- 24.09.2013, 21:42:36
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Neues Volksblatt: "Verstellter Blick" (von Markus Ebert)
Ausgabe vom 25. September 2013
Utl.: Ausgabe vom 25. September 2013 =
Linz (OTS) - Noch sind sie nicht ganz vorbei, doch mit der gestrigen
Debatte zwischen ÖVP-Chef Michael Spindelegger und SPÖ-Kanzler Werner
Faymann haben die TV-Diskussionen ihren Spannungsbogen überschritten.
Eines hatten so ziemlich alle "Duelle" gemeinsam: Jede Partei sah
ihren Kandidaten als Sieger an, was entweder ein Bauchgefühl der
Parteistrategen war oder auf wackeligen Umfragebeinen stand. Die
Wählerschaft fällt ihr Urteil am Sonntag, und ob und wie weit die
TV-Sendungen einen Einfluss hatten, wird sicher auch erfragt werden.
Wie wichtig freilich bei aller Medienpräsenz der persönliche Kontakt
ist, hat gestern unsere Telefonsprechstunde mit
OÖVP-Spitzenkandidatin und Finanzministerin Maria Fekter gezeigt. Von
der persönlichen Problemlage bis hin zum Wunsch, keine Koalition mit
der SPÖ mehr einzugehen, wurde vieles an sie herangetragen, und schon
das Gefühl, angehört zu werden, schien so manche Last von den
Schultern zu nehmen.
Und da war, auch bei aller Kritik, nie etwas von jener Animosität
gegenüber Politikern zu spüren, die angeblich so groß ist.
Vielleicht sollten die Strategen darüber nachdenken, ob die
sogenannte Politikverdrossenheit nicht eher aus dem Umgang der
Parteien miteinander resultiert und weniger aus dem, was politisch
umgesetzt wird. Das gegenseitige Schlechtreden verstellt den Blick
auf das Erreichte, und das ist schade.
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