Ärztekammer startet neue Präventionskampagne: "Gesagt.Getan.Vorgesorgt."

Erster Themenschwerpunkt: Frauen- und Männergesundheit - Szekeres: "Patienten müssen Vorsorgeangebote noch mehr in Anspruch nehmen"

Wien (OTS) - Unter dem Motto "Gesagt.Getan.Vorgesorgt." startet die Ärztekammer in der Bundeshauptstadt eine neue Präventionskampagne. Mit vier Schwerpunktthemen, einer neuen Website und einer eigenen Vorsorge-App will die Standesvertretung alle Wienerinnen und Wiener über die Wirksamkeit präventiver Maßnahmen informieren und dazu animieren, das große Angebot an Vorsorgeuntersuchungen auch zu nutzen. Zum Auftakt der Kampagne steht das Thema "Frauen- und Männergesundheit" im Mittelpunkt. ****

In Wien haben im Jahr 2012 in etwa 140.000 Personen über 18 Jahren das Angebot der Vorsorgeuntersuchung beim Allgemeinmediziner in Anspruch genommen. Das ist die höchste Zahl seit dem Start des Programms. Betrachtet man die Zahl der Untersuchungen jedoch in Relation zur Bevölkerungszahl aller Wienerinnen und Wiener über 18 Jahren, so stellt man fest, dass im Jahr 2012 nur knapp 14 Prozent den Weg zur Vorsorgeuntersuchung gefunden haben.

"Es ist wichtig, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, was Prävention kann und speziell welche Krankheiten durch regelmäßige und frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen vermieden werden könnten", erklärt Thomas Szekeres, Präsident der Ärztekammer für Wien. "Es reicht nicht aus, dass die Menschen wissen, dass es das Angebot der Vorsorgeuntersuchung gibt, sie müssen dieses Angebot auch in Anspruch nehmen, um möglichst fit möglichst alt zu werden."

In einer vierteiligen Kampagne möchte die Wiener Ärztekammer in den kommenden Monaten spezielle Aufklärungsarbeit über Vorsorgeuntersuchungen in den Bereichen Frauen- und Männergesundheit, Augen, Diabetes und Schmerz leisten.

Frauen sind Gesundheitsmanagerinnen, Männer Vorsorgemuffel

Frauen gelten allgemein als sehr gesundheitsbewusst. Gerade in Familien übernehmen sie oft die Rolle der Gesundheitsmanagerin für ihre Kinder und oft auch für ihren Partner. Die Lebenserwartung von Frauen liegt in Österreich um fünf Jahre höher als die von Männern.

"Man sollte daher meinen, Frauen in Österreich haben die Gesundheitsvorsorge bestens im Griff und sind auch sehr gesund", so Alexandra Kautzky-Willer, Leiterin der Gender Medicine Unit der Medizinischen Universität Wien. "Wer einen genaueren Blick auf die Gesundheitsdaten von Frauen wirft, wird aber sehr rasch erkennen, dass die allgemeine Gesundheit von Frauen nicht wirklich zufriedenstellend ist."

Bei der Erwartung an gesunden Lebensjahren fallen Frauen nämlich anteilsmäßig hinter die Männer zurück. Frauen leiden außerdem häufiger an chronischen Krankheiten und funktionellen Einschränkungen, und das vor allem im höheren Alter. Daraus resultiert auch eine größere Pflegebedürftigkeit als bei Männern. Dazu kommt, dass Frauen laut Statistik doppelt so oft an Depressionen leiden und oft einer Doppelbelastung durch die die Betreuung von Kindern und die Pflege von Familienangehörigen ausgesetzt sind. "Es gibt also im Bereich der Frauengesundheit in Österreich einiges zu tun", betont Kautzky-Willer.

Männer fühlen sich gesünder

Obwohl sich Männer generell gesünder fühlen als Frauen, leiden diese häufiger an klassischen Zivilisationskrankheiten und leben im Schnitt um fünf Jahre kürzer als Frauen. "In der öffentlichen Diskussion wird das Thema Männergesundheit viel zu wenig beachtet", erklärt dazu Karl Dorfinger, Präsident des Berufsverbands der Österreichischen Urologen.

Es gibt einen offenkundigen Bedarf, das Gesundheitsbewusstsein und -verhalten der Männer zu stärken. "Männer müssen wissen, dass eine medizinische Begleitung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen kein Zeichen von Schwäche sind, sondern dabei helfen, fit und gesund alt zu werden", meint Dorfinger. "Genau dieses 'Gesund älter werden' ist die Hauptaufgabe, der sich unsere Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten stellen muss." Hier gebe es auch das größte Einsparungspotenzial im Gesundheitswesen.

"Es ist ganz wesentlich, Männern die Scheu vor der Vorsorgeuntersuchung beim Urologen zu nehmen", betont Dorfinger. "Zwei Phänomene kann ich regelmäßig in meiner Praxis beobachten:
Erstens: Urologische Vorsorgetermine für Männer werden oft von deren Frauen vereinbart. Zweitens: Nach der Untersuchung sagen viele Männer 'Das war schon alles?' Es gibt also einiges, was Männer unternehmen können, um gesünder alt zu werden. Vorsorgeuntersuchungen sind ein wichtiger Teil davon."

Für den Großteil der Frauen ist es selbstverständlich, einmal jährlich zum Frauenarzt zu gehen. Bei Männern ist ein jährlicher Besuch beim Urologen die Ausnahme. Doch auch Männer sollten sich ab dem 40. Lebensjahr einmal pro Jahr vom Urologen kontrollieren lassen. Denn gerade viele typische Männerkrankheiten machen sich erst spät bemerkbar. (ssch)

(Forts.)

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