• 05.09.2013, 19:00:10
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DER STANDARD-KOMMENTAR "Politik der großen Zahl" von Lisa Nimmervoll

Ausgabe vom 6.9.2013

Utl.: Ausgabe vom 6.9.2013 =

Wien (OTS) - Mit Frank Stronach kamen die großen Zahlen in diesen
Wahlkampf. Ein "Milliardär" macht Politik! Oder, wie Böswillige
behaupten, organisiert sich einen zweifärbigen Parlamentsklub aus
vier ehemaligen orange-ex-blauen und einem roten Abgeordneten und hat
damit gleich auch die Startnummer für den Wahlzettel.

Nun folgt die nächste große Nummer mit dem Bauindustriellen Hans
Peter Haselsteiner. Zwar kein Milliardär, hochziffriger Millionär
allemal. Vor 19 Jahren saß er vier Jahre für das Liberale Forum im
Nationalrat. Es überlebte dort nicht lang, aber mit der
Neos-LIF-Plattform hat er jetzt nicht nur ein neues Sponsorprojekt
(bisher 440.000 Euro). Auch er will's noch einmal wissen und
politisiert selbst mit.

Jetzt werden viele sagen: Schon wieder einer mit viel Kohle, der
Politiker spielen möchte. Der kauft sich eine Partei. Nun, das sagt
sich für Parlamentsparteien, die sich seit Ewigkeiten mit einer der
fettesten Parteienfinanzierungen der Welt alimentiert von Wahl zu
Wahl hangeln, leicht. Aber mehr Vielfalt und vor allem auch
Liberalität tut gerade dem österreichischen Parlament sehr gut. Und
nach fünf Jahren können die Wähler jede Partei wieder rauskicken.
Egal, ob man Neos mag oder nicht, gleichgültig, was man von Stronachs
eher bauchlastigen Politikversuchen hält - es gibt sinnlosere
Investments für reiche Männer, als gegen das versteinerte
Quasi-Monopol auf der Regierungsbank, das SPÖ und ÖVP für sich
reklamieren, zu kämpfen.

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