DER STANDARD-KOMMENTAR "Politik der großen Zahl" von Lisa Nimmervoll

Ausgabe vom 6.9.2013

Wien (OTS) - Mit Frank Stronach kamen die großen Zahlen in diesen Wahlkampf. Ein "Milliardär" macht Politik! Oder, wie Böswillige behaupten, organisiert sich einen zweifärbigen Parlamentsklub aus vier ehemaligen orange-ex-blauen und einem roten Abgeordneten und hat damit gleich auch die Startnummer für den Wahlzettel.

Nun folgt die nächste große Nummer mit dem Bauindustriellen Hans Peter Haselsteiner. Zwar kein Milliardär, hochziffriger Millionär allemal. Vor 19 Jahren saß er vier Jahre für das Liberale Forum im Nationalrat. Es überlebte dort nicht lang, aber mit der Neos-LIF-Plattform hat er jetzt nicht nur ein neues Sponsorprojekt (bisher 440.000 Euro). Auch er will's noch einmal wissen und politisiert selbst mit.

Jetzt werden viele sagen: Schon wieder einer mit viel Kohle, der Politiker spielen möchte. Der kauft sich eine Partei. Nun, das sagt sich für Parlamentsparteien, die sich seit Ewigkeiten mit einer der fettesten Parteienfinanzierungen der Welt alimentiert von Wahl zu Wahl hangeln, leicht. Aber mehr Vielfalt und vor allem auch Liberalität tut gerade dem österreichischen Parlament sehr gut. Und nach fünf Jahren können die Wähler jede Partei wieder rauskicken. Egal, ob man Neos mag oder nicht, gleichgültig, was man von Stronachs eher bauchlastigen Politikversuchen hält - es gibt sinnlosere Investments für reiche Männer, als gegen das versteinerte Quasi-Monopol auf der Regierungsbank, das SPÖ und ÖVP für sich reklamieren, zu kämpfen.

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