- 03.10.2013, 12:43:17
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Oesterreichs Energie: Regulator verabschiedet sich von österreichischen Energie- und Umweltzielen
Eigenständige Stromversorgung aus inländischen Kraftwerken darf nicht gefährdet werden - Strompreise in Österreich sind fair und marktkonform
Utl.: Eigenständige Stromversorgung aus inländischen Kraftwerken
darf nicht gefährdet werden - Strompreise in Österreich sind
fair und marktkonform =
Wien (OTS) - Als gegen die österreichischen Interessen gerichtet und
nicht nachvollziehbar weist Oesterreichs Energie, die
Interessenvertretung der E-Wirtschaft Aussagen von
Strommarkt-Regulator Walter Boltz im Zusammenhang mit der
Veröffentlichung des Marktberichts der E-Control zurück.
Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie: "Boltz
setzt mit diesen Aussagen leichtfertig die Versorgungssicherheit und
den energiepolitischen Konsens in Österreich aufs Spiel, nämlich den
Zielpfad für eine weitgehend auf erneuerbaren Energien basierende
Stromversorgung aus inländischer Erzeugung. Damit droht aber eine
höhere Abhängigkeit vom Ausland. Österreichs Strompreise sind ganz im
Gegenteil zu den Behauptungen der E-Control fair und marktkonform."
Die Elektrizitätsunternehmen können im europäischen Binnenmarkt ihre
Preise frei kalkulieren und niemand darf gezwungen werden, Verluste
zu machen. Die E-Wirtschaft hat zudem einen Versorgungsauftrag, den
sie auch wirtschaftlich erfüllen können muss. Die Konsumenten hätten
nichts davon, wenn inländische Unternehmen Kraftwerke stilllegen
müssten oder nicht überlebensfähig seien, wenn die Erzeugung von
Strom in großem Stil ins Ausland abwandert. Schmidt: "Mit derartigen
Ansinnen verlässt der Regulator den Common Sense in Österreich, der
auf der Energiestrategie aufbaut." Ziel der Energiestrategie ist es
unter anderem, die Abhängigkeit Österreich von Energielieferungen aus
dem Ausland zu reduzieren. Alles andere bedeute Arbeitsplatzverluste,
geringere Kaufkraft im Inland und insgesamt volkswirtschaftliche
Nachteile für Österreich. Allein in den vergangenen zwei Jahren
sicherten die Investitionen der E-Wirtschaft rund 28.000 zusätzliche
Arbeitsplätze in Österreich und führten zu einem Produktionseffekt
von 5,6 Milliarden Euro.
Preise in Österreich absolut marktkonform
Mit durchschnittlich 20,2 Cent pro Kilowattstunde bei Haushaltskunden
befinden sich die Strompreise in Österreich im Mittelfeld
vergleichbarer Länder und das obwohl die Steuer- und Abgabenbelastung
mit 6,1 Cent pro Kilowattstunde deutlich höher ist als in den meisten
anderen Ländern. Schmidt: "Hätten wir die gleichen Stromsteuern wie
Großbritannien, wäre der Strompreis in Österreich unter 15 Cent und
damit unter den billigsten in Europa." Den Vorwurf überhöhter Margen
habe man seitens der E-Control schon öfter gehört, einen konkreten
Beweis sei der Regulator aber bisher schuldig geblieben. Andererseits
leiste sich Österreich eine der teuersten Regulierungsbehörden
Europas, die auch von den Stromkunden bezahlt werden müsse.
Keine Kapazitätsüberhänge in Österreich
Die in Österreich installierte Kraftwerksleistung ist aus Sicht von
Oesterreichs Energie keineswegs überhöht. Der moderne inländische
Kraftwerkspark werde vielmehr gerade vor dem Hintergrund der
Energiewende dringend benötigt. Kraftwerksstillegungen habe es zu
Beginn der Liberalisierung gegeben, heute dagegen könne man
keineswegs von nicht benötigter Kapazität sprechen. Schmidt: "Nur
weil Kraftwerke aufgrund der gestörten Marktsituation nicht laufen
können, sind sie noch lange nicht unnötig, sondern wichtige Bausteine
für die Versorgungssicherheit. Auch im Super-Wasserjahr 2012 gab es
hohe Nettostromimporte von drei Milliarden Kilowattstunden."
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