- 21.08.2013, 21:00:32
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Neues Volksblatt: "Weckruf" von Manfred MAURER
Ausgabe vom 22. August 2013
Utl.: Ausgabe vom 22. August 2013 =
Linz (OTS) - Christoph Leitl eilt nicht gerade der Ruf eines
Miesmachers voraus. Der WKÖ-Chef gilt vielmehr als Zweckoptimist, der
einem wirtschaftspsychologischen Grundsatz folgend sehr wohl um das
Risiko der selbsterfüllenden Prophezeihung weiß, welches
pessimistische Ansagen in sich bergen. Wenn Leitl also davon spricht,
dass Österreich in den vergangenen Jahren zum europäischen
Durchschnitt "abgesandelt" sei (siehe Bericht auf Seite 12), dann
darf dies nicht als Nestbeschmutzung abgetan werden. Denn die
vergleichsweise guten Wirtschaftsdaten - insbesondere die niedrigste
Arbeitslosenquote in der EU - sind keine Versicherung gegen drohende
Rückschläge. Schon gar nicht sind sie ein Ruhekissen für reformfaule
Politiker, die meinen, in einem schöngefärbten Paralleluniversum die
Herausforderungen einer sich stetig wandelnden (Arbeits-)welt
ignorieren zu können. Und noch viel weniger sind die (noch) guten
Daten eine Einladung an umverteilungsgeile Sozis, die unzählige
Beweise des Gegenteils ignorierend mehr denn je felsenfest davon
überzeugt sind, dass es den Menschen besser geht, wenn man
Unternehmen schlechter stellt.
Österreich steht vor einer Wahl, in der es um diese Entscheidung
geht: für oder gegen das Entfesseln jener unzweifelhaft vorhandenen
Kräfte, die den Standort Österreich attraktiver machen und den
Wohlstand mehren können, wenn man sie nur lässt.
Leitls Weckruf sollte gehört werden. Von allen!
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