"DER STANDARD"-Kommentar: "Mir san wieder mir" von Birgit Baumann

(Ausgabe ET 16.09.2013)

Wien (OTS) - Es ist - bei näherer Betrachtung des Wählerwillens - ein kurioses Ergebnis, was da in Bayern zustande gekommen ist. Eine so deutliche Mehrheit der Wählerinnen und Wähler sprach sich zwar für die CSU aus, dass diese nun wieder die Absolute hat.

Aber gleichzeitig wollten die Menschen laut Umfragen gar nicht so gern, dass die CSU alleine regiert. Zu schlecht sind die Jahre vor 2008 noch in Erinnerung. Da war die allein herrschende CSU eine arrogante und abgehobene Partei, verliebt in sich selbst und ihre Macht. Sie wird hart arbeiten müssen, dass ihr das nicht wieder passiert.

Aber zunächst richten sich die Blicke ohnehin noch auf die Bundestagswahl am nächsten Sonntag. Und da sehen nicht alle Erfreuliches. Schön für Kanzlerin Angela Merkel, dass die CSU so gut abgeschnitten hat. Sie braucht deren Stimmen auch am Sonntag im Bund.

Doch das Debakel der FDP zeigt Merkels Dilemma: Sie kriegt keine Absolute, sie braucht einen Partner. Das Ergebnis der FDP aber ist so schlimm, dass noch unklar ist, ob sie in den letzten Tagen noch Wähler mobilisieren kann. Und wenn sie auf Zweitstimmen zielt, dann kommen die ja ohnehin - wie schon in Niedersachsen - von der CDU.

Die kleinen Zuwächse für die Bayern-SPD bringen keine Mobilisierung mehr für den unglückseligen Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Die Grünen brauchen ihm nicht böse sein. Es liegt auch an ihnen, wenn Rot-Grün scheitert.

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