- 08.10.2013, 16:30:17
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Möbelproduktion: Leichter Rückgang im ersten Halbjahr, Export weiterhin schwach
Österreichische Möbelindustrie für Herkunftsnachweis
Utl.: Österreichische Möbelindustrie für Herkunftsnachweis =
Wien (OTS/PWK696) - Die Österreichische Möbelindustrie hatte das Jahr
2012 mit einem ordentlichen Produktionsplus von 4,4 Prozent auf 1,94
Mrd. Euro abgeschlossen und ging mit positiven Erwartungen ins erste
Halbjahr 2013. Diese Erwartungen erfüllten sich zwar nicht, jedoch
war die Entwicklung für die Österreichische Möbelindustrie mit einem
Produktionsrückgang von 0,5 Prozent noch vergleichsweise glimpflich.
Insgesamt wurden bis Jahresmitte Möbel im Wert von 891,4 Mio. Euro
produziert. "Nach einem schwachen ersten Quartal konnte die
Produktion im zweiten über Vorjahresniveau gesteigert werden", sagt
Georg Emprechtinger, Vorsitzender der Österreichischen
Möbelindustrie, "und angesichts der aktuellen Prognosen besteht
berechtigte Hoffnung, bis Jahresende weiter aufzuholen."
Denn für die gesamtwirtschaftliche Lage im Herbst ergibt sich im
deutsch-österreichisch-schweizerischen-Raum ein positives Bild: Alle
drei Volkswirtschaften rechnen noch in diesem Jahr mit einem
zumindest leichten Wachstum, das Schweizer Sekretariat für Wirtschaft
sogar mit 1,8 Prozent. In diesen drei Ländern wird darüber hinaus
2014 ein Anziehen der Konjunktur erwartet. Die private
Binnennachfrage ist gut, auch dank der nach wie vor niedrigen Zinsen.
Vor allem in Deutschland herrscht ein ausgesprochen gutes
Konsumklima. Die Bauwirtschaft ist dabei, den witterungsbedingten
Auftragsstau aus dem ersten Halbjahr abzuarbeiten. "Somit sollte sich
die Lage in unseren Kernmärkten bald deutlich erholen. Für den
gesamten Euroraum hat die EZB laut ihrem letzten Monatsbericht
ebenfalls ein Wachstum im kommenden Jahr prognostiziert", meint
Emprechtinger.
Sparten unterschiedlich betroffen
Der Produktionsrückgang bis zur Jahreshälfte in Österreich betraf mit
minus 18,5 Prozent auf knapp 107 Mio. Euro vor allem die Sparte
Sitzmöbel (und Teile dafür). Auch die Nachfrage nach Küchen war
geringer als im Vorjahr: Die Produktion ging um 4,5 Prozent auf etwa
119,4 Mio. Euro zurück. Alle anderen Sparten konnten sich verbessern:
Matratzen / Sprungrahmen um 9,7 Prozent (ca. 55,3 Mio. Euro),
Büromöbel um 4,0 Prozent (ca. 128 Mio. Euro), Wohnmöbel um 3,9
Prozent (ca. 389,3 Mio. Euro) und Ladenmöbel um 1,7 Prozent (ca. 92,6
Mio. Euro).
Exportsituation unbefriedigend
Die Exporte sanken gegenüber der ersten Hälfte des Vorjahrs um 7
Prozent oder knapp 31 Mio. Euro auf cirka 409 Mio. Euro. Dabei belief
sich der Rückgang in die EU-Staaten ähnlich wie bei den deutschen
Möbelherstellern auf 10,3 Prozent. Betroffen waren insbesondere
wieder die Sparten Sitzmöbel (-15,8 %) und Küchenmöbel (-9,7 %).
Büromöbel (-3,5 %) und Wohnmöbel (-1,9 %) erlitten leichte Verluste
im Exportgeschäft. Zulegen konnten die Sparten Ladenmöbel (4,3 %) und
Matratzen / Sprungrahmen (6,0 %). Beim Export erwies sich in der
ersten Jahreshälfte der für Österreich bedeutende deutsche Markt mit
einem Minus von 12,3 Prozent oder 24,3 Mio. auf rund 173 Mio. Euro
erneut als besonders problematisch. Hier waren bei den Sitzmöbeln
Einbußen von 27,9 und bei den Küchenmöbeln von 24,8 Prozent
hinzunehmen. Dagegen entwickelte sich das Auslandsgeschäft etwa in
der Schweiz mit einem Plus von 9,1 Prozent oder etwa 6 Mio. Euro auf
fast 71 Mio. Euro sehr erfreulich. Dieser im Hinblick auf Qualität
und Design anspruchsvolle Kernmarkt konnte demnach sehr erfolgreich
bearbeitet werden. Allein die Sparten Küchenmöbel (-11,9 %) und
Büromöbel (-1,3 %) haben von dieser Entwicklung nicht profitiert.
Zweistellige Exportzuwächse hingegen verzeichneten Laden- und
Wohnmöbel sowie Matratzen / Sprungrahmen. Unterschiedliche Tendenzen
gab es auf dem osteuropäischen Markt. Während die Exporte nach Polen
mit 21,2 Mio. Euro um - 15,4 % zurückgegangen sind, legte Ungarn
ordentlich zu (54,6 %) und hat mit rund 18 Mio. Euro die Ausfuhren
nach Italien übertroffen. Aktuell rangiert Italien mit knapp 15,7
Mio. Euro somit nur noch auf Platz fünf der wichtigsten Länder für
den österreichischen Möbelexport, was angesichts der dortigen
wirtschaftlich schwierigen und politisch unruhigen Situation nicht
weiter verwundert. Doch immerhin konnten die Ausfuhren nach Italien
insgesamt um 2,7 Prozent zulegen.
Importe leicht rückläufig
Die Möbelimporte gingen gegenüber dem ersten Halbjahr 2012
insgesamt um 2,5 Prozent auf insgesamt rund 841 Mio. Euro leicht
zurück. Zugenommen hat entgegen dem allgemein rückläufigen Trend die
Einfuhr von Küchenmöbeln (7,9 %), Büromöbeln (6,9 %) und
Matratzen/Sprungrahmen (3,7 %). Aus Deutschland wurden Möbel im Wert
von gut 435 Mio. Euro eingeführt. Das entspricht einem Rückgang von
3,2 Prozent. Küchenmöbel allerdings legten um 8,5 und Büromöbel um
1,1 Prozent zu. Mit einem Minus von 10,9 Prozent auf knapp 70 Mio.
Euro importierte Österreich deutlich weniger Möbel aus China, was als
positives Signal zu werten ist. Auch wenn das Land noch immer einen
Anteil von über acht Prozent am gesamten Möbelimport hält (fast
gleich auf liegt Polen mit 68,4 Mio. Euro (+0,9 %)), generiert sich
der Wettbewerbsdruck im Import jedoch vor allem aus den
Qualitätsmärkten.
Vertrauen in Stärken und Partnerschaft
Die Österreichische Möbelindustrie ist überwiegend mittelständisch
geprägt. Die Unternehmen sind technisch innovativ und genießen auch
im Design internationale Anerkennung. Gegenüber ihren Handelspartnern
bringen sie als besondere Stärken ihre Flexibilität und
Zuverlässigkeit ein. "Österreichische Möbel liegen aufgrund ihres oft
handwerklichen Ursprungs im Trend und erfüllen den Wunsch vieler
Verbraucher nach solider Qualität", sagt Emprechtinger. "Ein
Herkunftsnachweis für Möbel, über den das Europäische Parlament
demnächst entscheiden soll, würde die Transparenz für den Verbraucher
erhöhen. Deshalb unterstützen wir diesen Vorschlag der Kommission,
wie es auch andere nationale Möbelverbände aktiv tun. Dem Handel
bietet sich mit einem solchen Nachweis die Chance, wieder verstärkt
die Qualität und Nachhaltigkeit in den Vordergrund zu stellen. Dabei
bilden gut gepflegte Marken eine weitere Stütze für den erfolgreichen
Abverkauf jenseits der reinen Preisargumentation. Denn
Markentransparenz und Verbraucherinformation über die Herkunft und
Entstehungsgeschichte von Möbeln schaffen Vertrauen." (BS)
Die Österreichische Möbelindustrie ist eine Berufsgruppe des
Fachverbandes der Holzindustrie und somit eine Teilorganisation der
Wirtschaftskammer Österreich. Zu ihr zählen 47 Betriebe mit rund
6.700 Mitarbeitern. Die überwiegende Anzahl dieser Unternehmen sind
mittelständische Betriebe, die sich in privater Hand befinden.
Österreichische Möbelhersteller stehen mit ihren Produkten für hohe
Qualität, traditionelles Handwerk, modernste Präzisionstechnik,
ökologische Verantwortung und ein Möbeldesign, das durch
künstlerische Strömungen im ureigenen Land entstanden ist.
www.moebel.at
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