• 14.10.2013, 08:30:32
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Die Halbwahrheiten des Fachverbands der Pensionskassen

Inserate und PR-Artikel auf Kosten der Anspruchsberechtigten gaukeln eine heile Welt vor

Utl.: Inserate und PR-Artikel auf Kosten der Anspruchsberechtigten
gaukeln eine heile Welt vor =

Wien (OTS) - Die FMA gab vor einigen Tagen bekannt, dass die
Pensionskassen im zweiten Quartal Verluste in der Veranlagung
verbuchten. Dass sie diese Zahlen erst zu einem Zeitpunkt
veröffentlicht, zu dem bereits die Daten des 3.Quartals vorliegen,
wirft ein bezeichnendes Bild darauf, wie diese Behörde ihrer
Aufsichtspflicht nachkommt. Tags darauf verkünden daher die
Pensionskassen einen Zugewinn im dritten Quartal. Und am Wochenende
davor wirbt der Fachverband der Pensionskassen in den Printmedien mit
Inseraten, die die heile Welt im Pensionskassensystem untermauern
sollen. Die darin verbreiteten Halbwahrheiten werden von den vielen
Marktteilnehmern, die das "System" des Pensionskassenwesens bei
derart widersprüchlichen Informationen endgültig nicht mehr verstehen
können, unkritisch übernommen.
Was heißen diese Meldungen wirklich, was bedeuten sie für die
Pensionskassenberechtigten? Sollte sich das Ergebnis von 3,2 % in den
ersten neun Monaten 2013 nicht in den drei Monaten bis zum Jahresende
noch mindestens verdoppeln, hat ein großer Teil der Bezieher einer
Pensionskassenpension 2014 wieder Kürzungen zu befürchten. Fast noch
schlimmer ist, dass für hunderttausende noch aktive
Pensionskassenopfer die künftige Anfangspension weiter schrumpft,
ohne dass sie das realisieren - es wird ihnen bewusst verschwiegen.
Denn es kann nicht oft genug wiederholt werden:
Pensionskassenpensionen können nur wie zugesagt - mit kleiner
Valorisierung - garantiert werden, wenn die erforderlichen 5 █ bis 8
% Ertrag alljährlich auf das eingezahlte Pensionskapital
erwirtschaftet werden. Und davon sind sie seit 1999, als die Masse
der Pensionsrückstellungen aus großen Unternehmen - reduziert um
unrealistische Zukunftserträge - in die Pensionskassen übertragen
wurden, weit entfernt. Die Folgen tragen ausschließlich die
Pensionsberechtigten. Die FMA bzw. ihre Vorgängerinstitution hat bis
Anfang 2004 für solche beitragsorientierten Verträge Rechenzinsen
bis zu 6,5% zugelassen bzw. stillschweigend genehmigt, obwohl es sich
bereits ab 2000 abzeichnete, dass damit reine Fantasiezinsen
erwartet, jedoch durch viele Jahre nicht realisiert wurden. Die
Pensionskassen haben seit 2000 durchschnittlich nur 2,5% Ertrag p.a.
erwirtschaftet: Eine Pension von 100 Euro im Jahr 2000 wurde bis 2013
nominell um die Hälfte gekürzt, kaufkraftbereinigt sogar um 60%.
Die Größenordnung des österreichischen Pensionskassendebakels wurde
kürzlich mit der Offenlegung der Kosten der Sanierung des
Pensionskassensystems in der Bundeskammer, also des Arbeitgebers des
Fachverbandes, publik gemacht. Ohne starke Absenkung der
Ertragserwartungen und vor allem hohen Nachschuss der Kammer wären
die Kammermitarbeiter und auch die Verfasser der Jubelstatistiken des
Fachverbandes um einen Großteil ihrer Pensionszusagen umgefallen.
Während hier mit Kammerpflichtbeiträgen für die eigenen Funktionäre
nachgeschossen wird, stellt sich die Zusatzpensionsentwicklung für
die ehemaligen Mitarbeiter anderer Unternehmen, also für
hunderttausende "Nicht-Privilegierte", so dar, wie die Grafik zeigt,
die alle Jubelmeldungen des Fachverbandes der Pensionskassen ad
absurdum führt:

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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