- 27.09.2013, 10:40:19
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Greenpeace zu Klimabericht: Wissenschaft einig - Klimawandel von Menschen verursacht
Energiewende muss beschleunigt werden - Noch ist Zeit für Bekämpfung des Klimawandels vorhanden
Utl.: Energiewende muss beschleunigt werden - Noch ist Zeit für
Bekämpfung des Klimawandels vorhanden =
Wien (OTS) - Zum heute in Stockholm präsentierten fünften
Sachstandsbericht des Weltklimarates (IPCC, Intergovernmental Panel
on Climate Change) zu wissenschaftlichen Aspekten des Klimawandels
fordert Greenpeace Regierungen, Wirtschaftskapitäne und Investoren
auf, die Warnungen der internationalen Wissenschaftler ernst zu
nehmen. Das IPCC geht in seinem aktuellen Bericht von zumindest 95
Prozent Wahrscheinlichkeit aus, dass der Klimawandel seit den 1950er
Jahren zum überwiegenden Teil von Menschen verursacht wurde. Die
Gewissheit ist damit seit dem letzten Bericht im Jahr 2007 (90
Prozent) weiter angestiegen. Im Jahr 2001 sprachen die
Wissenschaftler von nur 66 Prozent Bestimmtheit.
"Der wissenschaftliche Konsens ist so groß wie nie. Heute leugnet
kaum noch jemand, dass der Klimawandel zum überwiegenden Teil von
Menschen verursacht wird. Die Wissenschaftler haben eindeutiger als
je zuvor bestätigt, dass unsere Abhängigkeit von fossilen
Energieträgern die Atmosphäre und die Ozeane erwärmt, Gletscher zum
Schmelzen bringt, den Meeresspiegel erhöht, das Ausmaß gewisser
extremer Wettersituationen verstärkt und Elend höchsten Ausmaßes bei
vielen der ärmsten Menschen der Welt verursacht", so Julia
Kerschbaumsteiner, Klimasprecherin von Greenpeace.
Noch sei jedoch genug Zeit vorhanden, den Klimawandel zu bekämpfen
und mögliche katastrophale Auswirkungen zu verhindern. Besonders
vielversprechend ist Chinas jüngste Ankündigung, in drei großen
Industriezonen auf neue Kohlekraftwerke zu verzichten und ihren
Kohleverbrauch ab dem Jahr 2017 abzubauen. Diese Entscheidung stelle
einen bedeutenden Politikwechsel dar.
"Die stärkste Erkenntnis des Reportes ist, dass wir jetzt noch die
Wahl haben: Entweder setzen wir unseren jetzigen Weg fort, der ein
weiteres Anheizen des globalen Klimas bedeutet, oder wir ermöglichen
einen Durchbruch für Erneuerbare Energie und beschleunigen die
Energiewende, die bereits begonnen hat. Diese Anstrengungen müssen
global erfolgen, die Vorreiterrolle Österreichs und Europas spielt
dabei jedoch eine wesentliche Rolle. Wir benötigen dafür in der EU
eine zukunftsweisende Klima- und Energiestrategie für das Jahr 2030.
Das bedeutet konkret: Verbindliche und ambitionierte Ziele zur
CO2-Reduktion, zum Ausbau von erneuerbaren Energiequellen und für
mehr Energieeffizienz", bringt Kerschbaumsteiner die wesentlichen
Elemente der europäischen Energiewende auf den Punkt.
Die zentralen Erkenntnisse des IPCC im Überblick:
- Die Wissenschaft ist heute zu 95-100% sicher, dass menschliches
Handeln für den Großteil des Klimawandels seit 1950 verantwortlich
ist. Die Gewissheit ist damit seit 2007 (90-100%) und 2001 (mind.
66%) signifikant gestiegen.
- Ohne eine massive Reduktion der Treibhausgasemissionen in diesem
Jahrhundert steuert die Erde auf einen globalen Temperaturanstieg von
weit über zwei Grad Celsius bis 2100 zu. Eine Überschreitung dieses
kritischen Werts zieht katastrophale weltweite Auswirkungen nach
sich. Um die Erwärmung unter zwei Grad Celsius zu halten, ist ein
Stopp des Anstiegs von Emissionen durch die Verbrennung fossiler
Energieträger vor 2020 notwendig. Bis 2070 müssen die Emissionen auf
Null gesenkt werden.
- Die Beobachtung des globalen Temperaturanstiegs zeigt, dass die
letzen drei Jahrzehnte die wärmsten aller vorangegangenen Dekaden
seit 1850 waren.
- Die Zeitspanne von 1983 - 2012 war höchstwahrscheinlich die wärmste
dreißigjährige Periode der vergangenen 800 Jahre und wahrscheinlich
die wärmste der vergangenen 1400 Jahre.
- Das Abschmelzen der Gletscher und Eisflächen ist im letzten
Jahrzehnt mehrfach schneller vorangeschritten als dies während der
1990er Jahre der Fall war. So ist das grönländische Eis ist
durchschnittlich sechsmal schneller geschmolzen als im Jahrzehnt
davor. Seit 1993 ist der Meeresspiegel doppelt so schnell angestiegen
als dies im gesamten vergangenen Jahrhundert verzeichnet wurde. Auch
das arktische Eis ist weit schneller abgeschmolzen, als dies
prognostiziert wurde.
- Die von Eis bedeckte Fläche in der Arktis ist seit 1979 in jedem
Jahrzehnt weiter geschrumpft. Die Klimamodelle berechnen, dass die
Arktis 2050 im Sommer eisfrei sein wird, wenn die weltweiten
Emissionen nicht drastisch reduziert werden.
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