- 08.10.2013, 14:56:22
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Kukacka: 75 Jahre "Rosenkranzfest": AKV hat aus der Geschichte gelernt
Ja zur Aufnahme syrischer Christen Erwartungen an österreichische Muslime
Utl.: Ja zur Aufnahme syrischer Christen Erwartungen an
österreichische Muslime =
Wien (OTS) - Die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV)
veranstaltete gestern im vollen Stephansdom nach einer bewegenden
Predigt von Erzbischof Kardinal Schönborn unter dem Titel "75 Jahre
Rosenkranzfest - Christenverfolgung gestern und heute" eine
Bedenkveranstaltung gemeinsam mit dem Karl von Vogelsang-Institut.
Denn vor 75 Jahren, am 7.Oktober 1938, hatte Kardinal Innitzer die
katholische Jugend Wiens zu einer gemeinsamen Jugendfeierstunde am
Herz-Jesu Freitag im Wiener Stephansdom zusammengerufen, die sich zur
größten Demonstration gegen das nationalsozialistische Regime
entwickelte. Sie führte zu massiven Polizeirepressionen und zum Sturm
der Hitlerjugend auf das Erzbischöfliche Palais.
Der AKV-Vorsitzende Mag. Helmut Kukacka erklärte bei der gestrigen
Enquete, dass mit dieser Bedenkfeier auch das Bewusstsein geschärft
werden soll, dass wir die richtigen Lehren aus der Vergangenheit
ziehen müssen. "Auch wir als katholische Verbände haben aus der
Geschichte gelernt. Unser gemeinsames Anliegen ist heute das
Eintreten für die Durchsetzung der Grund- und Freiheitsrechte und der
Religionsfreiheit, ist der Widerstand gegen politischen Extremismus
und Totalitarismus überall auf der Welt", führte Kukacka dazu aus.
"Nach den geschichtlichen Erfahrungen der vergangenen zwei
Jahrhunderte lehnen wir jede autoritäre, antidemokratische Haltung
oder Staatsform ab, weil sie mit unserem christlichen Menschen- und
Gesellschaftsbild nicht vereinbar ist und von unserem Verständnis der
Menschenwürde her nicht tolerierbar", so AKV-Präsident Staatssekretär
a.D. Mag. Helmut Kukacka.
Ja zur Aufnahme syrischer Christen
Heute gebe es aber neue Formen manifester, ja blutiger
Christenverfolgung. Ihr sind vielfach Christen besonders in
islamischen Ländern in Arabien, Afrika und Asien ausgesetzt.
Kritisch führte er an, dass zahlreiche
Menschenrechtsorganisationen, aber auch manche Medien sehr
zurückhaltend sind, wenn es um das Thema der Christenverfolgung geht.
Auch die internationale Politik habe den Einsatz für
Religionsfreiheit lange Zeit vernachlässigt - zu Unrecht, gehe es
hier doch um einen zentralen Bereich der Menschenwürde: "Die
Garantie, seinen Glauben ungestört leben zu dürfen, ist eine
Grundvoraussetzung für ein Leben in Freiheit", sagte der
AKV-Vorsitzende.
Die AKV fordere deshalb, dass die Christen in Zukunft im Nahen
Osten leben können und eine Perspektive haben müssten. Er begrüße
aber auch den Beschluss der Bundesregierung, in Österreich 500
syrische Flüchtlinge aufzunehmen. Dies sei ein wichtiger Akt der
Solidarität und der humanitären Hilfe für eine Bevölkerungsgruppe,
die zwischen die Fronten der Konfliktparteien geraten sei.
"Wir stehen als AKV voll hinter dieser Entscheidung und finden es
durchaus befremdlich, dass manche österreichischen
Flüchtlingsorganisationen und Parteien sich skeptisch und sogar
ablehnend zu diesem 'Fokus auf Christen' geäußert haben. Wir sind
auch überzeugt von der Bereitschaft dieser Christen zur Integration
in unsere Gesellschaft. Schließlich haben wir gemeinsame kulturelle
und religiöse Wurzeln", stellte Kukacka die Positionen der AKV klar.
Erwartungen an österreichische Muslime
An die in Österreich lebenden Muslime spricht Kukacka die
Erwartung aus: "Sie haben in unserem Land Religionsfreiheit
kennengelernt. Gerade weil sie in unserem Staat ihren Glauben frei
leben können, haben sie die Verantwortung auch in ihren
Herkunftsländern von ihren Erfahrungen bei uns zu berichten und sich
auch dort für umfassende Religionsfreiheit einzusetzen".
Aber auch die Herausforderungen in unserer eigenen Gesellschaft
müssen beim Namen genannt werden: "Wir müssen die Bedeutung der
Religionsfreiheit auch in unserer eigenen Gesellschaft deutlich
machen, wo die Säkularisierung und Entchristlichung in den letzten
Jahrzehnten stark vorangeschritten ist. Vielfach hat sich die Meinung
durchgesetzt, Religion sei Privatsache und habe in der Öffentlichkeit
nicht zu suchen. Und deshalb soll das Thema Religion und Kirche und
die christlichen Symbole überhaupt aus dem staatlichen und
öffentlichen Raum verdrängt und beseitigt werden." Auch mit diesen
Entwicklungen und Tendenzen werde man sich in Zukunft auch stärker
beschäftigen und dagegen auftreten müssen, schloss Kukacka.
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