Schwentner: Unfaire Teilzeit ist Ergebnis des frauenpolitischen Stillstands

Grüne fordern neue Arbeitszeitmodelle und Ausweiterung der Elternteilzeit

Wien (OTS) - "Bei der SPÖ-Frauenpolitik klaffen Forderungen und reale Umsetzung stark auseinander. Daran ist jedoch nicht nur der zu langsame Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen schuld. Ohne einen gesetzlichen Mindestlohn und mehr qualifizierte und besser bezahlte Teilzeitarbeit wird es nicht gehen. Doch die Förderung von neuen Teilzeitmodellen, auch in leitenden Positionen, wurde verabsäumt", sagt Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen, zu dem heute von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Sozialminister Rudolf Hundstorfer präsentierten Forderungskatalog zur Teilzeit.

"Die Forderungen zeigen, dass in den letzten fünf Jahren so gut wie überhaupt nichts weitergegangen ist. Die bestehenden Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern beim Einkommen wurden weiter fortgeschrieben und die Zahl der Frauen in Teilzeit wächst jedes Jahr. Mit der Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn von 1.500 Euro für alle Branchen und Berufe stößt man bei der SPÖ auf taube Ohren", sagt Schwentner. Betrachte man die Ergebnisse der Frauenpolitik anhand von nüchternen Zahlen, so sei die Situation mehr als unbefriedigend. Laut Einkommensbericht des Rechnungshofes aus dem Jahr 2012 sind die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern (Frauen verdienen im Schnitt nur 60 Prozent des mittleren Männerneinkommens) noch immer genau so hoch wie vor 14 Jahren. Gerade im Niedriglohnbereich, in dem besonders viele Frauen arbeiten, sind die Einkommen sogar noch weiter gesunken. Immer mehr Frauen arbeiten Teilzeit. Die Teilzeitquote der Frauen ist laut Eurostat von 41,5 Prozent im Jahr 2008 auf 44,9 Prozent im Jahr 2012 deutlich gestiegen.

"Wir brauchen mehr Rechte für Teilzeitbeschäftige", meint Judith Schwentner. Ein paar Jahre in Teilzeit müssen für Frauen und Männer möglich sein. Führung in Teilzeit sollte gefördert und nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Es sollte doch machbar sein, dass beide Partner eine Zeit lang 30 Stunden arbeiten. "Ich möchte, dass neue Arbeitszeitmodelle wie Führung in Teilzeit gefördert werden. Der Wechsel von Vollzeit in Teilzeit und wieder zurück muss leichter werden. Dazu sollte die Elternteilzeit auf Betriebe mit weniger als 20 Beschäftigen ausgeweitet werden", fordert Schwentner.

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