- 12.09.2013, 11:32:38
- /
- OTS0132 OTW0132
Ärztekammer startet neue Präventionskampagne: "Gesagt.Getan.Vorgesorgt."
Erster Themenschwerpunkt: Frauen- und Männergesundheit - Szekeres: "Patienten müssen Vorsorgeangebote noch mehr in Anspruch nehmen"
Utl.: Erster Themenschwerpunkt: Frauen- und Männergesundheit -
Szekeres: "Patienten müssen Vorsorgeangebote noch mehr in
Anspruch nehmen" =
Wien (OTS) - Unter dem Motto "Gesagt.Getan.Vorgesorgt." startet die
Ärztekammer in der Bundeshauptstadt eine neue Präventionskampagne.
Mit vier Schwerpunktthemen, einer neuen Website und einer eigenen
Vorsorge-App will die Standesvertretung alle Wienerinnen und Wiener
über die Wirksamkeit präventiver Maßnahmen informieren und dazu
animieren, das große Angebot an Vorsorgeuntersuchungen auch zu
nutzen. Zum Auftakt der Kampagne steht das Thema "Frauen- und
Männergesundheit" im Mittelpunkt. ****
In Wien haben im Jahr 2012 in etwa 140.000 Personen über 18 Jahren
das Angebot der Vorsorgeuntersuchung beim Allgemeinmediziner in
Anspruch genommen. Das ist die höchste Zahl seit dem Start des
Programms. Betrachtet man die Zahl der Untersuchungen jedoch in
Relation zur Bevölkerungszahl aller Wienerinnen und Wiener über 18
Jahren, so stellt man fest, dass im Jahr 2012 nur knapp 14 Prozent
den Weg zur Vorsorgeuntersuchung gefunden haben.
"Es ist wichtig, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, was
Prävention kann und speziell welche Krankheiten durch regelmäßige und
frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen vermieden werden könnten", erklärt
Thomas Szekeres, Präsident der Ärztekammer für Wien. "Es reicht nicht
aus, dass die Menschen wissen, dass es das Angebot der
Vorsorgeuntersuchung gibt, sie müssen dieses Angebot auch in Anspruch
nehmen, um möglichst fit möglichst alt zu werden."
In einer vierteiligen Kampagne möchte die Wiener Ärztekammer in
den kommenden Monaten spezielle Aufklärungsarbeit über
Vorsorgeuntersuchungen in den Bereichen Frauen- und Männergesundheit,
Augen, Diabetes und Schmerz leisten.
Frauen sind Gesundheitsmanagerinnen, Männer Vorsorgemuffel
Frauen gelten allgemein als sehr gesundheitsbewusst. Gerade in
Familien übernehmen sie oft die Rolle der Gesundheitsmanagerin für
ihre Kinder und oft auch für ihren Partner. Die Lebenserwartung von
Frauen liegt in Österreich um fünf Jahre höher als die von Männern.
"Man sollte daher meinen, Frauen in Österreich haben die
Gesundheitsvorsorge bestens im Griff und sind auch sehr gesund", so
Alexandra Kautzky-Willer, Leiterin der Gender Medicine Unit der
Medizinischen Universität Wien. "Wer einen genaueren Blick auf die
Gesundheitsdaten von Frauen wirft, wird aber sehr rasch erkennen,
dass die allgemeine Gesundheit von Frauen nicht wirklich
zufriedenstellend ist."
Bei der Erwartung an gesunden Lebensjahren fallen Frauen nämlich
anteilsmäßig hinter die Männer zurück. Frauen leiden außerdem
häufiger an chronischen Krankheiten und funktionellen
Einschränkungen, und das vor allem im höheren Alter. Daraus
resultiert auch eine größere Pflegebedürftigkeit als bei Männern.
Dazu kommt, dass Frauen laut Statistik doppelt so oft an Depressionen
leiden und oft einer Doppelbelastung durch die die Betreuung von
Kindern und die Pflege von Familienangehörigen ausgesetzt sind. "Es
gibt also im Bereich der Frauengesundheit in Österreich einiges zu
tun", betont Kautzky-Willer.
Männer fühlen sich gesünder
Obwohl sich Männer generell gesünder fühlen als Frauen, leiden
diese häufiger an klassischen Zivilisationskrankheiten und leben im
Schnitt um fünf Jahre kürzer als Frauen. "In der öffentlichen
Diskussion wird das Thema Männergesundheit viel zu wenig beachtet",
erklärt dazu Karl Dorfinger, Präsident des Berufsverbands der
Österreichischen Urologen.
Es gibt einen offenkundigen Bedarf, das Gesundheitsbewusstsein und
-verhalten der Männer zu stärken. "Männer müssen wissen, dass eine
medizinische Begleitung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen kein
Zeichen von Schwäche sind, sondern dabei helfen, fit und gesund alt
zu werden", meint Dorfinger. "Genau dieses 'Gesund älter werden' ist
die Hauptaufgabe, der sich unsere Gesellschaft in den nächsten
Jahrzehnten stellen muss." Hier gebe es auch das größte
Einsparungspotenzial im Gesundheitswesen.
"Es ist ganz wesentlich, Männern die Scheu vor der
Vorsorgeuntersuchung beim Urologen zu nehmen", betont Dorfinger.
"Zwei Phänomene kann ich regelmäßig in meiner Praxis beobachten:
Erstens: Urologische Vorsorgetermine für Männer werden oft von deren
Frauen vereinbart. Zweitens: Nach der Untersuchung sagen viele Männer
'Das war schon alles?' Es gibt also einiges, was Männer unternehmen
können, um gesünder alt zu werden. Vorsorgeuntersuchungen sind ein
wichtiger Teil davon."
Für den Großteil der Frauen ist es selbstverständlich, einmal
jährlich zum Frauenarzt zu gehen. Bei Männern ist ein jährlicher
Besuch beim Urologen die Ausnahme. Doch auch Männer sollten sich ab
dem 40. Lebensjahr einmal pro Jahr vom Urologen kontrollieren lassen.
Denn gerade viele typische Männerkrankheiten machen sich erst spät
bemerkbar. (ssch)
(Forts.)
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAW






