• 16.09.2013, 09:49:34
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MedUni Wien erforscht Ursachen von "Vivax Malaria" in Äthiopien

Wissenschaftsministerium und MedUni Wien als Gastgeber für das Meeting der internationalen Forschungsorganisation EDCTP zum Thema Malaria

Utl.: Wissenschaftsministerium und MedUni Wien als Gastgeber für das
Meeting der internationalen Forschungsorganisation EDCTP zum
Thema Malaria =

Wien (OTS) - Die "Vivax Malaria" ist eine spezielle Form der Malaria,
die unbehandelt immer wieder kehrt und daher schwierig zu
kontrollieren ist. In großen Teilen Asiens und Südamerikas ist diese
Art der Malaria bereits die häufigste. In Afrika dagegen sind fast
ausschließlich die Länder am Horn von Afrika, insbesondere Äthiopien,
davon betroffen. Ein Grund dafür ist das Oberflächen-Antigen DUFFY,
an dem der Parasit andocken kann und über das viele Menschen in
Äthiopien im speziellen verfügen. Ein Forscherteam der MedUni Wien um
Harald Nödl erforscht gemeinsam mit der Universität Gondar nun die
weiteren Ursachen für die massive Verbreitung genau dieser
Malaria-Form in Äthiopien.

"Vivax Malaria kehrt unbehandelt immer wieder und bringt die
Betroffenen und ihre Familien in einen Teufelskreis aus Krankheit und
Armut", so Nödl. "Wir wollen nun klären, warum gerade diese Form hier
so vorherrschend ist. Es gibt Hinweise, dass das Zusammenspiel von
genetischen Faktoren und Faktoren, die den Malaria-Parasiten an sich
betreffen, eine bestimmende Rolle spielt." Vivax Malaria ist eine
schwere Erkrankung mit hohem Fieber, die unbehandelt mehrere Wochen
anhält. Sie ist aber auch in der Lage, dauerhaft ruhende Stadien in
der Leber zu bilden, so genannte "Schläfer", die immer wieder
Rückfälle herbeiführen können. Laut dem aktuellen Bericht der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab es alleine im Jahr 2011 rund
666.000 Fälle von Vivax Malaria in Äthiopien.

Das Projekt in Gondar basiert auf einer Kooperationsvereinbarung,
die die MedUni Wien mit der dortigen Universität abgeschlossen hat,
um bei der Erforschung der Malaria vermehrten Fokus auf Afrika legen
zu können.

Malaria-ExpertInnen konferieren zwei Tage in Wien

In welche Richtung die Malaria-Forschung und die Entwicklung neuer
Impfstoffe und Arzneimittel speziell in den afrikanischen Staaten
südlich der Sahara ab 2014 geht und welche Projekte gefördert werden
sollen, das wird am 19. und 20. September in Wien diskutiert: Beim
Stakeholder-Meeting der European & Developing Countries Clinical
Trials Partnership (EDCTP) konferieren die wichtigsten Player in
Sachen Malaria auf Einladung der MedUni Wien und des
Bundesministeriums für Wissenschaft in Wien.

"In vielen Entwicklungsländern fehlen Geld und Infrastruktur zur
Forschung und Behandlung von Infektionskrankheiten. Wir tragen in den
westlichen Industrienationen Verantwortung, unser Wissen und unsere
Errungenschaften an andere weiterzugeben. Das tun wir im Rahmen von
EDCTP. Die MedUni Wien kann dabei ihr Know-how in internationalen
Kooperationen zur Bekämpfung von Krankheiten und zum 'capacity
building', also der Aus- und Fortbildung von MedizinerInnen und
WissenschafterInnen, aber auch von Forschungsethikkommissionen
einbringen", sagt Christiane Druml, Vizerektorin der MedUni Wien für
klinische Angelegenheiten und seit 2006 Österreichs Vertreterin in
der EDCTP-Generalversammlung. MitarbeiterInnen der MedUni Wien waren
in den vergangenen Jahren im Albert Schweitzer-Hospital in Lambarene,
aber auch in anderen Sub-Sahara-Staaten, um afrikanische
WissenschafterInnen in klinischer Forschung zu unterstützen.

In dieser einzigartigen Partnerschaft haben sich 14 EU-Staaten,
die Schweiz und Norwegen sowie Sub-Sahara-Afrika mit der Wirtschaft
in einem gemeinsamen Programm zur Bekämpfung der drei
Armutskrankheiten HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria in den
Entwicklungsländern zusammengeschlossen, um Projekte gezielt zu
fördern. Auch das Projekt Gondar/MedUni Wien zur Erforschung der
Vivax Malaria hofft dabei auf Unterstützung aus einem der
EDCTP-Programme. EDCTP wurde im Jahr 2003 unter Teilnahme Österreichs
gegründet.

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