- 09.09.2013, 13:45:09
- /
- OTS0156 OTW0156
Schwentner: Unfaire Teilzeit ist Ergebnis des frauenpolitischen Stillstands
Grüne fordern neue Arbeitszeitmodelle und Ausweiterung der Elternteilzeit
Utl.: Grüne fordern neue Arbeitszeitmodelle und Ausweiterung der
Elternteilzeit =
Wien (OTS) - "Bei der SPÖ-Frauenpolitik klaffen Forderungen und reale
Umsetzung stark auseinander. Daran ist jedoch nicht nur der zu
langsame Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen schuld. Ohne einen
gesetzlichen Mindestlohn und mehr qualifizierte und besser bezahlte
Teilzeitarbeit wird es nicht gehen. Doch die Förderung von neuen
Teilzeitmodellen, auch in leitenden Positionen, wurde verabsäumt",
sagt Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen, zu dem heute von
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Sozialminister Rudolf
Hundstorfer präsentierten Forderungskatalog zur Teilzeit.
"Die Forderungen zeigen, dass in den letzten fünf Jahren so gut wie
überhaupt nichts weitergegangen ist. Die bestehenden Ungleichheiten
zwischen Frauen und Männern beim Einkommen wurden weiter
fortgeschrieben und die Zahl der Frauen in Teilzeit wächst jedes
Jahr. Mit der Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn von 1.500
Euro für alle Branchen und Berufe stößt man bei der SPÖ auf taube
Ohren", sagt Schwentner. Betrachte man die Ergebnisse der
Frauenpolitik anhand von nüchternen Zahlen, so sei die Situation mehr
als unbefriedigend. Laut Einkommensbericht des Rechnungshofes aus dem
Jahr 2012 sind die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern
(Frauen verdienen im Schnitt nur 60 Prozent des mittleren
Männerneinkommens) noch immer genau so hoch wie vor 14 Jahren. Gerade
im Niedriglohnbereich, in dem besonders viele Frauen arbeiten, sind
die Einkommen sogar noch weiter gesunken. Immer mehr Frauen arbeiten
Teilzeit. Die Teilzeitquote der Frauen ist laut Eurostat von 41,5
Prozent im Jahr 2008 auf 44,9 Prozent im Jahr 2012 deutlich
gestiegen.
"Wir brauchen mehr Rechte für Teilzeitbeschäftige", meint Judith
Schwentner. Ein paar Jahre in Teilzeit müssen für Frauen und Männer
möglich sein. Führung in Teilzeit sollte gefördert und nicht von
vornherein ausgeschlossen werden. Es sollte doch machbar sein, dass
beide Partner eine Zeit lang 30 Stunden arbeiten. "Ich möchte, dass
neue Arbeitszeitmodelle wie Führung in Teilzeit gefördert werden.
Der Wechsel von Vollzeit in Teilzeit und wieder zurück muss leichter
werden. Dazu sollte die Elternteilzeit auf Betriebe mit weniger als
20 Beschäftigen ausgeweitet werden", fordert Schwentner.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FMB






