- 11.09.2013, 11:16:20
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Landmedizin: Die ärztliche Versorgung sichern! (3)
Ärztekammer befragt Nationalrats-Kandidaten
Utl.: Ärztekammer befragt Nationalrats-Kandidaten =
Wien (OTS) - In den letzten Wochen hat die Bundeskurie
Niedergelassene Ärzte die maßgeblichen Kandidaten aller Parteien
befragt, inwieweit sie die Forderungen zur Sicherung der Landmedizin
unterstützen.
Bis zum jetzigen Zeitpunkt langten rund 70 Antworten ein. Der
Grundtenor ist zustimmend, wenn auch manchmal wenig konkret. Die
Ärztekammer werde nun in der kommenden Legislaturperiode auf die
Umsetzung der Maßnahmen pochen und genau verfolgen, ob die
zustimmende Haltung zur Förderung der Landmedizin in
Koalitionsverhandlungen konkret aufgegriffen und anschließend in ein
Regierungsprogramm aufgenommen werde, so Wiegele.
Die SP-Kandidaten antworten stark abgestimmt und verweisen beim Thema
eines leistungsgerechten Vergütungssystems auf die Verantwortung von
Krankenversicherungs-Trägern und Ärztekammer und auf ein
Zusammenwirken der Vertragspartner mit der Landes- und
Gemeindepolitik. Dass Landärzte unabhängig von öffentlichen Apotheken
Hausapotheken betreiben dürfen, sei "überschießend und nicht
erforderlich". Stattdessen werden "flexiblere Strukturen und neue
Kooperationsformen zwischen niedergelassenen Allgemeinmedizinern und
Apotheken" gefordert - allerdings ohne zu sagen, was das bedeuten
soll.
VP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger will sich für eine bessere
Honorierung und für Arbeitserleichterungen, für geteilte Verträge (z.
B. für Ärztinnen mit Kindern) sowie mehr Geld für die Lehrpraxis
einsetzen. Er habe im letzten Regierungsprogramm die Forderung nach
einem Hausarztmodell durchsetzen können. Er plädiert für ein faires
System für Hausapotheke und Apotheken. Schließlich sei auf seine
Initiative ein All-Parteien-Antrag zur Sicherung der hausärztlichen
und medikamentösen Versorgung auf dem Land zustande gekommen.
Die FPÖ unterstützt die Forderungen der Ärztekammer. Die derzeitige
Hausapothekenlösung sei nicht praktikabel, das Gesetz solle
evaluiert werden. Ärzte sollten andere Ärzte anstellen können.
Der grüne Gesundheitssprecher, Kurt Grünewald, will Bonussysteme für
Landärzte, eine gerechte Entlohnung ohne Abhängigkeit von
Nebeneinkünften, Gemeinschaftspraxen und eine mindestens halbjährige
Lehrpraxis. Das uneingeschränkte Recht auf eine Hausapotheke sei
obsolet.
Das BZÖ unterstützt die Forderungen der Ärzte, eine verpflichtende
Lehrpraxis und die Förderung der Hausapotheke. Für bessere
Arbeitsbedingungen müsse die Anstellung Arzt bei Arzt ermöglicht
werden.
Die KPÖ möchte die ökonomische Basis der Ärzte über eine bessere
Finanzierung mit Fokus auf wohnortnahe Patientenorientiertheit
sichern. Die NEOS plädieren für eine höhere Abgeltung der
Arbeitsbelastung und eine vollständige Überarbeitung des
Leistungskataloges. Beide Parteien sehen in der Hausapotheke kein
Mittel der Existenzsicherung. Das Team Stronach stimmt den
Forderungen grundsätzlich zu und wünscht sich mehr privaten
Wettbewerb. Die Piraten wollen familienfreundliche Arbeitsmodelle
unter Ausnutzung der Ärzte-GmbH sowie Abend- und Wochenendzuschläge
mittels einer Kassensystem-Reform. Hausapotheke sei in entlegenen
Gebieten sinnvoll. (Schluss) (ms)
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