• 12.09.2013, 09:27:48
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ARBÖ: 94 Prozent der Österreicher gegen Riesen-Lkw

Gefahr: Gigaliner in Light-Version und durch die Hintertür nach Österreich

Utl.: Gefahr: Gigaliner in Light-Version und durch die Hintertür
nach Österreich =

Wien (OTS) - Eine überwiegende Mehrheit von 94 Prozent der
Österreicherinnen und Österreicher lehnt überschwere und übergroße
Lkw auf Österreichs Straßen rigoros ab. "An dieser überwältigenden
Ablehnung hat sich seit dem ARBÖ-Online-Voting vor vier Jahren nichts
geändert", bekräftigt ARBÖ-Generalsekretärin Mag. Lydia Ninz. Die
Bevölkerung steht fast geschlossen hinter Verkehrsministerin Doris
Bures, die auf EU-Ebene die grenzüberschreitende Zulassung massiv
bekämpft.

Die zwei wichtigsten Gründe gegen Gigaliner: Die horrenden Kosten für
die Steuerzahler und die tödlichen Gefahren. Österreichs Autobahnen
müssten extra wegen der Riesen-Lkw mit enormen Kosten von 5,4 Mrd.
Euro umgebaut werden: Brücken, Tunnels, Autobahnparkplätze,
Autobahnauffahrten, Kreisverkehre usw. Ein weiterer entscheidender
Ablehnungsgrund ist aber die tödliche Unfallgefahr, die von diesen
Riesen-Lkw ausgeht, da sie 25,5 Meter lang und damit ein Drittel
länger sind, als herkömmliche Lkw mit 18,75 Meter. Sie wiegen 60
anstatt 40 Tonnen und sind damit gleich schwer, wie eine mit 128
Personen besetzen Boeing 737-300. Das Unfallrisiko ist doppelt so
hoch, als bei normalen Lkw. "Wer heute auf zweispurigen Autobahnen
inklusive Baustellen neben Lkw fahren muss, weiß um die Bedrohung
bescheid", gibt die ARBÖ-Generalsekretärin zu bedenken.

Pannenbuchten vor allem in Tunnels und auch Leitplanken sind für
solche Monstertrucks nicht gebaut und stellen ein erhebliches
Sicherheitsrisiko für alle dar. Beim Brandschutz in Tunnels sind
aufgrund der höheren Brandlast teurere Tunnellüftungsanlagen
erforderlich. Schon heute kann ein brennender Lkw ein Tunnel bis zur
Einsturzgefahr beschädigen. Auch die Bergung von defekten Gigalinern
würde zu enormen Kosten und endlosen Staus führen, warnt der ARBÖ.

Als kleines, aber wichtiges Transitland, im Herzen Europas käme
Österreich mit der grenzüberschreitenden Zulassung von Riesen-Lkw
besonders stark unter Druck: Durch diese Megatrucks wird sich der
Transport von Gütern auf der Straße um 20 Prozent verbilligen. Statt
mehr Güter mit der Bahn zu transportieren, würde
der Güterverkehr durch Megatrucks wieder auf die Straßen
zurückverlagert. "Die milliardenschweren Infrastrukturinvestitionen
in den Güterverkehr der Bahn wären damit obsolet. Der
Brenner-Basistunnel, in den Österreich, Italien und die EU Milliarden
Euro stecken wäre eine glatte Fehlinvestition", so die
ARBÖ-Generalsekretärin.

Die momentan größte Gefahr besteht darin, dass die überschweren Lkw
durch die Hintertüre und in einer Light-Version kommen. "Je mehr
Nachbarländer die Gigaliner zulassen, desto mehr kommt Österreich
unter Druck. Die Salami-Taktik besteht darin, die Monstertrucks
zunächst leichter zu machen - von 60 auf 44 Tonnen - und ihnen damit
Tür und Tor zu öffnen", kritisiert Ninz. Die nächste Etappe gegen die
Riesen-Lkw ist ein Hearing am 17. September in Brüssel mit einem
Arbeitspapier von Abgeordneten zum Europäischen Parlament, Jörg
Leichtfried, der Seite an Seite mit dem ARBÖ seit Jahren gegen
Gigaliner kämpft, ebenso wie die internationale Plattform NO MEGA
TRUCKS.

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