• 08.10.2013, 11:51:08
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AK-Studie zur Kinderbetreuung: Aufholbedarf in den ländlichen Regionen Kärntens ist sehr groß

Im Auftrag der Arbeiterkammer Kärnten hat das IFES-Institut einen umfangreichen Kinderbetreuungsatlas erstellt.

Utl.: Im Auftrag der Arbeiterkammer Kärnten hat das IFES-Institut
einen umfangreichen Kinderbetreuungsatlas erstellt. =

Klagenfurt (OTS) - Die Ergebnisse der Studie, die von April bis Juli
2013 erarbeitet worden sind und in deren Verlauf 536
Kinderbetreuungseinrichtungen und 300 Eltern in ganz Kärnten befragt
wurden, lassen aufhorchen. "Eines vorweg: Die Situation hat sich seit
der letzten Erhebung 2011 deutlich verbessert. Leider aber eben nicht
überall!", fasst AK-Bildungsexpertin Marlene Diethart zusammen.

In 69 von 132 Gemeinden ist das Kinderbetreuungsangebot gut
ausgebaut. Im städtischen Bereich werden zwar für alle Altersgruppen
Betreuungseinrichtungen angeboten, hier ist der Bedarf aber viel
höher als das Angebot. In strukturschwächeren Gemeinden ist die
Angebotsvielfalt noch deutlich geringer. Der vergleichsweise größte
allgemeine Handlungsbedarf besteht nach wie vor in den Bezirken
Spittal an der Drau und Feldkirchen sowie einigen Gemeinden im Bezirk
St. Veit.

Die wichtigsten Studienergebnisse:

+ Lange Wartelisten: Auf die Frage ob es derzeit Platzanfragen auf
den Wartelisten der jeweiligen Einrichtung gibt, antworteten 71
Prozent der Kinderkrippen, 64 Prozent der Kindertagesstätten und 39
Prozent der Horte mit Ja.

+ Abweisungen wegen Platzmangels: 67 Prozent der Kinderkrippen, 66
Prozent der Kindertagesstätten und 49 Prozent der Horte mussten im
laufenden Betreuungsjahr Kinder aus Platzmangel abweisen.

+ Schwierige Platzsuche: Für 57 Prozent der befragten Eltern war es
schwierig bis sehr schwierig einen Platz in einer Kinderkrippe zu
bekommen. Immerhin noch 17 Prozent stießen auf Probleme bei der
Unterbringung ihres Kindes in einer Kindergruppe beziehungsweise
Kindertagesstätte.

+ Angebote entsprechen oft nicht: Auf die Frage ob die Angebote für
eine externe Kinderbetreuung den Bedürfnissen von Familien mit
kleinen Kindern entsprechen, antworteten 39 Prozent der Befragten mit
"eher nicht" oder "gar nicht" in Bezug auf ganz Kärnten. In der
eigenen Gemeinde hielten 29 Prozent der Befragten das Angebot für
unzureichend.

+ Verzicht auf externe Betreuung: Die drei Hauptgründe warum viele
auf eine externe Betreuung ihrer Kinder verzichten (müssen) sind: Die
Betreuung ist zu teuer (40 Prozent), die Schließtage in den Ferien
sind zu lange (36 Prozent) und der Mangel an entsprechenden Plätzen
in der Nähe (32 Prozent).

+ Besondere pädagogische Angebote: 67 Prozent der befragten
Kinderkrippen verfügen nach eigenen Angaben über besondere
pädagogische Angebote. Dies gilt auch für 63 Prozent der
Kindertagesstätten und 43 Prozent der Horte.

+ Hohe finanzielle Belastung: 50 Prozent jener Eltern, die über ein
monatliches Einkommen von lediglich 1500 Euro verfügen, fühlen sich
durch die Kosten, die für die Kinderbetreuung auflaufen, sehr oder
ziemlich belastet. Auch 45 Prozent der Alleinerzieher spüren den
finanziellen Aufwand mehr als deutlich. Im Schnitt betragen die
monatlichen Kosten für die Unterbringung eines Kindes 161 Euro. Es
können aber auch Kosten bis 300 Euro anfallen.

+ Verbesserungsvorschläge: Auf die Frage welche Maßnahmen dazu
beitragen könnten, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Kärnten
zu verbessern, erklärten 79 Prozent der Eltern, dass es billigere
Angebote geben müsste. 75 Prozent würden weniger Schließtage
begrüßen, 74 Prozent wünschen sich mehr Einrichtungen für Kinder
unter drei Jahren. 73 Prozent plädieren für mehr
Betriebskindergärten. 69 Prozent der Befragten würden längere
Öffnungszeiten gut heißen.

+ Zufriedenheit überwiegt: 68 Prozent der Eltern von
Kindergartenkindern sind beispielsweise mit der Einrichtung insgesamt
zufrieden. Die täglichen Öffnungszeiten sind für 54 Prozent der
Eltern in Ordnung, doch nur 35 Prozent sind mit den Öffnungszeiten
während der Ferien einverstanden. 20 Prozent der Befragten empfinden
die Kosten für die schulische Nachmittagsbetreuung als zu hoch.

+ Wünsche der Mitarbeiter: Auf die Frage was den Mitarbeitern der
Einrichtungen ihre Arbeit erleichtern würde, gaben 61 Prozent der
Befragten an, dass mehr finanzielle Mittel gelegen kämen. 51 Prozent
würden sich mehr Personal wünschen. 25 Prozent können sich
vorstellen, dass psychosoziale Unterstützung von Nutzen wäre.

+ Mehr Information, mehr Transparenz: Neben einer vollständigen
Darstellung der Öffnungszeiten sollten auch die Kosten, die
Verpflegungsangebote, die Sommerbetreuung sowie spezielle
pädagogische und sonstige Angebote auf den Homepages ersichtlich
sein.

Die Ergebnisse der Studie sind auf kaernten.arbeiterkammer.at/familie
abrufbar.

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