Stummvoll: Drei Wünsche für Politik und Parlament

ÖVP-Finanzsprecher verabschiedet sich nach über drei Jahrzehnten aus dem Parlament

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Nach fast einem halben Leben im Parlament - ich bin mit 37 Jahren eingezogen und verlasse es mit 70 - habe ich mir eine gewisse Gelassenheit erworben, die auch durch eine Dringliche wie die heutige nicht erschüttert werden kann. Trotzdem bedauere ich diesen Bauchladen an Schlechtmacherei, den die FPÖ hier präsentiert hat. Das sagte heute, Mittwoch, ÖVP-Finanzsprecher Abg. Dr. Günter Stummvoll in seiner Abschiedsrede in der Sondersitzung des Nationalrats. Stummvoll verlässt mit Ende der Legislaturperiode das Hohe Haus, zog 1980 erstmals ins Parlament ein und ist somit der längstdienende Abgeordnete (Nationalrat und Bundesrat).

Österreich sei ein blühendes Land im Herzen Europas mit hervorragenden Wirtschaftsdaten, "um die uns die anderen Länder beneiden", sagte Stummvoll. "Seien wir doch stolz auf dieses Land." Er habe in den letzten 33 Jahren einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung miterlebt, der sich unter anderem in der Exportquote -damals 30 Prozent, jetzt 60 Prozent - manifestiere, ergänzte Stummvoll.

Anlässlich seiner Abschiedsrede nannte Stummvoll auch "drei Dinge, die mich stören":

  • Die Selbstbeschädigung der Politik. Dabei bezog sich Stummvoll beispielhaft auf die Plakate der Grünen, wo die Politiker als "belämmert" bezeichnet werden. "Das ist politische Selbstbeschädigung in hohem Maß."
  • Ein "gewisses ängstliches In-die-Knie-gehen" vor dem Boulevard. Stummvoll: "Wir müssen Acht geben, dass die direkte Demokratie nicht zur Boulevarddemokratie wird. Der Grat ist schmal!"
  • Der Trend zum hauptberuflichen Mandatar. "Jeder sollte zumindest bis zu seiner Mandatsausübung einen ordentlichen Zivilberuf ausüben. Das macht ihn unabhängig. Ich hoffe, dass das Parlament in seiner neuen Zusammensetzung diesbezüglich standhaft bleibt."

Stummvoll schloss mit drei Wünschen für Politik und Parlament "nach 33 Jahren Erfahrung" :

Mehr Selbstbewusstsein, Mut und Zusammenstehen des Parlaments und der Politik gegenüber den Verführungen des Boulevard.
Mehr Zukunftsgestaltung und weniger Tages-Hick-Hack.
Mehr Vertreter mit einem ordentlichen Hauptberuf.

"Ich danke allen, mit denen ich viele Jahre ein menschliches, konstruktives Gesprächsverhältnis hatte, allen Mitarbeitern und Experten, besonders aber auch der eigenen Familie, ohne die wir alle nicht politisch tätig sein könnten", sagte Stummvoll. "Für die Zukunft Ihnen allen alles Gute. Stellen Sie die Weichen so, dass alle eine faire Chance haben, in diesem schönen Land erfolgreich zu sein." (Schluss)

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