- 01.08.2013, 12:36:26
- /
- OTS0120 OTW0120
Wochenarbeitszeit in Österreich deutlich über EU-Schnitt AK-Kalliauer: "Abbau von Überstunden bringt Arbeitsplätze
Linz (OTS) - Sowohl bei der kollektivvertraglich geregelten als auch
bei der tatsächlich geleisteten Wochenarbeitszeit liegt Österreich
deutlich über dem EU-Schnitt. Doch während die einen Überstunden
machen und unter hohem Zeitdruck arbeiten, haben immer mehr Menschen
gar keine Arbeit. "Überstunden müssen teurer werden,", fordert
deshalb AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Wird die Arbeit besser
aufgeteilt, entstehen Arbeitsplätze.
Eine aktuelle Studie der European Foundation for the Improvement
of Living and Working Conditions zeigt, dass die durchschnittliche
kollektivvertraglich geregelte Wochenarbeitszeit in der Europäischen
Union im Jahr 2012 bei 38,1 Stunden lag. Österreich liegt dabei mit
38,8 Stunden im vorderen Mittelfeld der untersuchten Staaten.
Spitzenreiter sind Griechenland, Ungarn, Malta und Rumänien mit 40
Stunden, die kürzeste kollektivvertraglich festgelegte
Wochenarbeitszeit hat Frankreich mit 35,6 Stunden.
Auch bei der tatsächlich geleisteten wöchentlichen Arbeitszeit
liegt Österreich mit 40,1 Stunden deutlich über dem EU-Level von 39,6
Stunden. Am kürzesten gearbeitet wird in Finnland (37,6 Stunden), am
längsten in Rumänien (41,2 Stunden).
Den Wünschen der österreichischen Arbeitnehmer/-innen entsprechen
diese langen Arbeitszeiten nicht. Laut dem Österreichischen
Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer Oberösterreich liegt die
durchschnittliche Wunscharbeitszeit bei 35,2 Stunden. Das deckt sich
mit den Ergebnissen einer AK-Betriebsrätebefragung: Die Mehrheit der
befragten Betriebsratsvorsitzenden meint, dass die Beschäftigten
gerne weniger Überstunden leisten würden - vorausgesetzt, dass sie
auch ohne Überstunden angemessen bezahlt werden.
"Durch den Abbau von Überstunden können viele neue Arbeitsplätze
entstehen", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Deshalb müssten
Überstunden teurer werden. Die Arbeiterkammer und der ÖGB fordern,
dass die Unternehmen verpflichtet werden, pro Überstunde einen Euro
an die Sozialversicherung zu zahlen. Schließlich übernimmt die
Sozialversicherung die Kosten für jene, die durch zu viel Arbeit
krank werden.
Für die Arbeiterkammer ist es generell hoch an der Zeit, über eine
Verkürzung der Arbeitszeit nachzudenken. Dabei muss unbedingt darauf
geachtet werden, dass zusätzliches Personal eingestellt wird, damit
es nicht zu einer weiteren Arbeitsverdichtung kommt. "Wenn wir
wollen, dass die Menschen bis zum gesetzlichen Pensionsalter
arbeiten, dann müssen die Arbeitsbedingungen passen", so Kalliauer.
Laut Arbeitsklima Index halten es 62 Prozent der
Arbeitnehmer/-innen, die unter starkem Zeitdruck stehen, für
unwahrscheinlich, dass sie mit 60/65 Jahren ihren derzeitigen Beruf
noch ausüben können. Ist Zeitdruck ein weniger bestimmender Faktor,
sind nur mehr 43 Prozent dieser Ansicht.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKO






