• 02.10.2013, 09:00:33
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Lebensversicherung leidet weiterhin unter niedrigem Zinsniveau

Wien (OTS/WIFO) - Das Jahr 2012 war für die österreichische
Versicherungswirtschaft durch schrumpfende Prämieneinnahmen
gekennzeichnet. Die Einmalerläge in der Lebensversicherung nahmen
neuerlich ab, doch auch in der Schaden-Unfallversicherung ging die
Ausweitung der Prämieneinnahmen überwiegend auf Preissteigerungen
zurück. Die Entwicklung in Österreich folgte damit dem
westeuropäischen Muster. Die Finanzerträge erholten sich 2012 wegen
des deutlich geringeren Abschreibungsbedarfes auf Veranlagungen in
festverzinsliche Wertpapiere. Niedrige Zinssätze auf sichere
Staatsanleihen beeinträchtigten jedoch das Neugeschäft.

Der westeuropäische Markt für Privatversicherungen litt 2012
weiter unter den Folgen der Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise. Die
Lebensversicherung verzeichnete einen Rückgang der Prämieneinnahmen,
während die Nicht-Lebensversicherung in den Peripherieländern der EU
schrumpfte. Selbst in den weniger von der Staatsschuldenkrise
betroffenen Ländern beruhte die Steigerung der Prämieneinnahmen
vorwiegend auf Preiserhöhungen.

Der österreichische Markt folgte weitgehend dem westeuropäischen
Muster. Die Lebensversicherung büßte gegenüber dem Vorjahr 6,5% des
Prämienvolumens ein, die Schaden-Unfallversicherung steigerte die
Einnahmen hingegen um 2,1%. Nur die private Krankenzusatzversicherung
wuchs mit +3,4% robust und steigerte sogar die Zahl der versicherten
Risken um 1,5%. Insgesamt waren die Prämieneinnahmen um 0,9%
niedriger als im Vorjahr, sodass die Versicherungsdurchdringung
weiter auf 5,3% des BIP abnahm. Für das Jahr 2013 rechnet der VVO in
Österreich mit einer Stagnation der Prämieneinnahmen (+0,2%),
aktuelle Umfragedaten des WIFO zeigen ein etwas optimistischeres Bild
(+1,7%).

Die Preise der Versicherungsdienstleistungen im österreichischen
Verbraucherpreisindex stiegen 2012 um durchschnittlich 2,3%. Am
stärksten wurden die Preise in der Kfz-Haftpflicht-, der Hausrats-
und der Eigenheimversicherung angehoben. Dieser Preisanstieg wird
auch durch die Entwicklung der durchschnittlichen Prämie je Risiko
bestätigt; diese Kennzahl berücksichtigt zusätzlich Rabatte,
Selbstbehalte und andere Instrumente im Preiswettbewerb. Die
Schadenquote lag in der Schadenversicherung 2012 auf ihrem
langjährigen Durchschnittswert, sodass aus dem
versicherungstechnischen Bereich kaum Preisdruck für das laufende
Jahr 2013 besteht. Abbildung 1 zeigt diesen Zusammenhang für die
Kfz-Haftpflichtversicherung in den Jahren 1987 bis 2012: Wenn die
Schadenquote im Durchschnitt der vergangenen 5 Jahre niedrig war,
fiel auch die Preiserhöhung für eine Kfz-Haftpflichtversicherung in
der Regel gering aus. Da die Schadenquote für 2012 (im
Fünfjahresdurchschnitt) 65,3% betrug, sollten Preiserhöhungen 2013
mäßig bleiben.

Abbildung 1: Zusammenhang zwischen der Preisentwicklung der
Kfz-Haftpflichtversicherung und der Schadenquote in der
Kfz-Haftpflichtversicherung 1987 bis 2012 - auf der WIFO-Website (
http://www.wifo.ac.at/wwa/publikationen/pressenotizen )

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht
9/2013 (http://www.wifo.ac.at/wwa/pubid/46947)

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