75 Jahre "Rosenkranzfest" - Christenverfolgung gestern und heute

Kukacka: Bedenkveranstaltung an 1938 muss Auftrag für die Zukunft sein

Wien (OTS) - Vor 75 Jahren - am 7.Oktober 1938 nach der Machtergreifung Hitlers in Österreich - hat die Wiener Diözese die katholischen Jugendverbände Wiens zu einer gemeinsamen Jugendfeierstunde am Herz-Jesu-Freitag zusammengerufen.

Schon die Ankündigung dieser Feier signalisierte einen Akt des Widerstandes.

Den Höhepunkt fand diese Veranstaltung als Kardinal Innitzer auf der Kanzel die historischen Worte sprach: "Nur einer ist Euer Führer, Euer Führer ist Christus, wenn Ihr ihm die Treue haltet, werdet Ihr niemals verloren gehen."

Diese Feier wurde zur größten katholischen Demonstration gegen den Nationalsozialismus. Aber die tausendfachen zustimmenden Sprechchöre, die dem Kardinal damals über den Stephansplatz folgten, führten rasch zu massiven Gegenreaktionen. Am nächsten Tag wurde von der Hitlerjugend ein Sturm auf das Erzbischöfliche Palais organisiert. Es wurde gestürmt und verwüstet, der Domkurat Johannes Krawarik wurde zum Fenster hinunter geworfen und dabei schwerst verletzt worden.

"Für die nationalsozialistischen Machthaber war dieses Ereignis ein Signal, dass sie in vielen österreichischen Katholiken einen zähen Gegner haben würden und so manchem katholischen Mitläufer öffnete es die Augen über das wahre Gesicht des Regimes", so Staatssekretär a. D. Mag. Helmut Kukacka, Präsident der Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände (AKV).

Jene, die an diesem Tag 1938 in den Dom zu St. Stephan kamen, waren zum großen Teil Mitglieder von Verbänden und Vereine, die heute der AKV angehören. Daher nimmt die AKV gemeinsam mit dem Karl von Vogelsang-Institut wieder dieses historische Ereignis zum Anlass, des Widerstandes vieler junger Christen zu gedenken, die damals dafür verfolgt wurden.

"Heute gibt es neue Formen manifester, ja blutiger Christenverfolgung. Ihr sind vielfach Christen besonders in islamischen Ländern in Arabien, Afrika und Asien ausgesetzt. Aber Diskriminierung und Benachteiligung von Christen gibt es zunehmend auch in europäischen Ländern: bei uns werden die christlichen Symbole aus dem öffentlichen Raum verdrängt, in manchen Medien sanktionslos verhöhnt. In der Gesetzgebung werden christliche Ehe- und Wertvorstellungen relativiert und das Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod nicht mehr ausreichend geschützt", sagt Kukacka.

Diese gesellschaftliche Tendenz aufzuzeigen und sich diesen Entwicklungen entgegenzustellen, sei ein wichtiges Anliegen, das man zum politischen Thema machen müsse. Der Einsatz für Religionsfreiheit habe nämlich nicht nur eine individuelle, sondern auch eine gesellschaftliche Bedeutung. "Nur dort, wo der Einzelne seinen Glauben frei leben kann, ist auch die Gesellschaft frei. In diesem Sinne muss uns das Gedenken an das Rosenkranzfest des Jahres 1938 auch ein Auftrag für die Zukunft sein!", schließt Kukacka.

Am 7. Oktober 2013 findet um 18:00 Uhr im Wiener Stephansdom ein Gottesdienst mit Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn und anschließend eine Enquete zum Thema 75 Jahre "Rosenkranzfest" -Christenverfolgung gestern und heute statt. Dies ist eine Bedenkveranstaltung der AKV gemeinsam mit dem Karl von Vogelsang-Institut, anlässlich derer eine Publikation zu diesem Thema erscheinen wird.

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Michael Burda
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