- 09.09.2013, 12:28:26
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GPA-djp-Katzian/Fetik: "Teilzeit muss gleich viel wert sein wie Vollzeit!"
Mehrarbeitszuschlag ab der ersten Mehrstunde auszahlen , Vollzeitarbeit zuerst Teilzeitbeschäftigten im Betrieb anbieten
Utl.: Mehrarbeitszuschlag ab der ersten Mehrstunde auszahlen ,
Vollzeitarbeit zuerst Teilzeitbeschäftigten im Betrieb
anbieten =
Wien (OTS/ÖGB) - "Auch die heute präsentierte Studie, wonach
Teilzeitbeschäftigte rund ein Viertel weniger Lohn und Gehalt
bekommen als Vollzeitbeschäftigte, bestätigt ganz klar, dass wir mit
unseren Positionen und Forderungen richtig liegen", kommentieren
Wolfgang Katzian, Vorsitzender der GPA-djp (Gewerkschaft der
Privatangestellen, Druck, Journalismus, Papier) und Ilse Fetik,
Frauenvorsitzende in der GPA-djp: "Teilzeitbeschäftigte verdienen
weit mehr, als sie für ihre Arbeit tatsächlich bezahlt bekommen,
besonders betroffen sind Mütter, weil sowohl der Wiedereinstieg als
auch die mancherorts fehlenden Möglichkeiten der Kinderbetreuung sich
negativ auswirken können."
Es zeige sich einmal mehr ganz signifikant, dass
Berufsunterbrechungen Nachteile bei den Aufstiegs- und somit auch bei
den Einkommensmöglichkeiten bringen, so Fetik. "Deswegen bleibt neben
der Forderung nach besserer Anrechnung der Karenzzeiten, wie wir ihn
schon in zahlreichen unserer Kollektivverträge durchgesetzt haben,
auch die Information für Wiedereinsteigerinnen ganz oben auf unserer
Agenda. In der aktuellen Auswertung der Statistik Austria geht es
nicht um kollektivvertragliche Löhne und Gehälter, sondern um die
tatsächlich bezahlten Bruttoverdienste nach Auskunft der Unternehmen,
die damit ihren Handlungsbedarf darlegen - Teilzeit muss gleich viel
wert sein wie Vollzeit!" Um dem bei vielen Frauen vorhandenen Wunsch
nach Vollzeitbeschäftigung besser nachkommen zu können, fordert Fetik
die Unternehmen auf, Vollzeit-Arbeitsplätze zuerst intern
Teilzeitbeschäftigten anzubieten.
Auch von der Tatsache, dass rund ein Viertel der geleisteten
Überstunden in Österreich nicht bezahlt werden, seien
Teilzeitbeschäftigte betroffen, erklärt Katzian seine Forderung, den
Mehrarbeitszuschlag ab der ersten geleisteten Stunde Mehrarbeit zu
bezahlen an einem Rechenbeispiel aus dem Handel - mit rund 560.000
Beschäftigten, größtenteils Frauen und 250.000 Teilzeitbeschäftigten
eine der größten Branchen, in dem der Teilzeit-Gap laut aktueller
Auswertung satte 22 Prozent beträgt: "Unsere Berechnungen gehen davon
aus, dass Teilzeitangestellte aufgrund ihrer tatsächlich geleisteten
Stunden Anspruch auf Mehrstundenzuschläge von durchschnittlich 35 bis
50 Euro monatlich hätten, was einer Erhöhung ihres
Durchschnittsgehalts von 5 bis 7 Prozent entsprechen würde."
Unternehmen profitieren ganz offensichtlich aus der Tatsache, dass
der Anteil der Teilzeitbeschäftigten dramatisch steige, während das
für die meisten Betroffenen gewaltige finanzielle Nachteile bringe,
so Fetik und Katzian abschließend: "Die Flexibilität der
Beschäftigten darf nicht bestraft werden. Im Sinne der
Gleichstellung, für die wir gemeinsam mit unseren Betriebsrätinnen
und Betriebsräten kämpfen, spielen Maßnahmen und Gesetze, die
garantieren, dass Teilzeitbeschäftigte nicht länger benachteiligt
werden, eine große Rolle", so Katzian und Fetik abschließend:
"Teilzeit muss gleich viel wert sein wie Vollzeit!"
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