auf die Haut anbringen lässt,
unmöglich zu sein, heute wird sie bereits weltweit in
Forschungslabors verwirklicht und birgt immense Potenziale, wie etwa
die medizinische Überwachung des menschlichen Körpers mittels
Sensoren", erläutert Seymour die Bedeutung der interdisziplinären
Forschung in Bezug auf die Entwicklung intelligenter Materialien, die
in Erweiterung der Ausstellung auf dem MAK Blog fashion.MAK.at
begleitend diskutiert wird.

Den zum Teil künstlerisch-hypothetischen, auf hochtechnischer und
wissenschaftlicher Forschung basierenden Filmarbeiten werden
handwerkliche Material-Experimente des Avantgarde-Modedesigners Carol
Christian Poell, dessen Spezialarchiv Teil der MAK-Sammlung ist,
gegenübergestellt. Die präsentierten Lookbooks und Objektfotografien
von Kleidung und Accessoires aus transparent gegerbter oder mit
Stierblut gefärbter Tierhaut zeigen eine kontinuierliche
Auseinandersetzung mit dem Thema "Haut" in seinen Kollektionen.

Möglichkeit zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema des
MAK FASHION Lab #02 bietet der Workshop departure/MAK d>lab.07 "The
Body As Actuator" mit Matt Johnson von Bare Conductive und Sabine
Seymour (30. Oktober 2013, 10:00 bis 18:00 Uhr), der im Rahmen der
Reihe design> neue strategien, einer Kooperation von MAK und
departure - Die Kreativagentur der Stadt Wien organisiert wird. Die
Teilnahme ist kostenlos und auf max. 20 Personen beschränkt. Die
Anmeldung ist bis 23. Oktober 2013 an [email protected] möglich.

Sabine Seymour ist Fashion Technologist und Leiterin des
Fashionable Technology Lab an der Parsons The New School for Design
in New York, Co-Vorsitzende des von der Rockefeller-Stiftung
geförderten Projekts Computational Fashion am Eyebeam Art+Technology
Center in New York. Sie ist Gastprofessorin an der Aalto University
in Helsinki und Chief Creative Officer ihres eigenen Unternehmens
Moondial in New York und Österreich.
moondial.com

Matt Johnson ist Techno-Designer und Mitbegründer des Design
Studios Bare Conductive in London. Der Fokus seiner Arbeit liegt auf
der Entwicklung und Herstellung von elektrisch leitfähigen
Materialien. Er erfand Bare Paint, die erste nicht-toxische
leitfähige Farbe, die ideal für Prototyping und das Experimentieren
und Lernen mit Elektronik ist.
bareconductive.com

Fabio Lattanzi Antinoris Arbeit beschäftigt sich aus einer
sozialen, historischen und kulturellen Perspektive mit dem Individuum
und der Gruppe, wobei sein Schwerpunkt auf Systemen der
Unternehmenswelt, der postmodernen Gesellschaft und der Massenkultur
mit spezieller Berücksichtigung der Rolle von Daten liegt.
fabiolattanziantinori.com

Alicja Pytlewska lebt als Designerin und Buchillustratorin in
London und arbeitet in einer Vielzahl von Disziplinen. Sie ist
Absolventin des Royal College of Art und arbeitet an den Grenzen von
Kunst, Design und Technologie. Insbesondere interessiert sie sich für
Benutzerschnittstellen.
studioala.me

Pressefotos stehen unter MAK.at/presse zum Download bereit.

PRESSEDATEN
MAK FASHION Lab #02
SCIENTIFIC SKIN feat. Bare Conductive
in collaboration with Fabio Antinori + Alicja Pytlewska

Eröffnung: Dienstag, 29. Oktober 2013, 19:00 Uhr
Ausstellungsort: MAK DESIGN SPACE, MAK, Stubenring 5, 1010 Wien
Ausstellungsdauer: 30. Oktober 2013 - 12. Jänner 2014
Öffnungszeiten: Di 10:00-22:00 Uhr, Mi-So 10:00-18:00 Uhr
Jeden Dienstag 18:00-22:00 Uhr Eintritt frei
Gastkuratorin: Sabine Seymour
Kurator Thomas Geisler, Kustode MAK-Sammlung Design
Wissenschaftliche Beratung: Barbara Karl, Kustodin MAK-Sammlung
Textilien und Teppiche; Heidemarie Caltik, Kustodin
MAK-Design-Info-Pool und Design-Spezialarchive
MAK-Eintritt: Euro 7,90 / ermäßigt Euro 5,50 / Familienkarte Euro 11
/ Eintritt frei für Kinder und Jugendliche bis 19

Mittwoch, 30. Oktober 2013, 10:00-18:00 Uhr
departure/MAK d>lab.07
"The Body as Actuator"
Workshop mit Matt Johnson/Bare Conductive und Sabine Seymour,
Gastkuratorin (in englischer Sprache)
MAK DESIGN SPACE / MAK-Säulenhalle

Mittwoch, 30. Oktober 2013, 17:00 Uhr
KünstlerInnen-/KuratorInnengespräch mit Matt Johnson/Bare Conductive,
Fabio Antinori, Alicja Pytlewska und Sabine Seymour, Gastkuratorin
(in englischer Sprache)
MAK DESIGN SPACE

Donnerstag, 21. November 2013, 17:00 Uhr
Kuratorenführung mit Thomas Geisler, Kustode MAK-Sammlung Design (in
deutscher Sprache)

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MAK

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