• 23.08.2013, 09:43:38
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Karl und Leitl: "Ausbildung ist der Schlüssel für einen gelungenen Neustart nach der Haft"

Justizministerium und Wirtschaftskammer wollen mehr Strafgefangenen eine qualifizierte Ausbildung ermöglichen

Utl.: Justizministerium und Wirtschaftskammer wollen mehr
Strafgefangenen eine qualifizierte Ausbildung ermöglichen =

Wien (OTS) - Das Justizministerium und die österreichische
Wirtschaftskammer wollen künftig noch stärker an einem Strang ziehen,
wenn es darum geht, Insassen eine Ausbildung zu ermöglichen und damit
eine zweite Chance zu geben. Das kündigten gestern Justizministerin
Beatrix Karl und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl bei einem
gemeinsamen Besuch der Justizanstalt Simmering an.

"Eine qualifizierte Ausbildung ist der Schlüssel für einen gelungenen
Neustart in ein straffreies Leben nach der Haft", waren sich Karl und
Leitl gestern beim Rundgang durch die Lehrstätten der Justizanstalt
Simmering einig.

"Viele der Insassen haben keine Chancen am Arbeitsmarkt und keine
Berufsausbildung wenn sie in die Justizanstalten kommen. Mit einer
qualifizierten Ausbildung geben wir ihnen das Werkzeug, das sie für
einen erfolgreichen Wiedereinstieg ins Berufsleben und in unsere
Gesellschaft brauchen mit auf den Weg", so Karl.

Wirtschaftskammerpräsident Leitl bestätigt: "Ein Lehrabschluss
vervielfacht die Chancen, nach der Entlassung einen guten
Arbeitsplatz zu finden. Mit solchen Ausbildungsmaßnahmen geben wir
dem einzelnen Häftling eine gute Chance, wieder Tritt im Leben zu
fassen. Und wir leisten damit auch einen Beitrag zur Bekämpfung des
stärker werdenden Fachkräftemangels. Das ist eine win-win-Situation
für alle Beteiligten."

Schon jetzt haben die Insassen der Justizanstalt Simmering die
Möglichkeit sich in den 17 hauseigenen Lehrbetrieben ausbilden zu
lassen und Berufen wie Tischler, Schlosser oder Maler zu erlernen.
Derzeit beschäftigt die Wiener Justizanstalt 34 Auszubildende im
Alter zwischen 20 und 35. Geht es nach Karl und Leitl sollen es
künftig noch mehr werden.

In Gesprächen mit dem Sozialministerium, dem AMS und den
Sozialpartnern wollen sich die Ministerin und der
Wirtschaftskammerpräsident dafür einsetzen, die Möglichkeiten der
Ausbildungsgarantie stärker für jugendliche Strafgefangene nutzbar zu
machen.

Indem Mittel aus der Ausbildungsgarantie auch für Jugendliche in
Justizanstalten verwendet werden, soll es mehr Ausbildungsangebote
und - wenn möglich - bereits Praktika und Kontakte in Unternehmen
geben. Auf diese Weise könnte ein Übertritt ins Berufsleben oder
gegebenenfalls eine Fortsetzung der Ausbildung nach der Entlassung
aus der Justizanstalt erheblich erleichtert werden. Kapazitäten der
überbetrieblichen Ausbildung, Ausbilder und Einrichtung, könnten so
auch besser ausgelastet werden.

Insgesamt 82 Insassen wurden österreichweit im Jahr 2012 in einer
Facharbeiter-Intensivausbildung ausgebildet, 65 Jugendliche
absolvierten eine Lehrausbildung - in diesem Bereich sind die
Justizanstalten Gerasdorf, Graz-Karlau und Garsten federführend.

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