- 07.10.2013, 20:31:51
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Neues Volksblatt: "Windschatten" (von Markus Ebert)
Ausgabe vom 8. Oktober 2013
Utl.: Ausgabe vom 8. Oktober 2013 =
Linz (OTS) - Werner Faymann als Vorsitzender der aus der
Nationalratswahl vom 29. September als stimmenstärkster Partei
hervorgegangenen SPÖ bekommt morgen von Bundespräsident Heinz Fischer
den Auftrag zur Bildung einer Bundesregierung.
Soweit alles Routine.
Ganz und gar nicht Routine indes ist, was sich seit dem Wahltag in
der stimmenstärksten Partei (die im Übrigen ein deutlich stärkeres
Minus als die ÖVP einfuhr) abspielt. Während so mancher für die ÖVP
umgehend eine öffentlich geführte interne Debatte erwartet hatte,
weil das Wahlergebnis alles andere als berauschend ist, hat genau das
die SPÖ als "Nummer eins" - so Geschäftsführer Norbert Darabos - am
Hals. Je mehr Zeit seit der Wahl verstreicht, desto unklarer wird,
was die SPÖ will. Eine erneute Koalition mit der ÖVP, eine
parteiinterne Abstimmung darüber, ein Techtelmechtel mit der FPÖ,
eine Minderheitsregierung (von wem auch immer geduldet?), den Gang in
die Opposition? Dazu kommen Ansagen, dass sich die SPÖ von der ÖVP
nicht erpressen lasse (Michael Häupl), gleichzeitig aber wird
öffentlicher Druck auf die ÖVP aufgebaut, möglichst schnell ein Ja
Richtung SPÖ zu hauchen (Franz Voves). Und dann sagt
Vize-Parteichefin Barbara Prammer, man möge sich die nötige Zeit
nehmen. Einziges Glück der SPÖ: Sie segelt mit ihren Wickeln im
Windschatten jener Schlagzeilen, die derzeit das Team Stronach
liefert.
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