Gemeinnützige: Sozialen Mietwohnungsbau jetzt ankurbeln!

Wien (OTS) - Die Fakten liegen seit längerem auf dem Tisch, die jüngste Wifo-Studie zu den Mietpreisentwicklungen macht den Handlungsbedarf im Wohnbau nur noch deutlicher. Während sich die Mieten in Wohnungen gemeinnütziger Bauvereinigungen und Gemeindewohnungen nur im Ausmaß des VPI und des Haushaltseinkommens erhöht haben, sind sie im privaten Mietwohnungssektor um das Doppelte der Inflationsrate angestiegen. Karl Wurm, Obmann des Österreichischen Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV):
"Die Wifo-Studie stellt den Gemeinnützigen ein überaus positives Zeugnis aus."

Die GBV-Mieten liegen im Bestandssegment mit 5,8 Euro/m2 um 17% und bei Neuvermietungen (Wiedervermietungen) mit 6,3 Euro/m2 um 25% deutlich unter den privaten Hauptmieten. Entgegen der Behauptung des Österreichischen Verbandes der Immobilienwirtschaft ändert sich dieser Kostenvorteil auch dann nur unwesentlich, wenn man den Finanzierungsbeitrag hinzu rechnet und ihn auf eine monatliche Mietvorschreibung umlegt: Bei den Bestandsmieten kommen im Schnitt 0,1 Euro/m2 (bei einer Bandbreite zwischen 0 Euro/m2 und 0,2 Euro/m2) hinzu, bei den Neuvermietungsmieten sind es im Schnitt 0,2 Euro/m2, bei einer Bandbreite zwischen 0 Euro/m2 und 0,4 Euro/m2. Die Einhebung des Finanzierungsbeitrags reduziert vielmehr die Mietkostenbelastung: Ohne Einmalbetrag der Mieter müsste zur Finanzierung der Errichtungskosten ein Kapitalmarktdarlehen aufgenommen, was wiederum die Miete um rd. 0,8 Euro/m2 verteuern würde.

Gerade die rd. 560.000 gemeinnützigen Mietwohnungen tragen mit einem Anteil von über 40% am gesamten Mietwohnungssegment wesentlich zur Wohnversorgung breiter Bevölkerungsschichten bei. Wurm weist überdies darauf hin, dass die starke Marktposition des sozial gebundenen GBV-Mietwohnungssektors nicht nur maßgeblich zur Kostendämpfung am gesamten Wohnungsmarkt beiträgt, sondern auch spekulative Entwicklungen im Wohnbau wirksam erschweren.

Den aktuellen Preisauftrieb am privaten Mietensektor führt der GBV-Obmann zu einem Gutteil auf den Mangel an günstigen Mietwohnungen durch eine stark rückläufige geförderte Neubautätigkeit um zuletzt 7.000 Wohnungen zurück. Gleichzeitig hat der freifinanzierte und anlegerorientierte Wohnungsbau stark "angezogen". Diese Wohnungen sind aber für die unteren und mittleren Einkommensschichten nicht leistbar. "Leistbares Wohnen braucht ein ausreichendes Angebot geförderter Wohnungen", erklärt GBV-Obmann Wurm. Gebot der Stunde ist daher eine Ankurbelung des sozial gebundenen Mietwohnungsbaus. Das nun von der Bundesregierung aufgelegte Sonderwohnbauprogramm, mit dem insgesamt 14.000 zusätzliche Wohnungen errichtet werden sollen, schlägt genau in diese Kerbe. Wurm: "Jetzt geht es darum, dass die Bundesländer die bereitgestellten Bundes-Wohnbaumittel auch abholen." Voraussetzung dafür ist, dass sie die Förderzusicherungen 2013/14 auf das durchschnittliche Niveau der vorgegangenen Jahre anheben.

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Mag. Karl Wurm
Neue Heimat/GEWOG
Tel.. 01/40109-12

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