Neues Volksblatt: "Windschatten" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 8. Oktober 2013

Linz (OTS) - Werner Faymann als Vorsitzender der aus der Nationalratswahl vom 29. September als stimmenstärkster Partei hervorgegangenen SPÖ bekommt morgen von Bundespräsident Heinz Fischer den Auftrag zur Bildung einer Bundesregierung.
Soweit alles Routine.
Ganz und gar nicht Routine indes ist, was sich seit dem Wahltag in der stimmenstärksten Partei (die im Übrigen ein deutlich stärkeres Minus als die ÖVP einfuhr) abspielt. Während so mancher für die ÖVP umgehend eine öffentlich geführte interne Debatte erwartet hatte, weil das Wahlergebnis alles andere als berauschend ist, hat genau das die SPÖ als "Nummer eins" - so Geschäftsführer Norbert Darabos - am Hals. Je mehr Zeit seit der Wahl verstreicht, desto unklarer wird, was die SPÖ will. Eine erneute Koalition mit der ÖVP, eine parteiinterne Abstimmung darüber, ein Techtelmechtel mit der FPÖ, eine Minderheitsregierung (von wem auch immer geduldet?), den Gang in die Opposition? Dazu kommen Ansagen, dass sich die SPÖ von der ÖVP nicht erpressen lasse (Michael Häupl), gleichzeitig aber wird öffentlicher Druck auf die ÖVP aufgebaut, möglichst schnell ein Ja Richtung SPÖ zu hauchen (Franz Voves). Und dann sagt Vize-Parteichefin Barbara Prammer, man möge sich die nötige Zeit nehmen. Einziges Glück der SPÖ: Sie segelt mit ihren Wickeln im Windschatten jener Schlagzeilen, die derzeit das Team Stronach liefert.

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