• 15.10.2013, 11:13:44
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Welternährungstag 2013: Ökosoziales Forum fordert mehr Bildung im Ernährungsbereich

Pro Kopf und Jahr landen 19 kg Lebensmittel im Müll

Utl.: Pro Kopf und Jahr landen 19 kg Lebensmittel im Müll =

Wien (OTS) - "Jedes Jahr werden rund 1,3 Milliarden Tonnen
Lebensmittel weltweit verschwendet oder verderben auf ihrem Weg
entlang der Wertschöpfungskette. Global betrachtet bedeutet das, dass
eine landwirtschaftliche Produktionsfläche, die eineinhalb mal so
groß ist wie die USA, jährlich völlig nutzlos bewirtschaftet wird",
stellte Stephan Pernkopf, Präsident des Ökosozialen Forums anlässlich
des morgigen Welternährungstages fest und fordert mehr Bildung im
Ernährungsbereich - insbesondere im Kindesalter -, um eine bessere
Wertschätzung für Lebensmittel zu vermitteln. ****

"Wir können nur gemeinsam gegen dieses Problem ankämpfen, denn
Lebensmittel werden entlang der gesamten Wertschöpfungskette
weggeworfen. Es darf nicht sein, dass hochwertige Lebensmittel
einfach im Müll landen. Es geht darum, gemeinsam Verantwortung zu
übernehmen und Ressourcen zu schonen. Wir müssen daher in allen
Bereichen den Hebel ansetzen, damit unsere Lebensmittel auf den
Teller kommen und nicht in die Mülltonne geworfen werden", betont
auch Umweltminister Niki Berlakovich.

Die Menge der auf dem Müll landenden Lebensmittel würde nach
Einschätzung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO)
ausreichen, um drei Milliarden Menschen zu ernähren. Allein in
Österreich landen pro Kopf und Jahr 19 kg Lebensmittel im Müll.
Jährlich wird im Schnitt in jedem österreichischen Haushalt Nahrung
im Wert von 300 Euro weggeworfen.

Fehlplanung beim Einkaufen als Hauptgrund

Laut einer Studie der Karmasin Motivforschung, die im Auftrag der
NÖ-Landesregierung durchgeführt wurde, gibt es verschiedene Gründe
weshalb Lebensmittel weggeworfen werden. Hauptursache ist die
Fehlplanung bei Einkäufen. Häufig wird zu viel eingekauft, wobei auch
gesundheitliche Bedenken, ein mobiler Lebensstil sowie Abwechslung
und der Konsum von Speisen auswärts eine Rolle spielen. Nicht
unerheblich wirken sich auch die Lockangebote in Supermärkten, die
immer größere Vorteilspackungen anbieten, auf das
Konsumentenverhalten aus. Immer stärker treten auch Qualität und
Geschmack in den Hintergrund, weil dem Kunden durch die Werbung eine
bestimmte "Schönheitsnorm" von Produkten anerzogen wurde. Viele
Lebensmittel, wie etwa Obst zweiter Klasse, landen nicht in der
Einkaufstasche, weil sie nicht der eingelernten Schönheitsnorm
entsprechen. "Wir müssen den Kindern von heute beibringen, Nahrung zu
schätzen, damit sie verantwortungsbewusste KonsumentInnen von Morgen
werden", so Pernkopf weiter.

Klug einkaufen und wenig wegwerfen

Ein bewusster Konsum heißt auch maßvoller Konsum. Es geht um
157.000.000 kg Essen, das in Österreich jedes Jahr weggeworfen wird.
Der Verfügbarkeit von Lebensmittel in der Zukunft kommt daher eine
besondere Bedeutung zu. Der intelligente Konsum ist zudem ein
wesentlicher Beitrag, um die Importabhängigkeit bei Lebensmitteln zu
verringern und gleichzeitig den Selbstversorgungsgrad zu erhöhen.

Stabilisierung der Regionen hat Vorrang

Eine wichtige Aufgabe im Zusammenhang mit dem Problem der
Lebensmittelverschwendung kommt der Entwicklungszusammenarbeit zu.
Denn nicht allein das Verhalten der KonsumentInnen und des Handels in
den Industriestaaten sind die Ursache für die Verschwendung von
Nahrung. Ein großer Teil der Lebensmittel wird in den
Entwicklungsländern bereits bei der Produktion, Lagerung und
Lieferung entsorgt. Die österreichische Entwicklungszusammenarbeit
hat als zentralen Aspekt die Ernährungssicherheit, die Bekämpfung des
Hungers und die Stärkung der landwirtschaftlichen Produktion. Eine
effektive Entwicklungszusammenarbeit muss vor allem die
Stabilisierung von Regionen durch den Aufbau von effizienten und
intakten Verwaltungen zum Ziel haben. Ein Großteil der armen
Bevölkerung lebt auf dem Land und kann dennoch nicht ausreichend
Nahrung produzieren. So etwa holt ein afrikanischer Kleinbauer im
Schnitt nur ein Zehntel der Ernte eines europäischen Bauern aus einem
Hektar Land. "Wichtig ist, dass die Projekte mit lokalen Partnern
umgesetzt werden. Damit ist garantiert, dass das Know-how aus der
Region genutzt und gestärkt wird und auch nachhaltig in der Region
bleibt", forderte Pernkopf abschließend.

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