- 14.10.2013, 09:00:43
- /
- OTS0014 OTW0014
Lohnstückkostenposition in der Warenherstellung 2012 trotz Konjunkturdelle stabil
Wien (OTS/WIFO) - Die Abschwächung der Konjunktur im Jahr 2012 hatte
eine Steigerung der Lohnstückkosten in der Herstellung von Waren zur
Folge. Diese Steigerung ergibt sich aus einer nahezu konstanten
Produktivität bei einem gleichzeitigen Anstieg der Arbeitskosten. Die
internationale Wettbewerbsposition relativ zum Durchschnitt aller
Handelspartner wie auch relativ zu Deutschland verbesserte sich 2012
aber dennoch leicht, weil sich die Produktivität bei den
Handelspartnern 2012 noch ungünstiger entwickelte. Die relative
Lohnstückkostenposition gegenüber den Handelspartnern ist ein
wichtiger Indikator für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der
Warenherstellung.
Nach der deutlichen Verbesserung 2010 (+9,4%) und 2011 (+6,6%)
wurde die Produktivität in der österreichischen Warenproduktion 2012
nur wenig gesteigert (+0,1%). Die Arbeitskosten erhöhten sich 2012
dagegen um 3,2%, ungefähr im gleichen Ausmaß wie im Jahr 2011
(+3,4%).
Zusammen bewirkten diese Entwicklungen einen Anstieg der
Lohnstückkosten um ungefähr 3%. Weil auch die Handelspartner und
Deutschland unter dem Einfluss der Wirtschaftskrise standen,
verschlechterte dieser Anstieg die internationale
Lohnstückkostenposition der österreichischen Warenproduktion nicht.
Die derzeit verfügbaren Daten zeigen im Gegenteil eine leichte
Verbesserung der österreichischen Lohnstückkostenposition 2012,
sowohl relativ zum Durchschnitt aller Handelspartner (+1,1%) als auch
zu Deutschland (+1,7%). Diese Entwicklung wurde durch den Rückgang
des nominell-effektiven Wechselkurses begünstigt. Im Jahr 2011 hatten
sich Österreichs Lohnstückkosten gegenüber den Handelspartnern um 2%
und gegenüber Deutschland um 0,8% verringert.
In einer längerfristigen Betrachtung sind in der Entwicklung der
preislichen Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Industrie
unterschiedliche Phasen festzustellen. Einer starken Verbesserung der
österreichischen Lohnstückkostenposition gegenüber dem Durchschnitt
aller Handelspartner in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre folgte in
den frühen 2000er-Jahren eine gegenläufige Entwicklung. Seit 2003
schwankt die relative Lohnstückkostenposition der österreichischen
Warenherstellung nur wenig, mit einem leichten Anstieg bis 2010 und
einem Rückgang 2011 und 2012.
Die günstige Entwicklung Österreichs gegenüber den Handelspartnern
in den letzten Jahren ist zu einem großen Teil auf die Entwicklung in
Deutschland zurückzuführen, dessen Außenwirtschaft mit einem Gewicht
von einem Drittel in die Berechnung eingeht. Sieht man von
Deutschland ab, dann verzeichneten die Handelspartner im EU-Raum eine
günstigere Lohnstückkostenentwicklung als Österreich. Das gilt
besonders für die von der Krise stärker betroffenen Länder.
Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht
9/2013 ( http://www.wifo.ac.at/wwa/pubid/46948 ).
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WFO






