- 01.10.2013, 08:48:31
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75 Jahre "Rosenkranzfest" - Christenverfolgung gestern und heute
Kukacka: Bedenkveranstaltung an 1938 muss Auftrag für die Zukunft sein
Utl.: Kukacka: Bedenkveranstaltung an 1938 muss Auftrag für die
Zukunft sein =
Wien (OTS) - Vor 75 Jahren - am 7.Oktober 1938 nach der
Machtergreifung Hitlers in Österreich - hat die Wiener Diözese die
katholischen Jugendverbände Wiens zu einer gemeinsamen
Jugendfeierstunde am Herz-Jesu-Freitag zusammengerufen.
Schon die Ankündigung dieser Feier signalisierte einen Akt des
Widerstandes.
Den Höhepunkt fand diese Veranstaltung als Kardinal Innitzer auf der
Kanzel die historischen Worte sprach: "Nur einer ist Euer Führer,
Euer Führer ist Christus, wenn Ihr ihm die Treue haltet, werdet Ihr
niemals verloren gehen."
Diese Feier wurde zur größten katholischen Demonstration gegen den
Nationalsozialismus. Aber die tausendfachen zustimmenden Sprechchöre,
die dem Kardinal damals über den Stephansplatz folgten, führten rasch
zu massiven Gegenreaktionen. Am nächsten Tag wurde von der
Hitlerjugend ein Sturm auf das Erzbischöfliche Palais organisiert. Es
wurde gestürmt und verwüstet, der Domkurat Johannes Krawarik wurde
zum Fenster hinunter geworfen und dabei schwerst verletzt worden.
"Für die nationalsozialistischen Machthaber war dieses Ereignis ein
Signal, dass sie in vielen österreichischen Katholiken einen zähen
Gegner haben würden und so manchem katholischen Mitläufer öffnete es
die Augen über das wahre Gesicht des Regimes", so Staatssekretär a.
D. Mag. Helmut Kukacka, Präsident der Arbeitsgemeinschaft
katholischer Verbände (AKV).
Jene, die an diesem Tag 1938 in den Dom zu St. Stephan kamen, waren
zum großen Teil Mitglieder von Verbänden und Vereine, die heute der
AKV angehören. Daher nimmt die AKV gemeinsam mit dem Karl von
Vogelsang-Institut wieder dieses historische Ereignis zum Anlass, des
Widerstandes vieler junger Christen zu gedenken, die damals dafür
verfolgt wurden.
"Heute gibt es neue Formen manifester, ja blutiger
Christenverfolgung. Ihr sind vielfach Christen besonders in
islamischen Ländern in Arabien, Afrika und Asien ausgesetzt. Aber
Diskriminierung und Benachteiligung von Christen gibt es zunehmend
auch in europäischen Ländern: bei uns werden die christlichen Symbole
aus dem öffentlichen Raum verdrängt, in manchen Medien sanktionslos
verhöhnt. In der Gesetzgebung werden christliche Ehe- und
Wertvorstellungen relativiert und das Leben von der Empfängnis bis
zum natürlichen Tod nicht mehr ausreichend geschützt", sagt Kukacka.
Diese gesellschaftliche Tendenz aufzuzeigen und sich diesen
Entwicklungen entgegenzustellen, sei ein wichtiges Anliegen, das man
zum politischen Thema machen müsse. Der Einsatz für Religionsfreiheit
habe nämlich nicht nur eine individuelle, sondern auch eine
gesellschaftliche Bedeutung. "Nur dort, wo der Einzelne seinen
Glauben frei leben kann, ist auch die Gesellschaft frei. In diesem
Sinne muss uns das Gedenken an das Rosenkranzfest des Jahres 1938
auch ein Auftrag für die Zukunft sein!", schließt Kukacka.
Am 7. Oktober 2013 findet um 18:00 Uhr im Wiener Stephansdom ein
Gottesdienst mit Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn und
anschließend eine Enquete zum Thema 75 Jahre "Rosenkranzfest" -
Christenverfolgung gestern und heute statt. Dies ist eine
Bedenkveranstaltung der AKV gemeinsam mit dem Karl von
Vogelsang-Institut, anlässlich derer eine Publikation zu diesem Thema
erscheinen wird.
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