- 29.08.2013, 21:00:40
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Neues Volksblatt: "Unappetitlich" von Markus EBERT
Ausgabe vom 30. August 2013
Utl.: Ausgabe vom 30. August 2013 =
Linz (OTS) - Es verwundert geradezu, dass man in der
oberösterreichischen SPÖ den Namen Gartlehner überhaupt buchstabieren
kann. Der langjährige Steyrer Bezirksparteivorsitzende hat, um es
vorsichtig zu formulieren, sein Knowhow als Telekom-Sprecher der SPÖ
im Nationalrat - dem er ebenso noch angehört wie auch der SPÖ - auch
für Geschäfte abseits des Hohen Hauses nutzen können. Folgt man
SPÖ-Landesgeschäftsführer Christian Horner, dann hat die Parteispitze
nach Bekanntwerden von Gartlehners Geschäftsbeziehungen bereits im
Frühjahr 2012 bekanntgegeben, dass Gartlehner nach dem Herbst 2013
nicht mehr dem Nationalrat angehören wird. Was für ein dramatischer
Schritt! Im Vergleich dazu hat die ÖVP im Fall von Ernst Strasser
seinerzeit tatsächlich Tabula rasa gemacht und ihn nach Bekanntwerden
der Bestechungsvorwürfe umgehend aus allen Parteifunktionen
expediert. Mit dem Namen Strasser sollte die SPÖ also nicht anklagend
in Richtung ÖVP wacheln.
Wie überhaupt es ratsam wäre, die ganzen Vorwürfe rund um Telekom und
andere Unternehmen Sache der Justiz sein zu lassen. Doch die
Verlockung, Munition für die Dreckschleuder zu orten und sie auch zu
bedienen, ist in Wahlkampfzeiten offenbar zu groß. Dass aus diversen
Ermittlungen wieder einmal juristisch Unfertiges an die
Öffentlichkeit gelangt, um einen Polit-Krieg zu befeuern, macht die
Sache noch unappetitlicher.
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