- 25.09.2013, 14:23:26
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Stummvoll: Drei Wünsche für Politik und Parlament
ÖVP-Finanzsprecher verabschiedet sich nach über drei Jahrzehnten aus dem Parlament
Utl.: ÖVP-Finanzsprecher verabschiedet sich nach über drei
Jahrzehnten aus dem Parlament =
Wien (OTS/ÖVP-PK) - Nach fast einem halben Leben im Parlament - ich
bin mit 37 Jahren eingezogen und verlasse es mit 70 - habe ich mir
eine gewisse Gelassenheit erworben, die auch durch eine Dringliche
wie die heutige nicht erschüttert werden kann. Trotzdem bedauere ich
diesen Bauchladen an Schlechtmacherei, den die FPÖ hier präsentiert
hat. Das sagte heute, Mittwoch, ÖVP-Finanzsprecher Abg. Dr. Günter
Stummvoll in seiner Abschiedsrede in der Sondersitzung des
Nationalrats. Stummvoll verlässt mit Ende der Legislaturperiode das
Hohe Haus, zog 1980 erstmals ins Parlament ein und ist somit der
längstdienende Abgeordnete (Nationalrat und Bundesrat).
Österreich sei ein blühendes Land im Herzen Europas mit
hervorragenden Wirtschaftsdaten, "um die uns die anderen Länder
beneiden", sagte Stummvoll. "Seien wir doch stolz auf dieses Land."
Er habe in den letzten 33 Jahren einen enormen wirtschaftlichen
Aufschwung miterlebt, der sich unter anderem in der Exportquote -
damals 30 Prozent, jetzt 60 Prozent - manifestiere, ergänzte
Stummvoll.
Anlässlich seiner Abschiedsrede nannte Stummvoll auch "drei Dinge,
die mich stören":
- Die Selbstbeschädigung der Politik. Dabei bezog sich Stummvoll
beispielhaft auf die Plakate der Grünen, wo die Politiker als
"belämmert" bezeichnet werden. "Das ist politische Selbstbeschädigung
in hohem Maß."
- Ein "gewisses ängstliches In-die-Knie-gehen" vor dem Boulevard.
Stummvoll: "Wir müssen Acht geben, dass die direkte Demokratie nicht
zur Boulevarddemokratie wird. Der Grat ist schmal!"
- Der Trend zum hauptberuflichen Mandatar. "Jeder sollte zumindest
bis zu seiner Mandatsausübung einen ordentlichen Zivilberuf ausüben.
Das macht ihn unabhängig. Ich hoffe, dass das Parlament in seiner
neuen Zusammensetzung diesbezüglich standhaft bleibt."
Stummvoll schloss mit drei Wünschen für Politik und Parlament "nach
33 Jahren Erfahrung" :
Mehr Selbstbewusstsein, Mut und Zusammenstehen des Parlaments und der
Politik gegenüber den Verführungen des Boulevard.
Mehr Zukunftsgestaltung und weniger Tages-Hick-Hack.
Mehr Vertreter mit einem ordentlichen Hauptberuf.
"Ich danke allen, mit denen ich viele Jahre ein menschliches,
konstruktives Gesprächsverhältnis hatte, allen Mitarbeitern und
Experten, besonders aber auch der eigenen Familie, ohne die wir alle
nicht politisch tätig sein könnten", sagte Stummvoll. "Für die
Zukunft Ihnen allen alles Gute. Stellen Sie die Weichen so, dass alle
eine faire Chance haben, in diesem schönen Land erfolgreich zu sein."
(Schluss)
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