- 02.10.2013, 11:40:07
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UN-Experte sieht in der Bio-Landwirtschaft die Lösung für die Welternährung
Industrialisierung zugunsten billiger Lebensmittel heizt die Welthungerproblematik weiter an.
Utl.: Industrialisierung zugunsten billiger Lebensmittel heizt die
Welthungerproblematik weiter an. =
Wien/Linz (OTS) - Vor dem Welternährungstag am 16. Oktober
beleuchtet BIO AUSTRIA die "Immer mehr zu immer geringeren
Kosten"-Mentalität kritisch, die auch vor der Lebensmittelproduktion
nicht Halt macht, sowie deren globale Konsequenzen. Rudi Vierbauch,
Obmann von BIO AUSTRIA, unterstreicht: "Das aktuelle Modell der
Landwirtschaft in Verbindung mit der Agroindustrie verfolgt keinen
ganzheitlich Ansatz bei der Lösung der Fragen der Welternährung,
Problematiken werden zusätzlich verschärft. Der Anteil der hungernden
Menschen hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht geändert. Die
Ressourcen werden nicht nachhaltig genutzt und auch die Einkommen der
Bauern nicht gesichert." UN-Experte Hoffmann fordert auf der
Grundlage zahlreicher Studien einen Paradigmenwechsel zu nachhaltigen
Landwirtschaftsmodellen wie der biologischen Landwirtschaft: "Die
Landwirtschaft hat das Potenzial eines schlummernden Riesen, aber der
Riese steht auch vor riesigen Problemen."
Im Rahmen der von BIO AUSTRIA mitveranstalteten Vortragsreihe "Wir
haben genug! Für alle! Wie teuer sind uns billige Lebensmittel?"
referierte Dr. Ulrich Hoffmann gestern in der SPES Zukunftsakademie
über Ernährungssicherheit in Zeiten des Klimawandels und die
Notwendigkeit der ökologischen Intensivierung der Landwirtschaft.
Hoffmann, Leiter der Trade and Development Section der UNCTAD (United
Nations Conference on Trade and Development) und Chefeditor des
jährlichen UNCTAD-Berichts machte in diesem Zusammenhang klar: "Die
Folgen der zunehmenden Industrialisierung der Landwirtschaft sind
gravierend, zum Teil desaströs. Die Landwirtschaft erzeugt 4 Prozent
des globalen BIP, aber ca. 40 Prozent der weltweiten Treibhausgase.
Eine fundamentale Umgestaltung der Landwirtschaft könnte die größte
Herausforderung dieses Jahrhunderts sein, einschließlich der Frage
der Sicherheit.
Kleine Schritte reichen nicht mehr, es braucht den großen Hebel:
Reduktion der negativen Effekte der konventionellen Landwirtschaft
bei gleichzeitigem Mainstreaming der nachhaltigen Landwirtschaft. "
Zahlreiche Studien belegen, dass das multifunktionale System der
Bio-Landwirtschaft am besten allen heute anstehenden Anforderungen in
Bezug auf Klima, Wasser und Nahrung gerecht wird. Würde die gesamte
globale Landwirtschaft auf die biologische Wirtschaftsweise
umsteigen, könnten 35 bis 60 Prozent des globalen Zuwachses von
Treibhausgasen bis 2030 neutralisiert werden. Auch für die
Ernährungssouveränität (80 Prozent der Hungernden befinden sich laut
FAO in ländlichen Regionen, 50 Prozent sind selbst Kleinbauern)
bietet die Bio-Landwirtschaft die Lösung: Gerade Kleinbauern
profitieren von der biologischen Wirtschaftsweise durch die
langfristige Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, die Unabhängigkeit
von der Agrochemie-Industrie und das Einbinden lokalen und
traditionellen Wissens. Hoffmann betont: "Bei der Frage des
Welthungers handelt es sich nicht um ein Problem der Menge. Bereits
heute könnten 12-14 Milliarden Menschen kalorienmäßig ernährt werden.
Wir haben genug. Wir müssen alle aufwachen, bevor es zu spät ist."
Weitere Termine "Wir haben genug! Für alle! Wie teuer sind uns
billige Lebensmittel?"
Sa,19.11. Judenburg, Veranstaltungszentrum, 19 Uhr
So, 20.11. St.Stefan i. Rosental , Rosenhalle, 19 Uhr
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