VKI: Werbung von Pearle zu 100 Euro-Rabatt ist irreführend

OGH verlangt ausreichende Deutlichkeit von aufklärenden Hinweisen

Wien (OTS/VKI) - Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) ging gegen Pearle Österreich GmbH wegen irreführender Werbung vor. Die Firma hatte in einem ihrer TV-Werbespots eine Rabattaktion beworben. Dass dieser Rabatt in der Höhe von EUR 100 tatsächlich nur bei Überschreitung eines bestimmten Mindestpreises gewährt wird, war zwar in kleingedruckter Schrift angegeben. Im Zusammenhang mit der Aktion "Sparen Sie jetzt 100" wurde die Einschränkung jedoch nicht ausreichend deutlich kommuniziert. Der OGH sieht die Werbung daher als irreführend an.

Im Februar und März 2012 bewarb Pearle in einem TV-Werbespot eine Preisnachlassaktion: "Sparen Sie jetzt 100", war in großer Schrift zu lesen, wobei die Angabe "100,-" stark hervorgehoben war. Unterhalb der Aktion stand kleingedruckt folgende Einschränkung: "gültig beim Kauf einer optischer Brille (Fassung + Gläser) ab 200,-". Sowohl das Angebot als auch die Einschränkung wurden zeitgleich für vier Sekunden eingeblendet. Der Text wurde durch folgende Ansage begleitet: "Sparen Sie jetzt 100 EUR und mehr bei jeder Brille! 100 x in Österreich!"

Die Einschränkung trat aufgrund der geringen Schriftgröße vollkommen in den Hintergrund. Auch akustisch wurde an keiner Stelle darauf hingewiesen. Nach Ansicht des VKI ist ein solcher einschränkender kleingedruckter Hinweis nicht deutlich genug. Er klagte Pearle daher auf Unterlassung wegen irreführender Werbung. Der OGH hat der Klage nun stattgegeben.

Das Gericht weist darauf hin, dass ein einschränkender Hinweis auffällig genug sein muss, um eine Täuschung durch eine Werbeaussage zu verhindern. In dem Zusammenhang schenkte der OGH auch dem Umstand Beachtung, dass der optisch hervorgehobene 100 EUR-Rabatt durch einen Begleittext akustisch unterstrichen wurde. Der aufklärende Hinweis dagegen wurde dem Publikum akustisch nicht zur Kenntnis gebracht (vergleichbar etwa den gesprochenen Hinweisen auf Gebrauchsinformation, Arzt und Apotheker bei Arzneimittelwerbung).

"Es ist erfreulich, dass der OGH festhält, dass Einschränkungen in Werbeaussagen deutlich hervorgehoben werden müssen", sagt Mag. Nadya Böhsner, Juristin im Bereich Recht des VKI. "Blickfangartige Angaben in der Werbung dürfen das Publikum nicht täuschen."

Das Urteil ist kostenlos auf www.verbraucherrecht.at abrufbar.

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Verein für Konsumenteninformation, Mag. Nadya Böhsner, Tel.: 01/588 77 - 320

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