- 19.09.2013, 14:09:53
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Themenverfehlung der TIWAG bei der Wasserkraft: Rahmenpläne sind für Gewässerschutz da
Innsbruck (OTS) - Das TIWAG-Vorhaben, die Kajakparadiese Gurgler und
Venter Ache im Ötztal aufzustauen und durch einen 25 Kilometer langen
Tunnel ins benachbarte Kaunertal überzuleiten, bedroht das Natura
2000-Gebiet Ötztaler Alpen, den Naturpark Ötztal, letzte
Flussheiligtümer und das einzigartige Platzertal. Solche Eingriffe
sind mit dem Schutzziel dieser hochalpinen Gebiete absolut
unvereinbar. Nun hat die TIWAG das Konzept für einen
"Wasserwirtschaftlichen Rahmenplan Tiroler Oberland" beim
Umweltministerium zur Verordnung vorgelegt, der unter anderem den
Ausbau des Kraftwerks Kaunertal vorsieht. "Es ist ein Skandal, dass
in Tirol die TIWAG die Wasserkraftpolitik macht und nicht die
Landesregierung. Ein Energieversorger ist gar nicht in der Lage,
objektiv und ausgewogen alle Interessen der Wasserwirtschaft, des
Gewässer- und des Naturschutzes zu planen", stellt Thomas Diem vom
WWF klar. Außerdem sind nach Auffassung des WWF derartige Rahmenpläne
nach dem Wasserrechtsgesetz für den Gewässerschutz und keinesfalls
zur Umsetzung von konkreten Kraftwerksprojekten gedacht.
"Die Tiroler Landesregierung darf sich nicht von der TIWAG diktieren
lassen, welche Flüsse zerstört und welche geschützt werden. Wir
fordern Landeshauptmann Platter und den zuständigen Wasserreferenten
Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geissler auf, das Heft selbst in
die Hand zu nehmen und ein Regionalprogramm durchzuführen", so Diem.
Der WWF regt an, für Tirol einen "Wasserwirtschaftlichen
Regionalplan" auszuarbeiten. Dieser wird unter breiter Einbindung von
Bevölkerung, Gemeinden, Behörden und Interessensvertretern erarbeitet
und legt rechtsverbindlich fest, welche Gewässer genützt werden
dürfen und welche geschützt werden müssen.
Von Umweltminister Berlakovich erwartet der WWF, den Rahmenplan der
TIWAG keinesfalls anzuerkennen, sondern diesen Versuch, das
Österreichische Wasserrecht für eigennützige Ausbaupläne zu
missbrauchen, zurückzuweisen. Die ministerielle Unterschrift unter
diesem TIWAG-Skandalplan würde zudem die zum Teil seit Jahren
laufende Umweltverträglichkeitsprüfung (KW Kaunertal, KW Kühtai) zur
Farce machen.
"Gerade jetzt vor der Nationalratswahl, erwarten wir von Minister
Nikolaus Berlakovich, dass er gegenüber dem Land Tirol klar macht,
dass Flussheiligtümer der Republik Österreich - und dazu zählen die
Venter und die Gurgler Ache - für den Kraftwerksbau nicht mehr
angetastet werden dürfen. Im Jahr 1998 haben nämlich der Umwelt- und
Landwirtschaftsminister sowie der WWF per Unterschrift besiegelt,
dass diese Flussheiligtümer nicht mehr genutzt werden dürfen.
Auch die Bauern und Touristiker des Ötztales sprechen sich aus guten
Gründen gegen die Erweiterung des Kraftwerks Kaunertal aus. Der
Aufstau von Gurgler und Venter Ache würde das gesamte Flussregime
verändern und weitreichende Folgen auf Natur und Grundwasser haben.
Auch die jahrelangen Bauarbeiten mit Lärm- und Feinstaubbelastung
würden eine große Belastung für die Gesundheit der Bevölkerung
darstellen. Die 18 Agrarorganisationen des Hinteren Ötztales haben
sich einstimmig gegen den Ausbau des TIWAG-Kraftwerks Kaunertal
ausgesprochen.
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