• 07.08.2013, 14:34:31
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Grünewald kritisiert Töchterles Versäumnisse in der Uni-Politik scharf

Debatte rund um Studiengebühren soll eklatante Probleme verschleiern

Utl.: Debatte rund um Studiengebühren soll eklatante Probleme
verschleiern =

Wien (OTS) - "Trotz des kürzlichen Erkenntnis des VfGH zu den
Studiengebühren wird Bundesminister Töchterle nicht müde, diese
weiterhin quälend und in Endlosschleife zu fordern. Alle anderen
Probleme und Defizite treten - wie von Töchterle gewünscht - in den
Hintergrund oder sie werden marginalisiert", kritisiert der Grüne
Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald. Er bemängelt, dass der
zuständige Wissenschaftsminister scheinbar auf die Probleme des
klinischen Mehraufwands, das im Regierungsprogramm festgehaltene
Faculty Modell, welches den wissenschaftlichen Mitarbeitern mehr
Mitsprache in Universitären Angelegenheiten bieten sollte, oder eine
gemeinsame HochschullehrerInnen-Kurie, in der der wissenschaftliche
Nachwuchs seiner Bedeutung gemäß vertreten sein muss, völlig vergisst
oder absichtlich schubladisiert. "Vergessen ist auch, dass die
zunehmend verpuffte Hochschulmilliarde gerade dazu reicht, den
unbefriedigenden Status Quo an den Unis beizubehalten, unerwähnt und
negiert wird, dass das Regierungsziel - nämlich 2 Prozent des BIP für
Unis und Fachhochschulen zu investieren - nicht erreicht werden kann
und dass das Bundesfinanzrahmengesetz von 2014 bis 2017 jährlich ein
Minus bei den Universitäten aufweist. Alles egal wir reden über
Studiengebühren!" ärgert sich der Grüne.

Immer noch müssen über 60 Prozent der Studierenden arbeiten, um ihr
Studium zu finanzieren und verlieren dadurch Semester oder brechen
ihr Studium ab. Nur 20 Prozent der Studierenden erhalten
Studienbeihilfen, wobei Österreich hier weit unter dem EU-Schnitt
liegt. Die Grundlagenforschung und der FWF sind massiv unterdotiert
und Exzellenz-Cluster an Universitäten unverwirklicht.
Die Studienplatzfinanzierung ist nicht im mindesten gesichert und
viele WissenschafterInnen befinden sich in prekären
Beschäftigungsverhältnissen. "Aber dennoch interessiert sich der
Bundesminister nur für die Studiengebühren-Frage!" ärgert sich
Grünewald.

"Innovation, Profilbildung und Neuland zu betreten, ist meist nur
durch Einsparungen oder Schließen von Einrichtungen vor Ort zu
finanzieren. Medizinische Universitäten leiden unter Ressourcenmangel
und Überlastung von Ärztinnen. Der FWF klagt über zunehmende
Teilzeitforschung und darüber, dass selbst bestbewertete
Projektanträge nicht finanziert werden können. Das alles weiß
Töchterle, aber er spricht nicht gern darüber.
Selbst im Wissenschaftsausschuss werden kritische oder unangenehme
Fragen nicht beantwortet. Die Tatsache, dass die Universitäten Gefahr
laufen, keine attraktiven Arbeitsplätze mehr bieten zu können, würde
nachhaltigen Schaden verursachen. Und darüber muss geredet werden",
fordert Grünewald mit Nachdruck.

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