- 26.09.2013, 13:51:00
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"Vom Baujuwel zum Museumsjuwel!"
Bundesministerin Claudia Schmied beendet Legislaturperiode mit Pressekonferenz im Narrenturm

Utl.: Bundesministerin Claudia Schmied beendet Legislaturperiode mit
Pressekonferenz im Narrenturm =
Wien (OTS) - "Der Narrenturm ist ein Baujuwel", eröffnete
Bundesministerin Dr. Claudia Schmied das Pressegespräch zum
Baufortschritt im Pathologisch-anatomischen Bundesmuseum im
Narrenturm. "In Zukunft soll er auch Museumsjuwel werden!"
Seit 2012 gehört das ehemalige Pathologisch-anatomische Bundesmuseum
im Narrenturm zum Naturhistorischen Museum (NHM) Wien und wurde in
die Anthropologische Abteilung des NHM eingegliedert.
Die Hauptintention hinter der Eingliederung war die Aufrechterhaltung
dieser einmaligen Sammlung im besonderen Ambiente des Narrenturms und
eine adäquate wissenschaftliche Betreuung sowie
Öffentlichkeitsarbeit, was nur innerhalb eines großen Museums
garantiert sein kann. Bis 31.12.2011 war der Narrenturm das letzte
Bundesmuseum und als Einheit zu klein, um eine selbständige
wissenschaftliche Anstalt zu werden. Der überwiegend
naturwissenschaftliche Charakter der Sammlungen legte es nahe, diese
dem Naturhistorischen Museum Wien anzugliedern.
"Die Sanierung des Narrentums ist ein wichtiger Schritt, um die
weltweit einzigartige Pathologisch-anatomische Sammlung einem
größeren Publikum bekannt zu machen. Auch aus denkmalpflegerischen
Gründen ist die Erhaltung dieses Baujuwels aus dem 18. Jahrhundert
ein absolutes Muss", sagt Kulturministerin Claudia Schmied. " Mein
Ministerium fördert dieses bedeutende Infrastrukturprojekt mit 1,6
Millionen Euro. Ich freue mich, dass mit der Sanierung des
Narrenturms und der folgenden Neukonzeptionierung und Neuaufstellung
der Sammlung durch das Naturhistorische Museum Wien die
österreichische Museumslandschaft um ein weiteres Highlight
bereichert wird."
"Nach der sowohl bei den Medien als auch beim Publikum sehr positiv
aufgenommenen Eröffnung der neuen Dauerausstellung zum Thema
Hominidenevolution in den Sälen 14 und 15 im NHM macht sich
Vizedirektor Herbert Kritscher gemeinsam mit der Direktorin der
Anthropologischen Abteilung des Hauses, Maria Teschler-Nicola, mit
aller Kraft daran, Pläne zur Generalsanierung und Aufrechterhaltung
dieser einzigartigen Sammlung im besonderen Ambiente des Narrenturms
auszuarbeiten, so NHM-Generaldirektor Christian Köberl, und weiter
"Wir sind froh, einmal einen Startschuss geben zu können, um die
allernotwendigsten Sanierungsarbeiten durchzuführen. Dies betrifft
zuerst die Bausubstanz; danach können dann Konzepte und
Finanzierungspläne für die Neuaufstellung einer Dauerausstellung
erarbeitet werden."
Vizedirektor Herbert Kritscher umreißt das Projekt im Folgenden:
"Erste bauliche Maßnahmen sind die Fenster- und Fassadenrenovierung
der Innenhöfe sowie eine Neueinrichtung der sanitären Anlagen. In
einer zweiten Phase wird die Sanierung der Außenfassade in Angriff
genommen".
Der Narrenturm - ein frühklassizistischer Rundbau aus dem späten 18.
Jahrhundert, der im Jahr 2014 seit 230 Jahren auf dem
Universitätscampus steht - gilt als bedeutendstes Denkmal zur
Geschichte der Krankenversorgung und der Medizin. Das Gebäude ist
denkmalgeschützt und gehört der Universität Wien. Es umfasst 139
Zellen auf 5 Stockwerken mit rund 3.000 m2 Nutzfläche.
Mit rund 50.000 Objekten ist die Pathologisch-anatomische Sammlung
die weltweit größte ihrer Art. Neben zahlreichen Feucht- und
Trockenpräparaten, an denen Krankheiten in ihrer oft extremen
Aus-prägung studiert werden können, und historischen medizinischen
Geräten werden hier auch wertvolle Moulagen, Wachspräparate aus dem
19. Jahrhundert, aufbewahrt.
Zur Zukunft
Das Naturhistorische Museum (NHM) Wien hat die Aufgabe und
Verantwortung übernommen und möchte diesem Sammlungsjuwel dem ihm
gebührenden Glanz verleihen.
Als erste Maßnahme wird der Narrenturm baulich saniert. Gleich zu
Beginn des Jahres 2012 erfolgte die Umstellung der Homepage, der
Telefon- und EDV-Anlagen im Gebäude des Narrenturms, eine
Neustrukturierung und Anpassung des Führungswesens an das NHM Wien,
eine Neueinrichtung des Kassensystems, des Schlüsselkreises und
vieles mehr.
Weitere, wesentliche Maßnahmen sind die noch 2012 eingeleitete
bauliche Sanierung der Innenfassade samt Fenster und der Innenhöfe
sowie der sanitären Anlagen. Die dafür notwendigen Gelder in Höhe von
Euro 1,6 Mio. sind seitens des BMUKK zugesichert.
Das Naturhistorische Museum Wien hat sich entschlossen, für die
bauliche Sanierung den langjährigen Freund und Kenner des
Narrenturms, aber auch fachlich höchst qualifizierten Architekten DI
Thomas Kratschmer zu beauftragen.
Arch. Kratschmer erledigte bereits Planarchiv-Einschauarbeiten, die
Vorbereitung und Abwicklung von baubehördliche Einreichungen und
solchen beim Bundesdenkmalamt, die Veranlassung von Untersuchungen
durch den Restaurator, die Organisation der Fensterrestaurierung
über die kalte Jahreszeit und vieles Anderes mehr als erste
Rettungsmaßnahmen. Wie bereits erwähnt, konnte so die erste
Sanierungsphase bereits gestartet werden. Als zweite Phase soll dann
die Sanierung der Außenfassade in Angriff genommen werden, deren
Finanzierung von der Stadt Wien in Aussicht gestellt wurde. Darauf
aufbauend werden vom NHM Pläne für die Neugestaltung und Sanierung
der Sammlungs- und Präsentationsräume erarbeitet.
Die Pathologisch-anatomische Sammlung im Narrenturm stellt eine
immense Bereicherung des Naturhistorischen Museums Wien und einen
Staatsschatz von hohem naturwissenschaftlichem und musealem Wert dar.
Das NHM Wien hat sich zur Aufgabe gestellt, diese Sammlung nicht nur
zu erhalten und wissenschaftlich zu nutzen, sondern auch entsprechend
noch mehr als bisher dem öffentlichen Publikum zu vermitteln.
Jährlich besuchen rund 25.000 Besucherinnen und Besucher das Haus,
das zurzeit mittwochs (10 bis 18 Uhr) und samstags (10 bis 13 Uhr) ,
also 11 Stunden pro Woche geöffnet ist (bis 2012 noch als
Bundesmuseum war der Narrenturm nur 9 Stunden / Woche zugänglich).
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