• 19.09.2013, 11:42:49
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Caritas: Neues Tageszentrum der "Gruft" feierlich eröffnet

Österreichs wohl bekannteste Obdachloseneinrichtung eröffnet nach 27 Jahren neuen Zubau im benachbarten Pfarrhof. Landau: "In der Gruft scheint jetzt auch die Sonne."

Utl.: Österreichs wohl bekannteste Obdachloseneinrichtung eröffnet
nach 27 Jahren neuen Zubau im benachbarten Pfarrhof. Landau:
"In der Gruft scheint jetzt auch die Sonne." =

Wien (OTS) - Es ist ein neues Kapitel, das heute in der 27-jährigen
Geschichte des Caritas-Betreuungszentrums "Gruft" aufgeschlagen
werden konnte: Mehr als ein Vierteljahrhundert nachdem SchülerInnen
des Amerling-Gymnasiums gemeinsam mit Pater Albert Gabriel unterhalb
der Barnabitenkirche eine Wärmestube eingerichtet haben, wurde heute,
Donnerstag, das neue Tageszentrum der "Gruft" im nahe gelegenen
Pfarrhof feierlich eröffnet. "In der Gruft scheint jetzt auch die
Sonne", sagte Caritasdirektor Michael Landau bei den Feierlichkeiten
am Vormittag. "Der Zahn der Zeit nagte bereits an dem alten
Kellergewölbe unterhalb der Kirche und machte eine Erweiterung
dringend notwendig. Ein Raum ohne Fenster diente 27 Jahre lang als
Speisesaal, Schlafstätte und Aufenthaltsraum in einem. Tag für Tag
fanden im Gewölbe unterhalb der Kirche Therapiegespräche auf engstem
Raum statt. Abend für Abend mussten Tische und Stühle beiseite
geschoben werden, um dem Schlaflager Platz zu machen. Damit ist es
jetzt glücklicherweise vorbei."

Mit Unterstützung des Bundes, der Stadt Wien und zahlreicher privater
SpenderInnen konnte der Zubau, der knapp 3,6 Millionen Euro gekostet
hat, in nur einem Jahr fertiggestellt werden. Landau nutzte die
Gelegenheit, um sich bei anwesenden VertreterInnen des Bundes
(Finanzministerin Maria Fekter und Integrationsstaatssekretär
Sebastian Kurz) und der Stadt Wien (Bürgermeister Michael Häupl und
Gesundheitsstatdträtin Sonja Wehsely) zu bedanken. "Ich möchte allen
UnterstützerInnen der Gruft Danke sagen. Sie alle haben mit der
Erweiterung ein wichtiges Signal gesetzt: Sie holen jene, die am Rand
stehen, ein Stück weit zurück in die Mitte der Gesellschaft." Landau
würdigte auch das jahrelange Engagement von Ex-Raiffeisen-General
Christian Konrad: "Christian Konrad ist der Gruft seit vielen Jahren
tief verbunden. Meist im Stillen und abseits großer Bühnen machte er
sich für die Anliegen jener Menschen, die hier ein Dach über dem Kopf
finden, stark. Auch bei ihm möchte ich mich - möchten sich wohl auch
alle Gäste der Gruft - sehr herzlich für seinen Einsatz bedanken."

97.285 warme Mahlzeiten pro Jahr
In dem neuen Tageszentrum befindet sich nebst dem Aufenthaltsraum
auch eine Küche, befinden sich Büros und Bereiche für
Therapiegespräche - geschlafen wird weiterhin im Gewölbe unter der
Kirche. Die alten Räumlichkeiten werden für diesen Zweck im nächsten
Jahr saniert. "Die KlientInnen schlafen dann nicht mehr wie bisher
auf dünnen Isomatten, sondern in Betten", schilderte Landau die
nächsten Schritte und fügte hinzu: "Ansonsten bleibt alles beim
Alten: Die "Gruft" wird Menschen in Not auch in Zukunft 24 Stunden am
Tag, 365 Tage im Jahr offenstehen."

Im Vorjahr wurden in der "Gruft" knapp 97.285 warme Mahlzeiten
ausgegeben und 19.453 Nächtigungen verzeichnet. Knapp 1700
KlientInnen wurden sozialarbeiterisch betreut. Insgesamt wurden knapp
19.000 Beratungsgespräche geführt. Mehr als 400 Personen konnten
allein im Vorjahr in Unterkünfte (Übergangswohnen, Betreutes Wohnen,
Gemeindewohnungen) vermittelt werden.

Statements der RednerInnen:

Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP): "Ich freue mich sehr, dass wir
den notwendigen Zubau zum Caritas-Betreuungszentrum Gruft mit einer
Million Euro unterstützen konnten und dazu einen Beitrag geleistet
haben, dass diese wichtige Erweiterung vollendet werden konnte. Die
Gruft als in vielerlei Hinsicht Schutz bietender Zufluchtsort ist für
mich besonders unterstützenswert. Durch die steuerliche Absetzbarkeit
von Spenden an die Caritas soll die bereits große Spendenfreudigkeit
der Bürgerinnen und Bürger zusätzlich noch erhöht werden."

Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP): "Seit 27 Jahren
stehen die Türen der Gruft für wohnungslose Menschen offen. Die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gruft geben mit viel Engagement
jenen Menschen, die oft schuldlos in die Armut geschlittert sind,
Wärme, Menschlichkeit und Würde. Es ist daher für mich
selbstverständlich, den notwendigen Umbau der Gruft zu unterstützen."

Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ): "Wien bietet ein sehr
engmaschiges Netz an sozialer Hilfe an. Trotzdem gibt es Menschen,
die noch mehr Hilfe benötigen. Das sehe ich als unsere
gesellschaftliche Aufgabe. Umso mehr freut es mich, das herausragende
private Initiativen wie die Gruft den Schwächsten der Schwachen ihre
Hilfe anbieten."

Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ): "Die Stadt Wien stellt
jedes Jahr 48 Millionen Euro für die Wohnungslosenhilfe zur
Verfügung. Darunter fällt auch die seit 1995 laufende Unterstützung
für die Gruft der Caritas, die wir in diesem Jahr mit 721.000 Euro
fördern. Die Betreuung und Reintegration von Wohnungslosen in Wien
ist uns ein sehr großes Anliegen. Gruft und Caritas sind hier seit
vielen Jahren wichtige und verlässliche Partner innerhalb der
umfangreichen Angebote der Stadt Wien."

Christian Konrad (Raiffeisen): "Mein erster Besuch in der Gruft war
2004. Seit damals schätze ich diesen Einsatz der Caritas für
wohnungslose Menschen und bin immer wieder von der Professionalität
und der Ausdauer der MitarbeiterInnen beeindruckt. Raiffeisen hat als
Verbund eine vielfältige Partnerschaft mit der Gruft entwickelt - mit
Sachspenden, mit über 140 Kochterminen von RaiffeisenmitarbeiterInnen
für die Menschen in der Gruft, mit dem Einsatz unserer Lehrlinge beim
Ausschank im Advent-Punschstand uvm. Die Gruft braucht eine breite
gesellschaftliche Solidarität, um den Einsatz für wohnungslose
Menschen abzusichern. Das Neue Tageszentrum ist die sichtbare
Bündelung vieler Institutionen und SpenderInnen. Wir sind gerne ein
Teil dieses Netzwerkes."

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