• 02.08.2013, 13:23:48
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Gemeinnützige: Sozialen Mietwohnungsbau jetzt ankurbeln!

Wien (OTS) - Die Fakten liegen seit längerem auf dem Tisch, die
jüngste Wifo-Studie zu den Mietpreisentwicklungen macht den
Handlungsbedarf im Wohnbau nur noch deutlicher. Während sich die
Mieten in Wohnungen gemeinnütziger Bauvereinigungen und
Gemeindewohnungen nur im Ausmaß des VPI und des Haushaltseinkommens
erhöht haben, sind sie im privaten Mietwohnungssektor um das Doppelte
der Inflationsrate angestiegen. Karl Wurm, Obmann des
Österreichischen Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV):
"Die Wifo-Studie stellt den Gemeinnützigen ein überaus positives
Zeugnis aus."

Die GBV-Mieten liegen im Bestandssegment mit 5,8 Euro/m2 um 17%
und bei Neuvermietungen (Wiedervermietungen) mit 6,3 Euro/m2 um 25%
deutlich unter den privaten Hauptmieten. Entgegen der Behauptung des
Österreichischen Verbandes der Immobilienwirtschaft ändert sich
dieser Kostenvorteil auch dann nur unwesentlich, wenn man den
Finanzierungsbeitrag hinzu rechnet und ihn auf eine monatliche
Mietvorschreibung umlegt: Bei den Bestandsmieten kommen im Schnitt
0,1 Euro/m2 (bei einer Bandbreite zwischen 0 Euro/m2 und 0,2 Euro/m2)
hinzu, bei den Neuvermietungsmieten sind es im Schnitt 0,2 Euro/m2,
bei einer Bandbreite zwischen 0 Euro/m2 und 0,4 Euro/m2. Die
Einhebung des Finanzierungsbeitrags reduziert vielmehr die
Mietkostenbelastung: Ohne Einmalbetrag der Mieter müsste zur
Finanzierung der Errichtungskosten ein Kapitalmarktdarlehen
aufgenommen, was wiederum die Miete um rd. 0,8 Euro/m2 verteuern
würde.

Gerade die rd. 560.000 gemeinnützigen Mietwohnungen tragen mit
einem Anteil von über 40% am gesamten Mietwohnungssegment wesentlich
zur Wohnversorgung breiter Bevölkerungsschichten bei. Wurm weist
überdies darauf hin, dass die starke Marktposition des sozial
gebundenen GBV-Mietwohnungssektors nicht nur maßgeblich zur
Kostendämpfung am gesamten Wohnungsmarkt beiträgt, sondern auch
spekulative Entwicklungen im Wohnbau wirksam erschweren.

Den aktuellen Preisauftrieb am privaten Mietensektor führt der
GBV-Obmann zu einem Gutteil auf den Mangel an günstigen Mietwohnungen
durch eine stark rückläufige geförderte Neubautätigkeit um zuletzt
7.000 Wohnungen zurück. Gleichzeitig hat der freifinanzierte und
anlegerorientierte Wohnungsbau stark "angezogen". Diese Wohnungen
sind aber für die unteren und mittleren Einkommensschichten nicht
leistbar. "Leistbares Wohnen braucht ein ausreichendes Angebot
geförderter Wohnungen", erklärt GBV-Obmann Wurm. Gebot der Stunde ist
daher eine Ankurbelung des sozial gebundenen Mietwohnungsbaus. Das
nun von der Bundesregierung aufgelegte Sonderwohnbauprogramm, mit dem
insgesamt 14.000 zusätzliche Wohnungen errichtet werden sollen,
schlägt genau in diese Kerbe. Wurm: "Jetzt geht es darum, dass die
Bundesländer die bereitgestellten Bundes-Wohnbaumittel auch abholen."
Voraussetzung dafür ist, dass sie die Förderzusicherungen 2013/14 auf
das durchschnittliche Niveau der vorgegangenen Jahre anheben.

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