Ganztagsschule: Schülerunion fordert schulautonome Entscheidungen durch die Schulpartner

Neuer Schmied-Vorschlag entzieht Schulpartnern Mitbestimmungsrecht

Wien (OTS) - Einen neuen Abstimmungsmodus und mehr Geld in den Ausbau der Ganztagsschulen zu investieren, forderte Ministerin Claudia Schmied im heutigen "Ö1-Morgenjournal". Unmut kommt aus den Reihen der Schülervertreter: Die Schülerunion befürchtet eine Einführung der Ganztagsschule durch die Hintertür und weniger Mitspracherecht der Schulpartner. ****

"Als Schülerunion begrüßen wir natürlich den Ausbau des Angebots der Ganztagsbetreuung. Allerdings muss die Entscheidung an jedem Standort auf freiwilliger Basis gefällt werden. Schulen sollen durch einen gemeinsamen Beschluss von betroffenen Eltern, Lehrern und Schülern das Angebot erweitern können. Wozu haben wir sonst die Schulpartner?", fragt sich Bundesobmann Thomas Gaar.

Derzeit reicht eine Zweidrittelmehrheit der Eltern und Lehrer. Die Schülerunion fordert, dass die Notwendigkeit einer Zweidrittelmehrheit bestehen bleibt und die Miteinbeziehung der Schüler gesetzlich verankert wird. Statt eine Stärkung der Schulautonomie und Schulpartnerschaft zu fordern, gehen die letzten Vorschläge von der Ministerin in die Gegenrichtung. Jeder Schulstandort muss die Möglichkeit haben, individuell den Schulalltag zu gestalten - egal, ob es um die Schulform oder die Schaffung der passenden Rahmenbedingungen, wie Sportangebote, Lern- und Pausenräume, geht.

"Das Konzept der ganztägigen Betreuung der Schüler kann nur funktionieren, wenn alle - Eltern, Lehrer und Schüler - an der Schule gemeinsam hinter der Entscheidung stehen. Wir fordern weniger Politik und mehr Autonomie in unseren Schulen", betont Gaar.

Die Schülerunion ist die größte Interessensvertretungsorganisation für Österreichs Schüler. Über 30.000 Mitglieder vernetzen sich, um sich auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene für eine Verbesserung der Schule auf Basis der Schülerinteressen einzusetzen. Entsprechende Forderungen bringt die Schülerunion zusätzlich im Rahmen der Bundesschülervertretung (BSV) ein, in der sie im kommenden Schuljahr 26 von 27 Landesschulsprechern stellt.

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